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Schakel
geschrieben von: Cowboy (IP bekannt)
Datum: 20.08.12 14:39

Moin zusammen,

ich lese schon ein bisschen mit, nun habe ich mich mal angemeldet. Hier scheint es einen Haufen kompetenter Leute zu geben :-)

Kennt sich jemand von euch mit der Schakelklasse aus? Ich steige gerade (wieder) in die Segelei ein und bin auf der Suche nach einem vernünftigen Boot. Nun wurde mir eine Schakel angeboten, im Internet findet man aber sehr wenig über die Klasse. Meist wird auf www.schakelklasse.nl verwiesen, diese Domain steht aber zum Verkauf.

Das Boot ist aus Sperrholz gebau und wurde im vergangenen Jahr mit Epoxyd versiegelt. Alles in allem macht das Boot einen guten und soliden Eindruck, auch der Schwertkasten sieht von innen ok aus. Lediglich vor dem Schwertkasten stand mal Wasser, so dass hier das Holz etwas schwarz wurde (etwa handtellergroß). Diese Stelle wurde besonders ausführlich mit Epoxy behandelt.

Kann mir jemand mehr über diese Klasse sagen? Muss ich mir wegen der schwarzen Stellen große Sorgen machen?

Herzliche Grüße
Cord


Re: Schakel
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 20.08.12 20:38

Hallo Cord,
sind die schwarzen Stellen weich oder noch hart verglichen mit dem Rest des Holzes?
Weich ist schlecht, handtellergroß ist schon ganz schön groß zumal Sperrholz von innen nach außen verrottet.
Ist noch Lack drauf auf den schwarzen Stellen und wie sieht dieser im Innenbereich generell aus?
Aber einen Sperrholzflicken einsetzen ist nicht kompliziert bzw. nicht arg teuer.
Etwas komplizierter wird es natürlich, wenn die faulen Stellen im Kielbereich sind und das Boot eine Schlingerleiste außen unterm Boden hat.
Dann muß erst die Schlinger(-kiel-)leiste partiell weg, der Boden geflickt werden und die Schlingerleiste in dem Bereich ebenfalls neu eingeschäftet werden.
Alles in allem aber wirklich keine Riesenreparatur.

Über die Klasse weiß ich nichts.

Grüße,
André

Re: Schakel
geschrieben von: Cowboy (IP bekannt)
Datum: 20.08.12 21:15

Moin André,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich war vorhin nochmal beim Boot und konnte mir das Ganze nochmal genau anschauen. Das Boot ist insg. in einem ordentlichen Zustand, sowohl innen als auch außen. Es wurde wohl schon etwa ein Jahr lang restauriert.
Richtig schwarz sind vor allem die Längsspanten vom Bug bis Mitte des Schwertkastens. Teilweise wurden diese mit Epoxy versiegelt, teilweise aber auch noch nicht (insb. unter dem Deck liegt das Holz offen, heute Morgen stand auch Wasser im Boot - das Holz ist also nass). Das Holz ist aber überall noch hart, zumindest sofern ich es mit dem Fingernagel testen konnte. Schlingerleisten gibt es keine.

Ich vermute, dass über kurz oder lang die Längsspanten vom Bug bis Mitte/Ende des Schwertkastens ausgetauscht werden müssten (wie viel Festigkeit büßt das Holz denn ein, wenn es schwarz wird? Oder reicht es aus, wenn man den alten Lack sauber runterzieht und dann mit ordentlich verdünntem Epoxy die Leiste durchtränkt?) und man in diesem Zuge auch ein paar Stellen des Sperrholzes austauschen müsste.

Aber eigentlich wollte ich ja etwas über die Schakelklasse allgemein erfahren, der Rest gehört ja eher zur Reparatur/Restauration. Das Boot ist für mich halt interessant, um Erfahrungen mit Holzbooten zu sammeln, bevor ich mir irgendwann nen nordischen Kreuzer kaufe und dann merke, dass Holzboote doch nicht das wahre sind ;-)

Viele Grüße
Cord

Re: Schakel
geschrieben von: Cowboy (IP bekannt)
Datum: 20.08.12 21:16

PS:

André bauer schrieb:
-------------------------------------------------------
> [...]
> zumal Sperrholz von innen nach außen
> verrottet.
[...]

Warum eigentlich? Die Feuchtigkeit ist doch zuerst draußen...?

Gruß
Cord


Re: Schakel
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 21.08.12 15:42

Hallo Cord,
wie gesagt, schwarz ist nicht gleich schwarz. Nur weil das Holz schwarz ist, ist es noch nicht verfault, aber doch schon angerottet.
Wenn es noch fest ist, trocknen lassen, am besten Lack ab und mind. 2 Monate in einer Halle stehen lassen. Nicht in der prallen Sonne, damit erzeugt man Spannungen im Holz und das Risiko das es wieder nass wird ist auch da.
Schwarze Verfärbungen lassen sich auch wieder beseitigen/mildern mit Wasserstoffperoxid.
Wenn es richtig verfault ist, trägt das Holz so gut wie nicht mehr.
Am Besten prüft man das mit einem Taschenmesser oder einem anderen spitzen Gegenstand.
Man vergleicht die Eindringtiefe an der vermutlich kranken Stelle mit einer Gesunden an unauffälligen Punkten.
Wenn Epoxi, dann zumindest innen komplett, einzelne Bereiche zu behandeln schadet nur.
Wasser kann über die unbehandelten Bereiche immer eindringen, hat aber Schwierigkeiten wieder heraus zu diffundieren.
Genau der gleiche Grund liegt vor, wenn Sperrholz zuerst innen verrottet.
Die Feuchtigkeit braucht durch die Kapillarwirkung des Holzes nicht lange, um rein zu kommen.
Aber raus ist nicht so einfach. Und Sperrholz ist aus Gewichts- und Preisgründen innen normalerweise aus weniger fäulnisbeständigen Sorten verleimt.

Wenn Du noch mehr Fragen hast, mach doch ein Thema unter Restaurierung auf.

Gruß,
André

Re: Schakel
geschrieben von: Cowboy (IP bekannt)
Datum: 21.08.12 16:00

Moin André,

manchmal gibt es noch weitere Faktoren, die gegen ein Boot sprechen: Meiner Frau ist es zu klein, sie hat es sich auch nochmal angeschaut. Nun darf ich weiter von einem nordischen Kreuzer träumen :-).

Ich habe noch einige Infos zur Schakelklasse gefunden, unter www.schakelklasse.com scheint es ein reges Leben zu geben. Die Klasse gibt es sei 50 Jahren und war in den 70er und 80er Jahren sehr beliebt. Scheint aber eine rein niederländische Klasse zu sein und ist hier recht unbekannt.

Viele Grüße
Cord



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