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V1 "Pietje II" - restauriert und jetzt zu verkaufen
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 09.06.14 12:12

Moin. Die Jolle ist nun aus gesundheitlichen Gründen zu verkaufen. Ich habe diesen Thread bearbeitet, da hier viele Informationen über das Boot zu entnehmen sind. Kontakt: kaisandleben@gmx.de
Beste Grüße
Kai




moin moin

In meiner Jugend habe ich ein altes rottes Holzboot gekauft. Jetzt lag es 20 Jahre in der Scheune und in den letzen 2 Jahren haben wir es neu aufgebaut. Bisher haben wir noch nicht viel Energie aufgewand um herauszufinden um was für ein Boot es sich handelt. Es war klar, daß es alt ist und das damals jeder Bootsbauer "sein eigenes Ding" gemacht hat.

Doch als wir nun die Segel augepackt habn endeckten wir die Aufschrift V1.

Wir haben ein bisschen gegoogelt und gesucht. Von den Maßen würde das Boot zu den Schweriner Einheitsjollen passen. Ich würde es aber gern genauer wissen.

Hier erstmal ein paar Daten:

Der Name vom Boot lautet "Pietje". Diesen haben wir beim Abschhleifen im Holz gefunden.
Vollholz Jolle offen - 6m x 1,79m
Unter dem Boot befindet sich eine Bleibombe (direkt unter dem Rumpf) Das Schwert hat die Form von einem Viertel-Kreis und wird durch die Bleibombe hndurchgeführt.
Das Ruder hat eine verkürzte Pinne. Am Spiegel sind Löcher wo "Leinen" unter das Deck geführt werden. Diese sind dann unterhalb des Ruderkopfes angeschlagen.

Ich habe ein paar Bilder und werde diese anhängen.

Auf dem Segel haben wir die Aufschrift H. Pribbnow - Berlin Spandau gefunden.

Das Boot lag laut Vorbesitzer in der Nähe von Berlin abgesoffen am Steg. Das war so ca. 1980. Er hat angefangen es zu restaurieren. Dabei hat er den Bug geändert. Vorher war der Steven senkrecht aus dem Wasser. Er wollte das Boot einem H-Boot angleichen... ich habs nicht verstanden damals smiling smiley

Vielleicht kann mir jemand was zu Historie des Bootes sagen. Oder es sogar einer Klasse zuordnen. Kann man über die Segelnummer etwas herausfinden? Ist das Boot vielleicht irgendwo registriert?




2 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.15 10:35 von KreuzerKai.

Anhänge: Anh1.jpg (44kB)   Anh3.jpg (74kB)   Anh5.jpg (60kB)   Anh7.jpg (58kB)   Anh2.jpg (45kB)   Anh4.jpg (70kB)   Anh6.jpg (82kB)  
Re: V1 "Pietje" - V-Jolle oder Schweriner Einheitsjolle?
geschrieben von: danebrog (IP bekannt)
Datum: 09.06.14 14:24

Hallo!

Vorausgesetzt, dass Länge und Breite Deines Bootes korrekt vermessen sind, ist es für eine Schweriner Einheitsjolle 10 cm zu breit.

Ich tippe hier eher auf eine 15 qm Wanderjolle bzw. sog. Binnen(fahrt)-Klasse oder dergleichen. Das Segel, sofern es noch das Originale ist, gibt mit seiner Fläche bereits einen Anhaltspunkt. Das Identifizieren des Segelzeichens ist nicht so ganz ohne, denn in der Vorkriegszeit gab es verschiedene Verbände, welche die Klassen mit unterschiedlichen Segelzeichen versehen haben.

Gefunden habe ich auf die Schnelle folgendes:

Binnenjollen-Klasse
3. Meßformel
"Die Jolle muß nach folgender Formel gebaut sein: L + B = 7,80 m."
...
11. Besegelung
"Die (...) zu vermessene Segelfläche darf 22qm und die Fläche des Großsegels 0,8 der Gesamt-Segelfläche nicht überschreiten. ..."
(Aus: Die Segeljolle. Hrsg. Berliner Kleinsegler-Verband, 1920, hier: Reprint Salzwasser Verlag, S. 193 ff.)
Als Beispiele ebenda:
S. 112 ff., 15qm Wanderjolle, entworfen von K. Mahling, Berlin, mit LÜA 6,00, Breite 1,72 m.
Oder:
S. 154, Nationale Binnenjolle, entworfen von R. Drewitz, Berlin, LÜA 6,08 m, Breits 1,70 m.

In aller Bescheidenheit darf ich auf ältere Beiträge, in denen es um die Schwierigkeiten der Zuordnung etc. geht, hier im Forum zum Thema "Rennjolle" verweisen, die Du mit der Funktion "Suche" und meinem Alias findest. smiling smiley

Gerne auch eine PN, ansonsten "Frohes Forschen"!

Grüße
Dagmar





1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.06.14 21:24 von danebrog.

Re: V1 "Pietje" - V-Jolle oder Schweriner Einheitsjolle?
geschrieben von: kstubenrauch (IP bekannt)
Datum: 09.06.14 21:39

Guten Abend,

beim den Listen der je beim DSV verzeichneten Jollen gibt es diese:

Ausgleichsjollen V

Vielleicht unter dem Begriff mal weitersuchen, oder beim DSV anfragen.

Das mit der Schweriner Einheitsjolle passt auch in der Bauweise nicht, die ist geklinkert.

Viele Grüße,

Kaspar

Re: V1 "Pietje" - V-Jolle oder Schweriner Einheitsjolle?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 10.06.14 07:34

Es gibt noch folgendes zu ergänzen. Die Segelfläche beträgt ca 17,2 qm (Groß und Genua)

Ich habe eine Mail an den DSV geschrieben.

Danke schonmal smiling smiley

Beste Grüße
Kai

Re: V1 "Pietje" - V-Jolle oder Schweriner Einheitsjolle?
geschrieben von: manfjacob (IP bekannt)
Datum: 10.06.14 16:13

Moin moin,

V steht für Ausgleichjolle unter 20qm. Da passt jede Jolle mit einer Segelfläche unter 20qm rein (allerdings ohne Bleikiel).
Würde also passen. Könnte als klassenlose Wanderjolle gebaut worden sein.


Es könnte auch eine der seltenen J-Jollen (22qm-Rennjolle, Binnenjollen-Klasse) sein,
Woran erkenne ich einen J-Jollen-Rumpf:
Länge + Breite = 7,8 m, passt
Spantabstand: 120 mm
Spantstärke: 22*15 mm

wenn auch das passt, dann könntest du einen echten Schatz gefunden haben. Die J-Jollen sind maßlos übertakelt, deshalb wurde oft die Segelfläche reduziert.

Die Bauvorschrift steht im WWW hier: J-Jolle.org

J-Jollen haben keinen Bleikiel, der müsste später angebaut worden sein.
Der Steven ist recht untypisch für eine J-Jolle, die stehen in der Regel senkrecht zur Wasseroberfläche. Der Orginal-Steven würde somit auch passen.

Wir treten weiter in Verbindung :-)


Manfred Jacob
Internationale J-Jollen-Vereinigung
22qm-Rennjollen

Re: V1 "Pietje" - V-Jolle oder Schweriner Einheitsjolle?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 10.06.14 18:29

Moin Herr Jacob

Vielen Dank für die schnelle Reaktion smiling smiley

Wir haben nachgemessen.
Spantenabstand: 120mm
Spantenmaß: 20x15mm

Das Boot liegt seit ca 25-30 Jahren trocken. Inwiefern sich das Holz verändern kann vermag ich nicht einzuschätzen.

Der Bleikiel wirkt so, als wäre er von Anfang an so gedacht und gebaut worden.

Der original Steven existiert noch. Der Vorgänger hat ihn aufgehoben. Das Boot hat mit diesem ca 6,00 - 6,10 m Länge. Breite ist exakt 1,75m (ohne die neue Scheuerleiste).

Bei den Beschlägen liegt für den Großbaum eine Art Kurbel-Beschlag bei. Er ist anscheinend zum Reffen gedacht. Ein Foto liefere ich nach.

Beste Grüße
Kai



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.14 18:30 von KreuzerKai.

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 11.06.14 11:40

Es existiert ein Datenblatt (evtl vom Vorbesitzer erstellt) mit folgenden Inhalten:

- Tiefgang ohne Schwert & Kiel: 25cm -
- Tiefgang ohne Schwert, mit Kiel 45cm
- mit gefiertem Schwert: 121cm
- Länge über alles 637cm
- Breite 172cm
- Freibord 40cm
- Mastlänge 760cm
- Mastlänge (Grossegeln-Vorliek): 665cm
- Besegelung:
- Großsegel: Vorliek 600cm, Achterliek 660cm, Unterliek 300cm, 9 qm
- Genua: Vorliek 520cm, Achterliek 530cm, Unterliek 334cm, 8,13qm
- Fock1: 530cm, 502cm, 149cm, 4,9 qm
- Fock2: 530cm, 497cm, 268cm, 6,6qm

Es ist nun natürlich fraglich ob:

1. Der Bleikiel nachgerüstet wurde oder original ist?
2. Das laufende Gut umgerüstet wurde?
3. Warum ein V auf dem Segel ist, obwohl das Boot einen Bleikiel hat.

Zu beachten ist auch, daß die Länge über alles von 637cm das neue Maß ist. Auch das Freibordmaß ist ein "neues" Maß. Der Vorbesitzer hat den Rumpf restauriert und hatte vor eine Art H-Jolle mit kleiner Kajüte und höherem Freibord zu bauen. Irgendwann hat er aufgegeben und das Boot verkauft.

Der Kiel ist von ihm nicht nachgerüstet worden. Der Zustand war damals schon "alt".

Beste Grüße
Kai

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: manfjacob (IP bekannt)
Datum: 11.06.14 15:09

Auf den Fotos erkennt man ein paar Sachen, die nicht typisch für J-Jollen sind:
der Radius der Kimm von J-Jollen ist i.a. kleiner, das heißt mehr gekrümmt
die Ruderpinne unter Deck (kann umgebaut worden sein)
der Mast steht i.a. auf dem Kielschwein und nicht im Koker (kann umgebaut worden sein)
Die Achterpieck ist ungewöhnlich weit eingedeckt
J-Jollen wurden i.a. mit Backstagen gebaut, aufgeschraubte Beschläge dafür könnten unter Deck oder am Balkweger zu finden sein

Gibt es im Mastbereich ein oder zwei zusätzliche Spantenpaare ?
Ist der Decksbalken im eisenern Knien am Rumpf bestestigt (Eiserne Hängekniee von 250 mm Schenkellänge bei 20 mm Breite und 8 mm bis 4 mm Dicke an jeder Seite am Mastbalken)?

Eine ganz wichtige Frage ist natürlich: Könnte der Rumpf ohne Bleikiel gebaut worden sein?

Gibt es eine Nummer, die in den Kiel graviert wurde, meist hinter dem Schwertkasten oder unten am Schwertkasten ?
Wenn ja, kann das die alte Segelnummer sein.

Kennst du alte Namen der Jolle?

Kannst du noch Fotos von der Vorpieck und der Achterpiek von innen hier einstellen?

Forschung macht Spaß!
Manfred




2 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.06.14 15:10 von manfjacob.

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 11.06.14 19:00

Ich versuche mal alles zu beantworten.

> der Radius der Kimm von J-Jollen ist i.a. kleiner,
> das heißt mehr gekrümmt
Ist so aber original.

> die Ruderpinne unter Deck (kann umgebaut worden
> sein)
Wirkt als wäre es original.

> der Mast steht i.a. auf dem Kielschwein und nicht
> im Koker (kann umgebaut worden sein)
Das tut er. Er stand und steht auf dem KS.

> Die Achterpieck ist ungewöhnlich weit eingedeckt
> J-Jollen wurden i.a. mit Backstagen gebaut,
> aufgeschraubte Beschläge dafür könnten unter Deck
> oder am Balkweger zu finden sein
Am Spiegel in den Ecken waren Löcher. Dort waren die wohl befestigt.

> Gibt es im Mastbereich ein oder zwei zusätzliche
> Spantenpaare ?
Werde ich prüfen.

> Ist der Decksbalken im eisenern Knien am Rumpf
> bestestigt (Eiserne Hängekniee von 250 mm
> Schenkellänge bei 20 mm Breite und 8 mm bis 4 mm
> Dicke an jeder Seite am Mastbalken)?
Nein. Dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Auch teile haben wir keine.

> Eine ganz wichtige Frage ist natürlich: Könnte der
> Rumpf ohne Bleikiel gebaut worden sein?
Ja. Definitiv. Der ist nur angepasst und druntergeschraubt.

> Gibt es eine Nummer, die in den Kiel graviert
> wurde, meist hinter dem Schwertkasten oder unten
> am Schwertkasten ?
> Wenn ja, kann das die alte Segelnummer sein.
Nein leider War der Schwertkasten nicht mehr erhalten. Und drum rum War alles total faul. Da war nichts zu machen

> Kennst du alte Namen der Jolle?
Der alte Name war Pietje. Weiter ist nichts bekannt.

> Kannst du noch Fotos von der Vorpieck und der
> Achterpiek von innen hier einstellen?
Das ist relativ verbaut. Ich versuche das aber bei Gelegenheit.

> Forschung macht Spaß!
Das stimmt smiling smiley


Kai




1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.14 07:03 von KreuzerKai.

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 12.06.14 11:46

Hallo,
in welcher Art ist der Bleikiel druntergeschraubt?

Wenn ein Rezess da ist, indem er eingelassen wurde, kann das so original sein.
Ist er einfach unter den Rumpf gesetzt und mit modernen Schrauben (Edelstahl, Sechskantkopf oder ähnlich) befestigt, wahrscheinlich nicht original.

Gruß,
André

V im Segel trotz Ballast? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 12.06.14 14:42

Der Kiel ist so definitiv original. Das Kielschwein ist an der Stelle ca 20 cm breit und der Kiel sitzt da direkt drunter. An der Vorderen Kante ist die Fläche zwischen KS und Ballast flach (glatt) und hinten ist sie V-förmig. Der Rumpf scheint an der vorderen Fläche extra mit einer ebenen Fläche versehen, damit der Kiel viel "Angriffsfläche" hat und gut sitzt.

Er ist mit 6 Schrauben befestigt. Die alten sind nicht mehr vorhanden. Mein Vater hat sie durch Gewindestangen ersetzt. Es sind insgesamt 6 Stangen zur Befestigung vorgesehen. Vorn und hinten eine und auf jeder Seite neben dem Schwert zwei.

Würde man den Rumpf ohne Bleikiel ansehen, hätte man eine Fläche dort wo der Kiel sitzt. Das ist ganz sicher von Anfang an so gebaut worden.

Ich werde später noch Bilder hier einstellen.

Ich bin langsam der Meinung, daß es sich nicht um eine J-Jolle handelt. Hier mal die Tatsachen:

1. Maße ähnlich einer J-Jolle

2. ein V1 auf dem Segel (für Ausgleichsjolle) - trotzdem ein Ballast drunter - anscheinend Original. Warum dann ein V?

3. Segelnummer V EINS - Warum die Nummer 1 ? Wer vergibt so eine Nummer?

4. Steueranlage / lang eingedecktes Heck - Scheint alles so original

5. Eindeckung, Spantenabstand, Länge&Breite alles nahe an der J-Jolle

Meine momentane Einschätzung:
Es scheint sich um ein Boot zu handeln das so wie es ist auch von anfang an gerissen und von Bootsbauerhand gebaut wurde. Dieser Bootsbauer hat sich an den Plänen der J-Jollen orientiert. Vielleicht aus Festigkeitsgründen. Oder auf Wunsch des Eigners.

Gründe für den Ballast könnten sein: Das Boot soll zu 2. segelbar sein. evtl auch Einhand. Familientauglich oder gut geeignet zur Ausbildung.

Gründe für die Besegelung. Die Segelnummer V1 und der Ballast wiedersprechen sich. Wieso macht man sowas? Ist das nicht "Zulassungspflichtig" gewesen? Kann man einfach eine Nummer aufs Segel machen? Ich halte es für unwarscheinlich daß die Segel gebraucht sind. Ich denke auch nicht, daß die Takelung verringert wurde. Balast und "geringere" Segelfläche (statt 22qm J-Jolle) sind wohl die Maßnahmen um das Boot zahmer zu machen.

Evtl hatte jemand Segelerfahrung auf einer J-Jolle und wollte ein etwas umgänglicheres Schiff haben.
Oder es diente zur Vorbereitung auf das J-Jollen segeln. Dagegen würde aber die Ruderanlage sprechen.

Fazit:
Das Boot ist ein Einzelstück und wurde so gebaut. Auf Wunsch einer Einzelperson. Leider kann ich das Baujahr überhauptnicht einschätzen.

Hat jemand eine Idee wie ich da noch "weiterkommen" kann?
Weitere Komentare lese ich gern smiling smiley

Gruß
Kai



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.14 15:11 von KreuzerKai.

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 12.06.14 15:22

Hallo Kai,

so wie ich das seh, muß der Ballast nicht oirginal sein.
Er ist sicher sauber drunter gebaut, bestimmt von einem Bootsbauer gemacht.
Aber ich konnte keine deutliche Verbreiterung der Auflagefläche sehen.
Die gerade Fläche in der Seitenansicht im Kiel hobelt man schnell hin.
Mehr ist von der Befestigung des Ballasts auf den Fotos leider nicht zu erkennen.
Auch der Ballast selbst fehlt auf den Fotos?

Die Segel sind schon sicher nicht original, zur Bauzeit des Bootes gab es bestimmt kein Dacron und wenn sähen die nicht so neu aus.
Zur Bauzeit des Bootes war es nicht so einfach eine Nummer aufs Segel zu machen, heute kann man das tun.
Eine Registrierung ist schließlich keine Pflicht.

Gruß,
André

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 12.06.14 15:49

Das sind leper sie einzigen Bilder die ich aus der Bauzeit habe. Jetzt ist das alles fertig und man kann da nichts mehr erkennen. Vielleicht hab ich noch Bilder auf den Laptop. Ich schau späte nach.

Aber wieso ist das Kielschwein 20 cm breit?

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 12.06.14 15:51

Noch ein paar aktuelle Bilder

Anhänge: IMG-20140612-WA0007.jpg (38kB)   IMG-20140612-WA0009.jpg (82kB)   IMG-20140612-WA0011.jpg (68kB)   IMG-20140612-WA0012.jpg (60kB)   IMG-20140612-WA0013.jpg (89kB)   IMG-20140612-WA0014.jpg (61kB)   IMG-20140612-WA0015.jpg (67kB)  
Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 13.06.14 10:51

Was mich nebenbei interessiert. Wie würdet ihr die Segeleigenschaften einschätzen?

Der Ballast hat ca 150 kg. Bremst der stark? Segelfläche mit Genua max ca 18qm.
Wird das Boot trotz Ballast kentern können?

Btw. Auf dem Boden hinter dem Schwertkasten ist eine Travelerschiene für das Großfall. Durch Zug wird der Schlitten arritiert. DAs scheint auch eine alte Konstruktion zu sein und wir haben das auch wieder eingebaut.

Gruß
Kai

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 13.06.14 13:05

Hallo Kai,

die Segeeigenschaften kann ich nicht einschätzen, aber ich kann Dir sagen, das es grundsätzlich kene kentersicheren Boote gibt.
Irgendwie kann man jede Kiste auf den Kopf drehen...

Natürlich wird das Boot recht steif segeln, aber auch bei schwachem Wind nicht so schnell sein, wie Vergleichbare ohne Ballast.

Ein 20cm breites Kielschwein hab ich nirgendwo auf den Fotos gesehen.
Das sah aus, als wenn die unteren Plankengänge in sehr flachem Winkel an den Kiel ranlaufen.

Gruß,
André


Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 13.06.14 13:31

Ich werd versuchen später noch Bilder vom Laptop hier einzustellen. Da hab ich noch welche wo die Jolle im Rohbau war.
Ich kann das mit dem Kielschwein nicht einschätzen. Das Boot wurde in Hessen von meinem Vater restauriert. Der Sache werd ich aber nochmal auf den Grund gehen.

Zum kentern. Ja klar, jedes Boot kann umfallen. Bezüglich der Jolle denke ich, daß die 150kg wie ein 3. Mann auf der hohen Kante wirken könnten.
Wir haben noch einen 7m Kimmkieler in der Familie. Der ist so konstruiert, daß er bei starker Krängung das Ruder aus dem Wasser hebt und in den Wind schießt. Dabei hat man das Gefühl, daß er selbst bei starkem Wind und viel Segelfläche am Mast niemals noch weiter kippen würde. Ich segel das Ding seit 20 Jahren und nie erlebt, daß die Mastspitze der Wasseroberfläche näher als 2 Meter kommt. Allerdings muss man auch dazusagen, daß die Wellen im Binnenrevier selten 1m erreichten. Außerdem segelt dieses Boot auch nur vor dem Wind oder Halbwindkurse. Gegenan ist .... ähm sagen wir Augenwischerei smiling smiley

Bezüglich der Jolle denke ich aber, daß sie bei ner Böe auch einfach mal auf der Seite liegt. Ich stell diese dummen Fragen eigenlich auch nur, weil ich mich so darauf freue sie bald segeln zu können :9

Kai

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 14.06.14 14:13

Hallo Kai,

2m sind aber reichlich sportlich...
Hast Du Dich da nicht verschätzt?
Kein Wunder, dass das Boot in den Wind schießt, die Wasserlinie wird stark asymmetrisch und wenn das Boot nur ein Ruder mittschiffs hat, sind Ruder und der zweite Kiel im Wasser nicht in Linie.
Das ist zwar bei manchen Kantingkielern auch der Fall, da ist es aber so vorgesehen und einberechnet.
Das bei Kursen hoch am Wind mehr Abdrift entsteht als Vorwärtsbewegung ist dann klar.

Du hast geschrieben, der Ballast sitzt direkt fest unter dem Rumpf, ohne ihn mit dem Schwert absenken zu können?
Das ist eigentlich keine fachgerechte Konstruktion und riecht geradezu nach drangebastelt...
Ballast entwickelt mit dem Hebelarm, also dem Tiefgang des Kiels seine Wirkung.
Direkt unter dem Boot ist der Hebelarm quasi gleich Null, also nur eine Bremse.

Gruß,
André

Re: V1 "Pietje" - J-Jolle? Historie? Baujahr?
geschrieben von: KreuzerKai (IP bekannt)
Datum: 14.06.14 14:27

Ja bei der Jolle sitzt der Ballast direkt unter dem Boot. 150kg. Das Schwert word durch einen Schlitz ein runtergelassen. Also sollte ich evtl darüber nachdenken ihn zu entfernen?

Bei meinem kimmkieler ist das so Tatsache. Ist sehr luvgierig. Ab einer bestimmten Neigung dreht es sich in den Wind. Umfallen kann man nicht. Das passiert natürlich nur wenn ch bei Viel Wind hoch am Wind segel und dann eine Boe einfange.






1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.14 14:36 von KreuzerKai.

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