Re: Owatrol D1 auf Eichenrumpf mit Sikafugen
geschrieben von:
Fischoer (IP bekannt)
Datum: 16.07.11 10:56
Ich besitze auch einen alten Jollenkreuzer aus Eiche (1938). Unter Wasser hatte der Vorbesitzer ebenfalls die Plankennähte ausgefräst und mit Sika verfugt. Die Hoffnung war, so ein dauerhaft dichtes Unterwasserschiff zu bekommen (das Boot lag vor dieser Behandlung 7 Jahre an Land und war entsprechend ausgetrocknet). Tatsächlich ist es so, dass die Planken auch nach 70 Jahren immer noch so stark quellen / schrumpfen, dass das Sika schon im ersten Frühjahr gerissen ist und bis zu 3 mm breite Fugen entstanden. Jetzt schmiere ich jedes Frühjahr diese Fugen mit Teer / Ettan dicht, um eine ausreichende Anfangsdichtigkeit fürs Wassern zu bekommen. Nach einer Woche ist das Boot dann auch tatsächlich dicht. Fazit: Ich würde einen Eiche-Jolli nicht mehr ausfräsen / mit Sika behandeln, sondern gleich nach Altväter Sitte mit Werg und Teer.
Über Wasser ist mein Jolli ausgeleistet. Auch hier nicht ohne Probleme: In warmen / trockenen Frühsommern gibt es ordentlich Risse (Sommerplanke). Alle unter 1 mm, aber in Summe kommt beim Segeln doch ganz gut Wasser rein. Ich bearbeite am trockensten Tag des Jahres die breitesten Fugen mit Werg / Sika und habe das Boot so über die Jahre immer dichter bekommen. Denke aber, dass das Ausleisten hier auch eher überflüssig war.
D1 benutze ich alle zwei Jahre für die Bilge. Allerdings nicht 70 mal nass in nass, sondern nur ein- bis zweimal, um das Holz wasserabweisend zu machen. Dass sich Eiche mit D1 komplett tränken lässt, halte ich für ein Gerücht. Ist aber ja auch nicht notwendig: Mit ein bisschen Leinöl / D1 / Weißöl oder was man sonst mag, hält Eiche offenbar leicht 70 Jahre und mehr.
Gruß, Björn