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Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: oledeern (IP bekannt)
Datum: 31.12.11 19:14

Hallo miteindander,

ich restauriere jetzt seit 5 Jahren eine 6 KR Yacht. Das Deck habe ich zu 80 % mit Bootsbausperrholz erneuert. die restlichen 20 % sollen in den kommenden Monaten folgen. Auf das Sperrholz soll ein Stabdeck mit Laibholz und Fußreling. Ursprünglich war ein Stabdeck aus Teak aufgebracht. Aus ökologischen Gründen wird einem von Teak-Decks abgeraten. In dem neuesten Palstek wird von einem Refit im Cockpit mit Kork berichtet.
Hat jemand Erfahrungen im Aufbau des gesamten Decks mit "Stab-Kork" sammeln können? Eure Meinung interessiert mich!


Ich wünsche allen ein erlebnisreiches Neues Jahr und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel - hochkant.

Ole Deern

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Garrett50 (IP bekannt)
Datum: 31.12.11 22:04


Moin mien Deern !

`. . . vom Teakdeck wird einem abgeraten . . . ? ´

Ich werte das mal in diesem Forum als verspäteteten Sylvester-Scherz , ordre . . ts,ts,tsss ?

Guten Rutsch !
Garrett

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: käptn chaos (IP bekannt)
Datum: 03.01.12 12:07

Hallo Ole,

zu Verwendung von Kork auf Booten kann ich keine Erfahrungswerte beisteuern. Allerdings
war das Obergeschoß meiner alten Wohnung mit Korkfußbodenbelag versehen. Bereits
nach 2 Jahren bereuten wir dies zutiefst. Das Material nutzte sich extrem schnell ab. Eine
Einkaufstüte, die in der hereinscheinenden Sonne auf dem Boden stehen geblieben war,
"klebte" am Boden leicht an. Nach Entfernung hatten wir ein hübsches Stück Kork am Tütenboden. Merke: was bereits in der Wohnung versagt soll auf einem Schiff im Außenbereich gut sein?

Grüße von Käptn Chaos

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Laithy (IP bekannt)
Datum: 04.01.12 12:58

hallo oledeern,

bereits mehrere Yachtwerften setzen Kork als Decksbelag ein. Seacork.de oder marinedeck sind da wohl das Mittel der Wahl.
Ich selbst habe jetzt angefangen und belege innen alle Laufflächen mit Kork.
1. warm
2. robust
3. schmutzabweisende
4. leicht zu verarbeiten
5. leicht zu reparieren
6. umweltfreundlicher als Teak
7. ausser den oben genannten Marken um vieles günstiger als Teak.

Allerdings macht ich innen alles mit ganz einfachem Kork der auch als Trittschalldämmung unter Laminat gelegt wird. Mal sehen wie es sich bewährt.

Im I-Net gibt es aber auch schon etliche Berichte über Korkdecks und Korkcockpits die alle sehr positiv sind.

Frohes neues Jahr

Thorsten

"so jung sehen wir uns nie wieder...."

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Tectona (IP bekannt)
Datum: 13.02.12 11:15

Moin Thorsten,
verdienst Du Dein Geld mit kork?
Etwas Besseres als Teak bibt es einfach nicht.
Auch optisch wirkt kork billig, so wie Plastikdecks.
Es gibt Dinge, die kann man nicht besser machen..
Der Holzfreak..

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Laithy (IP bekannt)
Datum: 13.02.12 13:33

Moin Tectona (was für ein Name),

nein, Geld verdiene ich mit anderen Sachen.
Teak ist nur fürs Boot gut. Ökologisch ist Teakdeck ein Desaster und sollte verboten werden.

Genauso grußlos

"so jung sehen wir uns nie wieder...."

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 08:03

Moin,
man kann sicher ander Holzarten für einen Klassiker verwenden, aber Kork, zumal als Plattenware verlegt und nicht in Leisten, ist einem Klassiker nun wirklich nicht würdig.
An ein altes Auto baut man ja auch keine Carbonspoiler...

Ein bißchen Stilbewußtsein darf es dann doch schon sein.
Oft glaub ich wir brauchen doch ein Komitee zum Schutz der Boote, das im Notfall auch enteignen darf.
Technische Veränderungen sind eine Sache, optische Veränderungen an den Booten sind einfach ein NO GO!

Gruß,
André

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 08:04

Moin,
man kann sicher ander Holzarten für einen Klassiker verwenden, aber Kork, zumal als Plattenware verlegt und nicht in Leisten, ist einem Klassiker nun wirklich nicht würdig.
An ein altes Auto baut man ja auch keine Carbonspoiler...

Ein bißchen Stilbewußtsein darf es dann doch schon sein.
Oft glaub ich wir brauchen doch ein Komitee zum Schutz der Boote, das im Notfall auch enteignen darf.
Technische Veränderungen sind eine Sache, optische Veränderungen an den Booten sind einfach ein NO GO!



Gruß,
André

V98 Seebrise
www.bauer-naval-design.de
www.v98-seebrise.de (noch nicht umgezogen)

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: henning.saale (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 09:11

Hallo,

ich habe zwar keine Ahnung (kann aber lesen) und möchte trotzdem auch noch ein paar Gedanken zum Thema beisteuern.

Grundsätzlich denke ich, dass jeder tun und lassen kann (mit/ auf seinem Boot), was er will.

Bei Kork dachte ich zuerst an dieses weiche Zeug, welches man sich in die Wohnung legen kann (wenn man will), schön weich und "kuschelig", aber meiner Meinung nach ungeeignet für ein Deck.

Nachlesen brachte mich dan etwas weiter und zwar zu der Erkenntnis, das der Kork um den es geht (z.B. Marinedeck) völlig anders ist, nämlich nicht der weiche Kork sondern eine Art "Spanplatte" und wenn die Wasserfest verleimt ist, dann ist das sicherlich auch als Decksbelag geeignet.

Und damit sind wir dann wieder bei der Grundsatzfrage "Was ist schön?", "Was darf man machen?".

Ich persönlich würde mir nie ein Stabdeck aus Spanplattenstückchen auf's Deck legen. Auf ein traditionelles Boot gehört auch ein traditionelles Deck! Also entweder das Sperrholz versiegeln (bespannen) und lackieren oder ein ordentliches Stabdeck. Es muss ja nicht umbedingt Teak sein, andere Bäume haben auch schöne Hölzer.

@ Andre: Was manchmal hilft, ist sich schlimmeres vorzustellen, dann ist das was man so schrecklich findet gar nicht mehr so schlimm...
Stell dir vor, du schlenderst durch den Hafen, freust dich, das zwischen den ganzen Joghurtbechern eine 6 KR Yacht auftaucht und dann, ein Korkdeck...
Während du über Kielholen und Enteignung des Eigners nachdenkst kommt Jessica Watson in den Hafen gesegelt, allerdings nicht mit ihrer S&S 34 sondern mit einem 50 qm Seefahrtkreuzer von A & R aus dem Jahr 1937.
(Zur Info, so lackiert Jessica Watson ihre Boote: [www.yachtfernsehen.com])

;-)




Gruß
Henning

"Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da,
es muß hinaus, hinaus auf hohe See!"



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.12 09:12 von henning.saale.

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Laithy (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 09:42

Hm,
wo bitte wurde hier geschrieben das Plattenware verlegt wird?

Zum einen verlege ich den Kork IM Schiff
zum anderen in 45 mm Streifen mit 4mm weißer Fuge.
Das Bodenbrett auf dem die Niedergangstreppe endet bekommt eine extra Umrundung, Der Rest wird in Teakdeckoptik verlegt.
Ich denke davon können sich einige Klassiker mit ihrer Baumarktauslegware eine Scheibe abschneiden.

Auf Deck ist Kork allerdings auch eine tolle Variante- um Längen besser als mit Interdeck vollgemalte Flächen oder womöglich "klassische" hochglanzlackierte Holzdecks- zumal es komplett mit Fischung und allem drum und dran verlegt werden kann ohne bleich eine Werft beauftragen zu müssen.
Das Problem ist natürlich für manche, das auch nicht sooo begüterte sich dann ein anständiges neues deck leisten können....

Und Kork ist nicht klassikerlike weil kein klassisches Bootabaumaterial?
Etwa so wie
- Bootsbausperrholz
- Edelstahlbeschläge
- Dyneema- und Vectanschoten
- Kevlarbeschläge
- diverse Instrumentenserien

soll ich die Reihe von "klassischem"Bootsbauzubehör noch weiter ausführen, die in der Regel nur dazu beitragen das alte Boot einen Viertelknoten schneller zu machen?

Also bitte...


"so jung sehen wir uns nie wieder...."



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.12 10:25 von Laithy.

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: henning.saale (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 11:09

Also, ich finde weiße Fugen ja gruselig... ;-)

Gruß
Henning

"Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da,
es muß hinaus, hinaus auf hohe See!"

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 11:17

Moin,
genau diese genannten Dinge gehören sicher nicht auf einen Klassiker, so wenig wie Kork.
Bei den Schoten würde ich ne Ausnahme zulassen, weil farbliche Unterscheidung echte Sicherheit bringen kann.
Bootsbausperrholz als Decksuntergrund ist ok und wenn man es sonst nicht sieht, z.B. im Innenausbau bei Vertäfelungen auch.
Instrumente gehören verdeckt eingebaut, wenn nicht anders zu bekommen.
Alles andere geht nicht.

Sich ein Bespiel an schlechten Vorlagen zu nehmen ist keine Kunst.

Also bitte...

Gruß,
André

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Garrett50 (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 11:31

Moin ,

die hohen Instandhaltungskosten von Klassikern rechtfertigen ohne Zweifel die Verwendung moderner Werkstoffe , Lacke , Dichtungsmaterialien , Leime einschl. Bootsbau-Sperrhölzer , usw. , solange diese richtig eingesetzt werden .

Nachgemachte `Korkdecks´gehören auf gar keinen Fall dazu und der Versuch , solche Ansichten in diesem Forum zu vertreten ist hoffentlich nur ein bedauerlicher Ausrutscher in der Winterzeit , der auf einem guten Teakdeck hätte vermieden werden können . . . !

Wir sollten gerade in diesem Forum gute handwerkliche Traditionen zu erhalten helfen .

Gruß Garrett

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Laithy (IP bekannt)
Datum: 14.02.12 13:05

Ob jemand Kork mag oder nicht - jedem das seine.
Korkdecks kann man übrigens nicht nachmachen...

Tja, und Henning: weiße Fugen findest Du auf klassischen Yachten recht oft im Innenraum. Allerdings nicht auf den Ostseejollen sondern mehr im Mittelmeerraum und dergl.
Schön anzusehen auch in einigen Bildbänden über diese Schiffe.

Und ich finde es ist auf keinen Fall nur ein Ausrutscher sondern eher zeitgemäß und im Sinne der Erhaltung dieser schwimmenden Fossilien auch mal über ökologische Aspekte nachzudenken. Sicher, als A&R oder S&S angefangen haben, da wurde nicht aus Umweltverschmutzung und ähnliches geachtet, aber umso mehr sollten wir uns unser Verantwortung nicht nur den Schiffen sondern auch der Umwelt gegenüber bewußt sein.

Ist es doch schon eine herrliche Doppelmoral wenn Instrumente "verdeckt" eingebaut werden, modernes Fallen und Schotmaterial aufgrund der farblichen Unterscheidung plötzlich opportun ist.
Wir können ja auf dem nächsten Klassikertreffen mal die Schiffe ablaufen und schauen was wir da so alles nettes "klassisches" finden.

Gab es nicht mal einen schönen Klassiker mit einem hydraulischen Cupperrigg? - sehr klassisch...
Wie sagt der Norddeutsche: Nicht Fisch nicht Fleisch! Genauso ist es heute mit den Klassikern...
Ende der Debatte - zumindest für mich.

"so jung sehen wir uns nie wieder...."

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: henning.saale (IP bekannt)
Datum: 15.02.12 07:32

Die Lösung ist wohl der "goldene Mittelweg"...

Wie Andre so schön schrieb, technische Veränderungen sind das eine (Sicherheit!), optische Veränderungen an den Booten sind schwierig, denn sie können leicht den Charakter (des Bootes) verändern.

Im übrigen war mein Kommentar zur Fugenfarbe nicht wirklich ernst gemeint. Ich dachte ";-)" wäre zur Kenntlichmachung ausreichend gewesen.

Gruß
Henning

"Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da,
es muß hinaus, hinaus auf hohe See!"

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 15.02.12 08:46

Moin,
nochmal: Sich an schlechten Vorlagen von verpfuschten Booten ein Beispiel zu nehmen ist keine Kunst.
Auch die Endeavour erscheint in tausend Büchern und macht als schlechte Vorlage keine Ausnahme.
Weiße Fugen sind definitiv eine Erfindung der 60er/70er, wenn das Boot aus der Zeit ist, mag das Ok sein.
Dennoch hat niemand in der Zeit Kork verlegt, weder innen noch außen.
Alternative wären z.B. für den Innenbereich Oregon, Red Cedar, Pitch Pine oder für außen thermisch behandelte Esche, wird gerade als Teakersatzmaterial von einer großen Werft im Bremer Raum mit Erfolg erprobt.
Das thermische Verfahren ist aber wohl sehr speziell und noch geheim.
Sieht aber genau aus wie Teak und ist ebenso haltbar.

Gruß,
André

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: aaasegler (IP bekannt)
Datum: 25.03.12 19:27

Bootswerft Boris Staeves in Lübeck hat reichlich Korkdecks verlegt. Unter anderen vor 4 Jahren auf einer 52" Dübbel und Jesse. Sieht heute noch wie neu aus.

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: Garrett50 (IP bekannt)
Datum: 25.03.12 19:38

Moin ´aaasegeler ´

ich kann mich nicht erinnern , bei Herrn Staeves je einen Korkbelag auf einem Holzschiff gesehen zu haben - bestenfalls auf einem GFK-Kahn .
Wenn man bei Dübbel und Jesse auf einen Aluminiumbau einen Korbbelag verlegt , dann mag das aus Kostengründen ( beinahe ) verzeihlich sein , doch das war hier nicht der Ansatz !

Mfg Garrett

P.S.: Es wäre nett , wenn Du zukünftig deinen Beitrag mit einem Gruß abschließt . . .

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: aaasegler (IP bekannt)
Datum: 26.03.12 14:29

Moin,moin Garret50....
Außer Holz scheint ´vor Deinen Augen kein ander Werkstoff bestand zu Haben.(GFK Kahn) Schade.
Auf der D&J wurde Kork nicht aus Kostengründen, sondern aus Umweltgründen verlegt.
Im Übrigen kein bedarf an weiterem Austausch.
Gruß aus Lübeck.....

Re: Korkdeck statt Teakdeck
geschrieben von: fg-1064 (IP bekannt)
Datum: 26.03.12 15:13

Moin zusammen,

als Segler sollten wir uns schon Gedanken darüber machen, ob nicht aus Umweltschutzgründen das eine oder andere Mal auf Tropenholz verzichtet werden könnte... denn es gibt nunmal kein zertifiziertes Tropenholz.

Interessantes darüber hatte ausgerechnet die größte deutsche Seglerzeitung zu berichten:

[www.yacht.de]

Fazit: wenn man will, gibt es definitiv Alternativen.

Grüße!
Jan

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