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unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 08.04.15 22:15

Hallo zusammen,

wie in einem meiner vorherigen Beiträge beschrieben hatte ich letzte Saison einen zeitweisen Wassereintritt im Bereich der Kielbolzen, an den Bodenwrangen.
Daher habe ich die Kielbolzen nun rundum mit Epoxy vergossen und stehe kurz vor dem Einbau neuer Bodenwrangen.

Beim heutigen Entlacken des Totholzes machte ich dann eine neue unschöne Entdeckung.

Teilbereiche des Totholzes zeigen eine dunklere Farbe als andere Teilbereiche. Zudem sind diese sehr sehr feucht. Ich konnte hier teils eine Holzfeuchte von über 30% messen.

Seltsamer Weise, siehe Photos, sind einzelne Leisten des Totholzes dunkel und feucht, während direkt angrenzende deutlich trockener bzw ganz trocken sind. 15% Holzfeuchte

Es scheint, als sei Feuchtigkeit regelrecht die Planke ( Balken) des Torholzes entlang gekrochen.
Eine dieser Planken/ Balken liegt direkt im Sockelbereich der Bilge, der andere deutlich über dem Bilgensockel weiter oben. das Ganze scheint auch nur einseitig der Fall zu sein.

Die Feuchtigkeit scheint oben, Richtung Bug irgendwo zu beginnen...
Eigenartig ist auch, das im Bereich der Kielspitze vorn ein kleiner Teilbereich auch nass ist...

Es scheint also, das die Feuchtigkeit des letzten Segelsommers noch unter dem Lack im Totholz steckt. Das Boot stand den Winter über absolut trocken.

Nun frage ich mich woher kann das Wasser kommen?

Mögliche Thesen/ Fragen die ich hätte wären folgende:

1.
Kann die Feuchtigkeit seitlich durch das Antifouling und die Primerschichten eingedrungen sein?
ggf habe ich beim Primern was falsch gemacht letztes Jahr?

2.
Kann die Feuchte von Oben durch stehendes Wasser in der Blige in den Bilgensockel eindringen und sich dann im gesamten Balken / Totholz verteilen? ( ich hatte in der Blige immer eine geringe Menge Wasser stehen...)

3.
Vor 2 Jahren wurde die erste Kielplanke auf beiden Seiten erneuert, da diese keine richtige Haftung mehr zum Kielbalken hatte. Hier war eine Saison Wasser eingedrungen und hatte sich den Weg ins innere gesucht. Ggf könnte das Wasser von dort ja auch nach unten ins Totholz gezogen sein? Jedoch ist der Schaden seit zwei Saisons erfolgreich behoben.
Allerdings frage ich mich wie das Wasser dann sehr genau einen Balken im Kielholz entlangkriecht und darüber liegende Balken trocken sein können...?

Hat jemand ggf eine andere Erklärung?


Grüsse Chris


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Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 07:03

das holz ist nadelholz? - dann kann die ursache pilzbefall sein. vermutlich ist das nasse holz dann faserig und weich. wenn dem so ist hilft nur austausch. pilze verhalten sich "hygroskopisch" und ziehen das wasser wie in einer wasserleitung durch das befallene holz. duch den lack kann das ganze auch über einen längeren zeitraum nicht richtig abtrocknen. selbst wenn, sobald wieder neues wasser an das befallene holz kommt geht's von vorne los.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.04.15 07:09 von potemkin.

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 09:44

Hallo,

Vielen dank für die Analyse, also das Holz macht noch einen sehr festen Eindruck, eben nur sehr feucht. Wie könnte ich denn herausfinden ob es ein Pilz ist?
Und wie kann der denn plötzlich dort auftauchen?

Und selbst wenn es ein Pilz sein sollte stellt sich ja die frage woher das Wasser gekommen ist?

Grüße Chris

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 10:26

oh, das war keine analyse, das ist nur eine möglichkeit. abklären kann man das nur vor ort, nicht anhand von fotos. die verfärbung könnte aber darauf hindeuten. du hast selbst geschrieben, daß wasser in der bilge stand, das wäre eine erklärung. kein anstrich ist so dicht, daß er (arbeitendes) holz 100%ig abdichten kann. pilzsporen sind überall, und wenn die bedingungen "günstig" sind, dann entwickelt sich so ein pilz. sollte es bläue sein, so bleibt das holz fest, dieser pilz ist nicht holzerstörend, aber er zieht wasser an und hält es. er befällt aber in erster linie nadelsplintholz. in folge von dadurch auftretender langzeit-nässe schaft er aber für andere, holzzerstörende pilze die lebensgrundlage.

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 11:29

Hallo Chris,

das kann daran liegen, das die feuchten Planken mit der Hirnholzkante in Wuchsrichtung eingebaut wurden,
die trockenen gegen die Wuchsrichtung.
Nach Pilzbefall sieht das jedenfalls nicht aus, ganz normal feuchtes Holz.
Die Feuchtigkeit hält sich unter Farbe und in dickem bzw. aufgedoppeltem Holz sehr gut.
Natürlich kann die Feuchtigkeit von oben durch die Bilge gekommen sein, sieht aber auch eher nicht danach aus, sonst wären alle Teile fast gleichmäßig feucht.

Ich würde es trocknen lassen und dabei zusehen, das sie nicht reißen oder sich verwerfen.
Auf Holz mit 30% Feuchte hält sowieso keine Farbe und schnelles Übermalen garantiert die nächste Baustelle, wenn das Holz anfängt zu faulen.
Noch scheint es ja gesund zu sein und nur wenig schwarz.

Gruß,
André

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 21:35

Moin Chris,
Ich sehe das so wie André, und glaube du brauchst keine allzu große Angst haben.
Im Anhang ein Bild von einem Bereich in unserem Folke wo ich in diesem Jahr das Bleimenninge und den weißen Lack abgezogen habe. Unser Folke hatte sehr undichte Landungen und war innen viel zu feucht. Im letzten Winter hatte ich den Lack im Vorschiff abgezogen weil dort selbiger abplatzte und das Holz dort auch sehr feucht und verfärbt war. Selbiges war im Deckenbereich um das vordere Luk passiert. Ich hatte diese Bereiche nur mit D1 behandelt. Das Holz ist nun gut getrocknet und wieder richtig fest. Durch unsere Reparatur an den Landungen war in der letzten Saison von innen kein Tropfen Wasser an den Planken zu sehen. Aber der im z.B. Im Bild zu sehende Bereich war unter dem Lack immernoch sehr feucht und weich. Nach ca. 2Wochen war alles abgetrocknet und wieder fest.
Das ist der Grund warum ich in Zukunft innen im UW Bereich nurnoch ölen werde.

Gruß Detlef



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.04.15 21:50 von Dedel.

Anhänge: image.jpg (273kB)  
Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 22:01

Hallo zusammen,

Danke für die Antworten die bei mir nun folgende fragen aufwerfen.

Woher könnte die Feuchtigkeit kommen? Was haltet ihr in diesem Zusammenhang von meinen Thesen weiter oben?

Hier kommt zudem noch eine weitere hinzu:

Ich stellte heute fest das das totholz im Bereich der kielbolzen besonders nass ist.
Könnte das Wasser irgendwie zwischen eisenbalast und totholz gelangen, dann durch die kielbolzenloecher nach oben steigen und seitlich ins totholz drücken?
Ich möchte dazu erwähnen das ich oben an den bodenwrangen ja auch wassereintritt hatte in sofern steht fest das zumindest geringe Mengen in den bolzenkanaehlen eingetreten sind.
Ob dies aber zu so einer großflächigen feuchte im totholz führen kann??
Vor allem sitzt der eisenbalast nahtlos am totholz, hier sind keine offenen fügen sichtbar?

Oder könnte wie in meiner ersten Mail beschrieben auch seitlich Wasser durch den Anstrich primer eingetreten sein?

Klar ist, ich lasse dies nun trocknen.
Ich würde das dann mit pilzhemmender Flüssigkeit lackieren und 5 Schichten Primern dann direkt antifouling drauf, ist das korrekt?

Wichtig scheint mir nun aber zunächst die Ursache zu finden.

Für eure Hilfe wäre ich dankbar.

Grüße Chris

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 22:23

Hallo Chris,
Im Bild 4920 ist im oberen Drittel eine Dichtungsmasse mit Löchern zu sehen. Wie ist der Bereich denn innen beschichtet? Könnte sich dort über einen längeren Zeitraum Wasser im Holz angesammelt haben ohne im Winter wieder heraus zu können?
Woher weist du das sich kein Spalt bildet zw. Ballast und und Kielplanke? Wenn das Bootsgewicht drauf steht ist dort sicherlich kein Spalt. Wie sieht das aus wenn der Ballast nach unten zieht im Wasser? Bist du mal getaucht im Klaren Wasser?
Du schreibst das die kielbolzenlöcher ausgegossen wurden. Waren die Bolzen selbst noch gut?
Bei unserer Lill konnte ich den Schaden im vorderen Kielbereich mit einer Taucherbrille im klaren Wasser von Schleimünde erahnen.

Gruß
Detlef

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 09.04.15 22:35

Anbei noch noch ein Bild vom vordern Kielbereich beim Kranen. Der Vordere Gurt war rechtsausserhalb des Bildes. Das konnte ich auch schon so beim tauchen erahnen.
Gruß
Detlef



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.04.15 22:39 von Dedel.

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Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 10.04.15 10:34

Hallo Detlef,

danke erst mal, zu Deinen Anmerkungen folgendes:

Unser Schiff ein Neptun Kreuzer besitzt keinen S- Spannt.
Der Kiel/ das Totholz ist unter den Kielbalken gebolzt der fast in einem Stück vom Bug bis zum Heck durchläuft. das bedeutet, das Totholz ist bis auf den sehr kleinen Bilgenbereich massiv und von Innen daher nicht hohl, siehe Bild.

Der Eisenkiel sitzt auch im Wasser völlig straff am Totholz hier ist ganz keinerlei Spalt zu erkennen
Die Dichtmasse macht einen perfekten Zustand, siehe Bild 2814 unten im Anhang.

Die im vorherigen Bild löchrige Dichtmasse ist Epoxy, hier hat wohl jemand mal mit Epoxy verfugt oder verklebt...

Ich hatte im Totholz etliche Risse die ich im letzten Winter mit Dichtmasse verfugt habe siehe Bilder.
Ich vermute das dies nicht erfolgreich war und das Wasser ggf durch diese Risse/ Dichtmasse ins Holz eingedrungen ist?
Allerdings machen diese Fugen noch einen perfekten Eindruck, ich kann mir nur vorstellen das die Flankenhaftung irgendwie nicht ausreicht...

Was die Bolzen betrifft, die sind aus VA und 1A

Grüsse chris





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Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 10.04.15 17:46

Hallo Chris,
ich kenne diese Konstruktion tatsächlich nicht, aber danke für die Bilder, so verstehe ich die Konstruktion besser. Diese Bilge läuft aber erst voll wenn das Wasser über der Kielplanke steht, oder? Von Aussen sieht man ja den Ablassproppen, demnach ist der Bilgebereich ja doch nicht so klein!. Kann man da unten überhaupt irgendwas sehen? Stelle mir das sehr schwer vor.
Der Riss verläuft ja genau im Bereich des Bilgebodens wenn ich das richtig sehe. Ist das Schwarze im Riss flexibel (P-Bond, MS etc.) oder hartes Epoxi?
Eine Erklärung Deines Problems für mich wäre noch das im Totholz zuviel Wasser ist (durch die Bilge ins Totholz gedrungen), welches im Winter nicht ausreichend entweichen kann und dadurch evtl. Frostschäden im Totholz entstehen können.

Gruß
Detlef

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 10.04.15 22:02

Moin,
ich denke das Chris da auf jeden Fall was tun muss.
30% Holzfeuchte sind weit über der Fäulnisgrenze, die bei 20% liegt.
Wie schnell es wirklich beginnt zu faulen weiß man nie, aber darauf warten
und sich wesentlich größere und teurere Baustellen einhandeln ist ja auch nicht der cleverste Weg.
Und schwarz ist es ja schon, was bei 30% auch nicht wundert selbst wenn das Meßgerät vielleicht ungenau war.
Wo das Wasser nun herkommt, ist anhand von Fotos schwer zu sagen bzw. unmöglich.
Ich würde mir einen Bootsbauer oder Gutachter holen, wenn ich es nicht selbst feststellen kann.

Meine Vorgehensweise wäre:
- Den gesamten Bereich außen richtig abziehen bis auf's Holz
- Auch innen alles ausbauen, was einer Trocknung im Weg ist
- Notfalls auch innen Bereiche abziehen
- kontrolliert trocknen lassen, bei schneller Trocknung reißt das Holz (nicht die Fugen, sondern das Holz wie auf dem Foto)
- alle Fugen prüfen und gebenenfalls ausleisten und kleben oder neu versiegeln
- neuer Farbaufbau

Der Riß auf dem Foto kommt eventuell schon genau da her, das Holz ist sehr naß gewesen, im Winter stark aufgetrocknet.
Bei meiner Kielsohle war es das Gleiche, da stand auch ewig lange Wasser drin, weil niemand mehr danach geguckt hat.
Kaum in der Halle, reißt sie der Länge nach auf...
Also, langsam trocknen!! Kontrolliert befeuchten, messen, befeuchten, messen...
Wahrscheinlich ist keine gute Idee, die Farbe komplett runter zu nehmen bevor das Holz trocken ist.
Die Farbe verhindert schnelles austrocknen, ich würde aber immer noch mit der Gartenspritze durchgehen bzw. feuchte Jutesäcke auslegen.
Und messen, messen, messen damit man die richtige Dosis Feuchtigkeit findet.

Oder gleich austauschen...

Gruß,
André

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 11.04.15 20:09

Hallo zusammen,

Meine heutige Analyse hat ergeben das sich bei der Trocknung natürlich bereits neue Risse bilden, schade.
Die fugenmasse in den bereits bestehenden Rissen ist größtenteils sika das ich letztes Jahr dort rein gedrückt habe, macht eigentlich einen guten Eindruck.
Einige alte Risse sind vom Vorbesitzer mit epoxy verfügt worden.

Sollte ich die Risse im totholz besser mit sika, oder epoxy ausfüllen?
Hierbei meine ich ausdrücklich nicht die fugen zwischen den Balken des totholzes sondern die Risse innerhalb eines Balkens.

Die Fuge zwischen Ballast und totholz habe ich heute nochmals geprüft und einmal an einer stelle aufgemacht.
hier ist eine Wurst sika in eine fase zwischen totholz und Balast gedrückt worden. Das sieht alles sehr sauber aus, allerdings ist es auch darunter nass.
Ggf dringt halt doch irgendwo Wasser zwischen Ballast und totholz ein, eine andere Erklärung habe ich fast nicht. Insgesamt ist das Holz aber fest, nicht faul...

Die Bilge ist bei mir nur 40mm breit man kommt dort also nur mit Werkzeugen rein.
Ich kann mir nicht vorstellen das die 2 glaeschen Wasser die da max drin standen das totholz dermaßen flaechig naessen..?

Sicherheitshalber werde ich die Bilge innen nochmals mit bilgenfarbe streichen und abdichten.

Nach dem trocknen werde ich außen wieder alles lackieren und dann erst mal die saison Segeln.
Im nächsten Herbst werde ich wieder Teilbereiche abschleifen und mal nachsehen wie nass das totholz ist.
Sollte es wieder nass sein mache ich die gesamte Fuge Ballast/ totholz neu.

Noch eine frage zum korrekten lackaufbau auf dem rohen holz.
Erst mehrfach primer und dann antifouling oder kommt da auf den primer erst noch Lack drauf?

Grüße chris

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: danebrog (IP bekannt)
Datum: 11.04.15 21:12

Hallo, Chris

In Bezug auf den Deinen letzten Absatz wäre mein Erste-Hilfe-Tipp, vorab schon mal unter der Rubrik "Restaurierung" auf unserer FKY-Homepage nachzusehen. Dann weiter zu -> "Tipps zur laufenden Pflege" und hier => Yachtlackierungen. Und ganz zum Schluß noch => Anstrichmittel.

Wenn Du im nächsten Winter aber sowieso alles wieder vom UWbereich runterholen willst, würde ich den Aufwand in Bezug auf Holzschutz, Zeit und Geld auf ein verträgliches Minimum beschränken.

Und Antifouling sollte man, wenn überhaupt, wegen der Giftigkeit in jedem Fall nass abschleifen! Ich habe im letzten Jahr mein UWschiff mit "Yachtstrip" freigelegt. Das funktioniert eigentlich ganz gut, wenn man sich an die Anleitung hält (!!). Super ist, dass man die ganze abgelöste Masse gut auf Malerfolie auffangen und anschließend sachgerecht entsorgen kann!

Grüße
Danebrog


Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 12.04.15 13:30

Moin Chris,

auf den Primer kommt kein Lack, sondern direkt Antifouling.
Denke auch, das zwei Glas Wasser in der Bilge nicht solche Auswirkungen haben.
Wenn es allerdings ständig 2 Glas sind, weil die Bilgepumpe nicht tiefer abpumpt und neues Wasser durch undichte Plankenfugen nachkommt...
Selbst dann halte ich eine Holzfeuchte von 30% auf die Weise für unwahrscheinlich.
Aber Wasser kommt ja auch durch intakte Farbe ins Holz, keine Farbe ist 100% wasserdicht.
Im Gegenteil, die meisten 1K Farben sind atmungsaktiv, heißt sie lassen Wasser rein und raus.
Und es muß nur eine Fuge aufgehen, schon kommt mehr Wasser rein als ausdiffundieren kann.
Zumal der Wasserdruck von außen ja höher ist als der Luftdruck von innen.
1m Wassertiefe sind 0,1 Bar Druck, das ist nicht wenig.

Ob man die Risse mit Epoxy oder mit Fugenmasse dicht macht, ist eine Frage die jeder selbst beantworten muß.
Bei stark arbeitendem Nadelholz könnte Fugenmasse besser sein, aber ich halte Ausleisten für die beste Variante.
Auf die Weise kommt nicht zuviel Material mit völlig anderen Eigenschaften als das Holz ins Boot.

Nochmal zur Feuchtigkeit und Farbhaftung:
Über 20% Feuchte geht keine Farbe eine dauerhafte Verbindung mit Holz ein, auch Epoxy hat da Probleme.
Und das Holz sollte zu Ende der Saison max. 20% haben, nicht schon zu Beginn.
Je nach Holzart variieren die 20% auch noch etwas, gelten aber als Obergrenze.

Gruß,
André

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 13.04.15 22:28

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hinweise.

Ich habe nun nochmals die Ursachen des Wassers zu erforschen versucht.
Dabei viel mir auf das ich am Wasseraustritt innen an den Kielbolzen Rostspuren sehen konnte und das, obwohl die Bolzen alle aus VA sind.
Ich nehme daher nun an das Wasser vom Eisenkiel aus in die Bolzenkanäle und über diese ins Totholz eingedrungen ist. Zudem eben auch in Richtung Bodenrangen und ins Innere.

Als ich die Naht zwischen Eisen und Totholz nun mal an einer Stelle öffnete, siehe Bilder Anhang kam auch hier Feuchtigkeit zum Vorschein.
Obwohl die Naht perfekt aussieht, siehe Photos muss das Wasser ja irgendwo her kommen.

Ich sehe folgende Möglichkeiten:

A- Naht zwischen Eisen und Torholz undicht
B- Muttern/ Bolzenaustritt im Eisen undicht
C- Totholz Risse

Nun werde ich die hat rundum öffnen und alles trocknen denke ich.
Dann habe ich diese Ursache auch ausgeschlossen.


Und, bisher war die Naht mit Sika versiegelt, womit würdet ihr empfehlen den Eisenkiel zum Torholz hin abzudichten.
Das Sika scheint ja so abzudichten das die Feuchtigkeit auch im Winter nicht austrocknen konnte vielleicht gibt es hier ja etwas besseres?

Was denkt Ihr darüber?

Grüsse Chris


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Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 13.04.15 23:36

Hallo Chris,
Fugenmasse als Nahtversiegelung ist wohl ziemlich alternativlos, es sei denn Du legst traditionell Teerfilz zwischen Kiel und Kielsohle.
Fugenmasse löst sich natürlich ab wenn der Kiel rostet, was auch eine Undichtigkeit sein kann.

Hört sich für mich nach Ballastdemontage an, Bolzen und Ballast säubern, sandstrahlen?, neu ganzflächig verkleben, Fuge versiegeln, Bolzen mit Fugenmasse einsetzen.
Und alles mit trockenem Holz, dann bleibt das auch lange dicht.
Wurde das Sika schon auf nasssem Holz aufgebracht, hält es auch nicht.

So wie ich den Fall verstehe, bleibt nur die Möglichkeit, alles neu zu machen.
Es gibt zu viele Fehlerquellen.

Gruß,
André

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 15.04.15 09:07

Hallo Andre´,

danke Dir nochmals, also klar wäre es am besten den Kiel abzunehmen.
Nur traue ich mir das erstens nicht zu, zweitens will ich den Aufwand nun vor der Saison nicht mehr treiben.
Ich denke ich werde die Naht öffnen, alles reinigen, austrocknen lassen und dann nach Vorbehandlung des Eisens und Totholzens neu mit Sika versiegeln.
Somit hätte ich diese Stelle des Wassereinbruchs dann ja auch weg.
Bleibt dann ja nur doch die Risse im Totholz, oder die Bolzenenden/ Muttern irgendwo im Eisen an denen Wasser eindringen könnte.
Nächsten Winter öffne ich die Naht dann nochmals und sehe nach ob wieder feuchtigkeit da ist.

Grüsse chris


Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: Finnchen (IP bekannt)
Datum: 27.07.18 16:41

Hallo,

ich muss mal den Trööt aus der Versenkung holen.

Mich würde interessieren wie es weiter ging.

@Chris
wie ging es weiter nach der "provisorischen" Sanierung ?
Hast Du das Boot noch?

Grüsse Finnchen

Re: unerklärlich feuchtes Totholz
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 05.09.18 22:30

Hallo finnchen,

Danke der Nachfrage, ja habe das boot noch.
Ich habe das Totholz komplett entlackt und die Naht
Zwischen Totholz und Eisenkiel von Dichtmasse befreit.

Dann habe ich alles gründlich trocken lassen.

Einzelne Risse im Totholz habe ich durch ausfräsen und einleimen
Von holzleisten ausgebessert.
So hatte ich wieder einen homogenen und rissfreien Totholzbereich.

Zusätzlich habe ich das Ruder ausgebaut und den achtersteven
Komplett erneuert.

somit gab es am kiel keine stellen mehr die nicht wieder in einem
Einwandfreien Zustand waren.

Anschließend habe ich alles mit IMP vorbehandelt und dann mehrfach geprimert.
abschließend dann mit Sika die Naht wieder verschlossén.

Im Folgewinter habe ich dann eine Stelle wieder frei geschliffen um mir das Holz
Anzusehen.
Es war im weitesten Sinne trocken, in sofern war die arbeit wohl erfolgreich.

grüsse chris



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