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Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 11.11.15 22:47



Hallo zusammen,

ich habe heute einige Fragen zum Austausch von Planken.

Es handelt sich um einen Neptunkreuzer Baujahr 67
Der Rumpf ist aus Mahagoni auf Eiche.
Die Planken sind 12mm dick.

Im letzten Winter stellte ich fest, das auf beiden Seiten des Kielbalkens wohl mindestens je eine, besser aber 2 Planken im Unterwasserbereich ausgetauscht werden müssten, siehe Bilder anbei. (2,3,4)

Entlang des Kiels, also auf ca. 1,5-2m Länge zeigen sich in den Übergängen zwischen einigen Planken in Teilbereichen deutlich weiche Stellen die sich mit dem Schraubenzieher eindrücken ließen. ( siehe Bilder...2,3,4)
Daher war für mich nun klar, das hier wohl ein Austausch von Planken, zumindest wohl in den Teilbereichen stattfinden muss.

Ich habe die Stellen im letzten Winter dann notdürftig repariert um zumindest diese Saison noch sicher segeln zu können, indem ich einzelne Stellen von ca. 10cm herausgeschnitten habe und durch kleine Brettchen die ich mittels Epoxi verklebt habe ausgetauscht habe. Zudem habe ich von innen einige Stellen geflickt. (Siehe Bild 9,10,12,13)

In diesem Winter will ich das Thema nun fundiert und richtig angehen.
Jetzt stellen sich für mich folgende Fragen, ggf kann mir ja jemand einige Tipps geben?

Zur Vorgeschichte ist es ggf wichtig folgendes zu wissen:

Vor 2 Jahren habe ich in einer Bodenseewerft beide Kielplanken erneuern lassen und in der Sponung neu einsetzen lassen.

Dazu hat die Werft jeweils die 1 Planke mit der Kreissäge „mittig“ durchgesägt und dann eine neue Planke zwischen der Sägestelle und Sponung mit Epoxi eingeleimt, (siehe Bild Nr. 17 anbei.)

Der Schnitt wurde hier leider neben der Spante gemacht, was ich hinsichtlich des Stabilitätsverlustes für höchst fraglich halte, aber das ist ein anderes Thema....

Fragen:

1.
Ich nehme an, das ich den Tausch am besten im Frühjahr nach dem Trocknen ausführe oder?


2.
Wenn ich eine oder 2 alte Planken vorsichtig heraus nehme dann werden sich an den Stößen/ Übergängen zur nächsten Planken nicht immer super saubere Übergänge ergeben, es könnte hier Unebenheiten geben, weil teils bereits mit Epoxy ausgebessert wurde, was mache ich da? Siehe Bilder und Skizze Bild 4 Anlage.

Daher habe ich überlegt so wie es auch die Werft gemacht hat nicht die alte Planke am Stoß zur neuen heraus zu nehmen, sondern durch einen Sägeschnitt in einer intakten angrenzenden Planke eine neue saubere Kante zu schaffen, an der ich dann eine neue Planke anlegen kann.

Dabei ergibt sich aber das Problem das ich bei einem Teilaustausch einer Planke auf nur 2m Länge, den ich bevorzuge , also nicht auf gesamter länge einen Versatz im Stoß erhalte, siehe Markierung Bild 14+18.
Ist dies hinsichtlich dem Quellverhalten ein Problem oder wäre dies so machbar?

3.
Ich bin nicht sicher ob das Boot generell verleimt ist oder nicht, siehe Forumseintrag zuvor, sollte ich die neue eingesetzten Planken dann mit den alten, möglicher Weise nicht verleimten mit Epoxi verkleben, oder sollte ich diese nur Stoß an Stoß setzen also ohne zu verkleben?

4.
Muss ich neue Planken beim Ansatz an eine neu gesägte kante in einem bestimmten Winkel einsetzen oder kann ich die Planke 90° ansetzen, siehe Skizze Bild 19

5.
Sollte ich nur mit Epoxy verkleben wenn mein Boot generell verleimt ist/ war oder auch wenn die Planken bisher nicht verleimt sind? ( Die Werft hatte die neue Planke mit Epoxi verleimt...)

6.
Wie genau muss ich arbeiten, ist es korrekt, das ich weniger „genau“ arbeiten muss wenn ich die Flanken/ Nähte der Planken mit Epoxy verleime?

7.
Muss ich eine Planke auf der gesamten Länge/ Bug bis Heck austauschen, oder kann ich auch Stücke von 30 cm oder 1-2m einsetzen indem ich die Planke schäfte und dort anleime?

8.
Reicht es wenn ich die Planken vorsichtig heraustrenne und als Maß nehme ,oder muss ich Maße und Form der Planken anders abmessen ( ich habe den Bereich im Buch „ Holzboote Renovieren und Instandhalten“ von Larsson gelesen und finde das auf seite 169 sehr kompliziert....


9.
Wo bekomme ich das richtige Holz zum Austausch am besten her und was muss ich ggf beachten also 12mm starkes Mahagoni? Wie lange gelagert, wie feucht welches Holz genau?

10.
Wie muss die Maserung innerhalb der Planken verlaufen?


Für Eure Hinweise wäre ich ausgesprochen dankbar.

Grüsse Chris

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Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: hermann.l (IP bekannt)
Datum: 14.11.15 00:19

Moin Chris.
Auch wenn du nicht zu beneiden bist, das ist eine lösbare Aufgabe.
Auch ich habe schon vor vielen Jahren bei der Planken Erneuerung
"neben" den alte Fugen gesägt für eine glatte Kante. Auch schräg
wie in deiner Skizze. Du klebst offenbar mit Epoxy , dennoch
solltest du so genau wie möglich sägen/hobeln . Leider ist die schmale
Planke an der Kielsponung m.E. sehr unfachmännisch ausgeführt ,
von der Werft. Ich hoffe , die Verklebung ist wenigstens 100% , dass
es zu keiner Schwächung/Ablösung kommt. Die Plankenstöße sollten
gelascht werden. Ich habe die allerdings bis auf ganz wenige Ausnahmen,
alle Planken Schnitte 90 grad exakt am Spant gemacht. Dann durch
partielle Spantdopplung die neuen Planken verschraubt. Allerdings ist
nichts verklebt , sondern Kalfatert und ausgespritzt. Vor vielen Jahren
mehr als 40 Planken plus Heckspiegel. Es war deshalb für mich einfacher ,
weil ich Planke an Planke gebaut habe , wenngleich entsprechend
verzahnt .
Allzugroße Sorgen solltest du dir nicht machen. Die Planken Hölzer
u.a. bei Behnen oder Georgius.... als Wagenschott Schnitt .Nicht
Knochen trocken , Ich habe die Planken in der Winterhalle gelagert
und so verarbeitet. Da ich üW weiß lackiert Habe , spielte die Holzfarbe
keine Rolle. Habs in meiner Nähe im Holzhandel gekauft.
Du musst eigentlich Mahagoni Proben lackieren und dann entscheiden.
Es melden sich bestimmt noch Holz Werft Experten.
Gruß Hermann

Wollte Bilder anhängen. Geht nicht. Zu viele Pixel. Kriege immer eine
Fehlermeldung.

Nachtrag :
Chris , wegen des besonders schönen Aussehens deines Bootes solltest
du dich "dennoch" mit einer Holzboot Werft in Verbindung setzen.
Es wäre nämlich schade , wenn es nicht 100 % ig wird.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.15 08:59 von hermann.l.

Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 16.11.15 19:33

Hallo Hermann,

danke für Deine Hinweise, ja also was die Werft da gemacht hat finde ich heute, wo ich mehr Kenntnisse habe auch sehr Fragwürdig.
Bekannte und namhafte Holzbootwerft am Bodensee....!!!

Für mich stellt sich insbesondere eben die Frage kann/sollte ich die weiteren Planken verkleben oder eben nicht...?
ich denke das ich auf bb diesen Winter 2 Planken tauschen werde und die eben auf ca. 2-3m Länge aber nicht bis in den Bug.
Alles nur uW daher ist die Holzfarbe auch bei mir egal...

Für mich sind nun natürlich noch weitere konkrete Antworten auf meine Fragen interessant, vielleicht bekomme ich hier ja noch ein paar Antworten....

Grüsse chris

Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 16.11.15 22:06

Hallo Chris,

versuche hier noch ein paar Antworten zu geben, obwoh Deine Fragen sehr umfangreich sind und man ein Buch dazu schreiben könnte.
Darum hier auch noch mal der Hinweis auf den Larsson, aufmerksam lesen hilft da echt weiter.

> Vor 2 Jahren habe ich in einer Bodenseewerft beide
> Kielplanken erneuern lassen und in der Sponung neu
> einsetzen lassen.
Vor 2 Jahren? Wenn die Planken jetzt schon wieder durch sind, ist das ein eindeutiger Garantiefall. Ob man den auch jetzt noch durchsetzen kann, müßte ein Anwalt beantworten.
Ich sehe da aber ne Chance, da der Pfusch der Werft ja offensichtlich ist.

> 1.
> Ich nehme an, das ich den Tausch am besten im
> Frühjahr nach dem Trocknen ausführe oder?
Kommt drauf an, ob das Holz sehr feucht ist oder nicht. Wenn es sehr feucht ist und Du leimen willst, müssen die angrenzenden Holzteile zum Leimtermin trocken genug sein.
Hieße, jetzt die Stellen öffnen, alte Planken eventuell entfernen und kontroliert trocknen, also eventuell oberflächlich befeuchten damit keine Trocknungsrisse auftreten.
Risse resultieren aus Spannungen im Holz und die wieder z.B. aus ungleichmäßiger Trocknung.

> 2.
> Wenn ich eine oder 2 alte Planken vorsichtig
> heraus nehme dann werden sich an den Stößen/
> Übergängen zur nächsten Planken nicht immer super
> saubere Übergänge ergeben, es könnte hier
> Unebenheiten geben, weil teils bereits mit Epoxy
> ausgebessert wurde, was mache ich da? Siehe Bilder
> und Skizze Bild 4 Anlage.

> Daher habe ich überlegt so wie es auch die Werft
> gemacht hat nicht die alte Planke am Stoß zur
> neuen heraus zu nehmen, sondern durch einen
> Sägeschnitt in einer intakten angrenzenden Planke
> eine neue saubere Kante zu schaffen, an der ich
> dann eine neue Planke anlegen kann.
Grundsätzlich richtig, ist im Larsson beschrieben.
Man nagelt eine Leiste im richtigen Abstand zur Fuge auf und fräst die Fuge mit einer Oberfräse oder besser mit einem Lamellofräser.

> Dabei ergibt sich aber das Problem das ich bei
> einem Teilaustausch einer Planke auf nur 2m Länge,
> den ich bevorzuge , also nicht auf gesamter länge
> einen Versatz im Stoß erhalte, siehe Markierung
> Bild 14+18.
> Ist dies hinsichtlich dem Quellverhalten ein
> Problem oder wäre dies so machbar?
Nein, wenn Du die Planke oder Leiste (Ausleisten) sanft auslaufen lässt.
Das ist Handarbeit.

> 3.
> Ich bin nicht sicher ob das Boot generell verleimt
> ist oder nicht, siehe Forumseintrag zuvor, sollte
> ich die neue eingesetzten Planken dann mit den
> alten, möglicher Weise nicht verleimten mit Epoxi
> verkleben, oder sollte ich diese nur Stoß an Stoß
> setzen also ohne zu verkleben?
Ja, eine Fuge sollte durchgehend verleimt sein. Ebenso die Stöße in der Planke.
Meine Überzeugung: Epox erfodert Konsequenz, ganz oder gar nicht. Partiell Leimen geht schief.

> 4.
> Muss ich neue Planken beim Ansatz an eine neu
> gesägte kante in einem bestimmten Winkel einsetzen
> oder kann ich die Planke 90° ansetzen, siehe
> Skizze Bild 19
Wenn Du so arbeitest wie ich oben beschrieben habe, passen die Planken hinterher zusammen. Bei der letzten Planke, die eingesetzt wird, muß man sich was einfallen lassen.
Zwischengepasst kann man sie nicht mehr fräsen, dann ist sie zu schmal.
Überlappend aufsetzen, so das die Breite hinterher passt...

> 5.
> Sollte ich nur mit Epoxy verkleben wenn mein Boot
> generell verleimt ist/ war oder auch wenn die
> Planken bisher nicht verleimt sind? ( Die Werft
> hatte die neue Planke mit Epoxi verleimt...)
Siehe oben, je konsequenter je besser.

> 6.
> Wie genau muss ich arbeiten, ist es korrekt, das
> ich weniger „genau“ arbeiten muss wenn ich die
> Flanken/ Nähte der Planken mit Epoxy verleime?
Epox kann bis zu 10 mm (und teilweise mehr) überbrücken.
Aber das ist Pfusch. Ein Käufer würde das hoffentlich bemerken und Dir um die Ohren hauen. :-)

> 7.
> Muss ich eine Planke auf der gesamten Länge/ Bug
> bis Heck austauschen, oder kann ich auch Stücke
> von 30 cm oder 1-2m einsetzen indem ich die Planke
> schäfte und dort anleime?
Geht, man sollte nur beachten das die Schäftungen nicht zu nah an Stößen benachbarter Planken liegen. Siehe Larsson...

> 8.
> Reicht es wenn ich die Planken vorsichtig
> heraustrenne und als Maß nehme ,oder muss ich Maße
> und Form der Planken anders abmessen ( ich habe
> den Bereich im Buch „ Holzboote Renovieren und
> Instandhalten“ von Larsson gelesen und finde das
> auf seite 169 sehr kompliziert....
Aber so läufts, nicht anders. Muß man mal gemacht haben, dann gehts.
Entweder, Du findest jemand, deres mit Dir macht, oder Du probierst eben öfter aus und hast einiges Ofenholz...

> 9.
> Wo bekomme ich das richtige Holz zum Austausch am
> besten her und was muss ich ggf beachten also 12mm
> starkes Mahagoni? Wie lange gelagert, wie feucht
> welches Holz genau?
Holzart am besten die, die auch verbaut wurde.
Zum Leimen mit Epox nicht mehr als 12%, siehe Larsson...
Ablagern nochmal einige Monate in der gleichen Halle wie das Boot.

> 10.
> Wie muss die Maserung innerhalb der Planken
> verlaufen?
Hat Hermann ja schon beantwortet, ansonsten siehe L. ...

Grüße,
André

Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 17.11.15 22:13

Hallo Andre´

danke dir für deine Antworten, ich habe unterstehend im text nochmals einige fragen integriert:


> Vor 2 Jahren habe ich in einer Bodenseewerft beide
> Kielplanken erneuern lassen und in der Sponung neu
> einsetzen lassen.

Vor 2 Jahren? Wenn die Planken jetzt schon wieder durch sind, ist das ein eindeutiger Garantiefall. Ob man den auch jetzt noch durchsetzen kann, müßte ein Anwalt beantworten.
Ich sehe da aber ne Chance, da der Pfusch der Werft ja offensichtlich ist.

Nein die ausgetauschten beiden Kielplanken, bzw Streifen sind noch ok.
Die Werft hat hier eben nur offensichtlich recht unfachmännisch neben den Spanten die Planken zersägt und angesetzt, eben zwischen Spanntenende und Kielbalken, echt blöde..

Aber nun geht um die nächsten beiden Planken also vom Kiel gerechnet die 2.+3.


> 1.
> Ich nehme an, das ich den Tausch am besten im
> Frühjahr nach dem Trocknen ausführe oder?

Kommt drauf an, ob das Holz sehr feucht ist oder nicht. Wenn es sehr feucht ist und Du leimen willst, müssen die angrenzenden Holzteile zum Leimtermin trocken genug sein.
Hieße, jetzt die Stellen öffnen, alte Planken eventuell entfernen und kontroliert trocknen, also eventuell oberflächlich befeuchten damit keine Trocknungsrisse auftreten.
Risse resultieren aus Spannungen im Holz und die wieder z.B. aus ungleichmäßiger Trocknung.

Wenn ich jetzt die beiden maroden Planken raus nehme dann sind die doch eh Schrott warum sollte ich die noch befeuchten?
Oder meinst Du die dann offenen Planken die im Rumpf verbleiben?



> 2.
> Wenn ich eine oder 2 alte Planken vorsichtig
> heraus nehme dann werden sich an den Stößen/
> Übergängen zur nächsten Planken nicht immer super
> saubere Übergänge ergeben, es könnte hier
> Unebenheiten geben, weil teils bereits mit Epoxy
> ausgebessert wurde, was mache ich da? Siehe Bilder
> und Skizze Bild 4 Anlage.

> Daher habe ich überlegt so wie es auch die Werft
> gemacht hat nicht die alte Planke am Stoß zur
> neuen heraus zu nehmen, sondern durch einen
> Sägeschnitt in einer intakten angrenzenden Planke
> eine neue saubere Kante zu schaffen, an der ich
> dann eine neue Planke anlegen kann.

Grundsätzlich richtig, ist im Larsson beschrieben.
Man nagelt eine Leiste im richtigen Abstand zur Fuge auf und fräst die Fuge mit einer Oberfräse oder besser mit einem Lamellofräser.

ok, das ist klar...

> Dabei ergibt sich aber das Problem das ich bei
> einem Teilaustausch einer Planke auf nur 2m Länge,
> den ich bevorzuge , also nicht auf gesamter länge
> einen Versatz im Stoß erhalte, siehe Markierung
> Bild 14+18.
> Ist dies hinsichtlich dem Quellverhalten ein
> Problem oder wäre dies so machbar?

Nein, wenn Du die Planke oder Leiste (Ausleisten) sanft auslaufen lässt.
Das ist Handarbeit.

ja das habe ich mir auch inzwischen überlegt, den Schnitt innerhalb der noch intakten Planke dann auf die Planken Naht der auszutauschenden einlaufen lassen....



> 3.
> Ich bin nicht sicher ob das Boot generell verleimt
> ist oder nicht, siehe Forumseintrag zuvor, sollte
> ich die neue eingesetzten Planken dann mit den
> alten, möglicher Weise nicht verleimten mit Epoxi
> verkleben, oder sollte ich diese nur Stoß an Stoß
> setzen also ohne zu verkleben?

Ja, eine Fuge sollte durchgehend verleimt sein. Ebenso die Stöße in der Planke.
Meine Überzeugung: Epox erfodert Konsequenz, ganz oder gar nicht. Partiell Leimen geht schief.

Hier komme ich nun nicht klar?
Klar sollte die Fuge wenn, dann durchgehend verleimt sein das verstehe ich.

Aber was mir unklar ist, kann ich in mein Boot in Teilen, also partiell mit Epoxy Planken einleiten oder nicht, unabhängig davon ob es insgesamt verleimt ist oder nicht?


> 4.
> Muss ich neue Planken beim Ansatz an eine neu
> gesägte kante in einem bestimmten Winkel einsetzen
> oder kann ich die Planke 90° ansetzen, siehe
> Skizze Bild 19

Wenn Du so arbeitest wie ich oben beschrieben habe, passen die Planken hinterher zusammen. Bei der letzten Planke, die eingesetzt wird, muß man sich was einfallen lassen.
Zwischengepasst kann man sie nicht mehr fräsen, dann ist sie zu schmal.
Überlappend aufsetzen, so das die Breite hinterher passt...

Verstehe ich auch noch nicht, ich habe ja eine Lücke wenn ich 2 Planken raus schneide, in die müssen ja 2 neue kommen.
Als Maß kann ich hier ja die herausgeschnittene Planke + Sägeschnittzugabe nehmen falls die Planke heile bleibt.

Mit den 90° meine ich folgendes:
Sollte man die Planken mit einem 90° Winkel aneinander seien oder eben angewinkelt, siehe neues Bild in der Anlage hier.


> 5.
> Sollte ich nur mit Epoxy verkleben wenn mein Boot
> generell verleimt ist/ war oder auch wenn die
> Planken bisher nicht verleimt sind? ( Die Werft
> hatte die neue Planke mit Epoxi verleimt...)

Siehe oben, je konsequenter je besser.

Wie gesagt ich tausche ja nur 2 Planken in sofern kann ich hier ja nicht konsequent sein oder wie meinst Du dies?


> 6.
> Wie genau muss ich arbeiten, ist es korrekt, das
> ich weniger „genau“ arbeiten muss wenn ich die
> Flanken/ Nähte der Planken mit Epoxy verleime?

Epox kann bis zu 10 mm (und teilweise mehr) überbrücken.
Aber das ist Pfusch. Ein Käufer würde das hoffentlich bemerken und Dir um die Ohren hauen. :-)

> 7.
> Muss ich eine Planke auf der gesamten Länge/ Bug
> bis Heck austauschen, oder kann ich auch Stücke
> von 30 cm oder 1-2m einsetzen indem ich die Planke
> schäfte und dort anleime?

Geht, man sollte nur beachten das die Schäftungen nicht zu nah an Stößen benachbarter Planken liegen. Siehe Larsson...

> 8.
> Reicht es wenn ich die Planken vorsichtig
> heraustrenne und als Maß nehme ,oder muss ich Maße
> und Form der Planken anders abmessen ( ich habe
> den Bereich im Buch „ Holzboote Renovieren und
> Instandhalten“ von Larsson gelesen und finde das
> auf seite 169 sehr kompliziert....

Aber so läufts, nicht anders. Muß man mal gemacht haben, dann gehts.
Entweder, Du findest jemand, deres mit Dir macht, oder Du probierst eben öfter aus und hast einiges Ofenholz...

ok, probiere ich dann mal....


> 9.
> Wo bekomme ich das richtige Holz zum Austausch am
> besten her und was muss ich ggf beachten also 12mm
> starkes Mahagoni? Wie lange gelagert, wie feucht
> welches Holz genau?
Holzart am besten die, die auch verbaut wurde.
Zum Leimen mit Epox nicht mehr als 12%, siehe Larsson...
Ablagern nochmal einige Monate in der gleichen Halle wie das Boot.

Vorschlag für eine Bezugsquelle?


> 10.
> Wie muss die Maserung innerhalb der Planken
> verlaufen?
Hat Hermann ja schon beantwortet, ansonsten siehe L. ...


ok 1000 dank erstmal, wäre klasse wenn Du die fragen noch beantworten könntest...



Grüße,
chris

Anhänge: IMG_19.JPG (56kB)  
Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 17.11.15 23:41

Hallo Chris,

Du hast die Sache mit der Fräse nicht verstanden.
Wenn Du beide Kanten gleichzeitig fräst, die neue Planke also in einem Abstand provisorisch fixierst, das von der Planke nicht alszuviel verloren geht, sind BEIDE Kanten passend. Auch der Winkel.

Bitte erst lesen, Kopf einschalten, Suchfunktion des Forums nutzen, Bücher Lesen, aufskizzieren und dann Fragen stellen.

> > 1.
> > Ich nehme an, das ich den Tausch am besten im
>
> > Frühjahr nach dem Trocknen ausführe oder?
>
> Kommt drauf an, ob das Holz sehr feucht ist oder
> nicht. Wenn es sehr feucht ist und Du leimen
> willst, müssen die angrenzenden Holzteile zum
> Leimtermin trocken genug sein.
> Hieße, jetzt die Stellen öffnen, alte Planken
> eventuell entfernen und kontroliert trocknen, also
> eventuell oberflächlich befeuchten damit keine
> Trocknungsrisse auftreten.
> Risse resultieren aus Spannungen im Holz und die
> wieder z.B. aus ungleichmäßiger Trocknung.
>
> Wenn ich jetzt die beiden maroden Planken raus
> nehme dann sind die doch eh Schrott warum sollte
> ich die noch befeuchten?
> Oder meinst Du die dann offenen Planken die im
> Rumpf verbleiben?

Natürlich nicht das alte rotte Holz weiter befeuchten, das gesunde Holz so befeuchten, das es kontrolliert trocknet.

> > 2.
> > Wenn ich eine oder 2 alte Planken vorsichtig
>
> > heraus nehme dann werden sich an den Stößen/
>
> > Übergängen zur nächsten Planken nicht immer
> super
> > saubere Übergänge ergeben, es könnte hier
> > Unebenheiten geben, weil teils bereits mit
> Epoxy
> > ausgebessert wurde, was mache ich da? Siehe
> Bilder
> > und Skizze Bild 4 Anlage.
>
> > Daher habe ich überlegt so wie es auch die
> Werft
> > gemacht hat nicht die alte Planke am Stoß zur
>
> > neuen heraus zu nehmen, sondern durch einen
> > Sägeschnitt in einer intakten angrenzenden
> Planke
> > eine neue saubere Kante zu schaffen, an der
> ich
> > dann eine neue Planke anlegen kann.
>
> Grundsätzlich richtig, ist im Larsson beschrieben.
>
> Man nagelt eine Leiste im richtigen Abstand zur
> Fuge auf und fräst die Fuge mit einer Oberfräse
> oder besser mit einem Lamellofräser.
>
> ok, das ist klar...
>

> > 3.
> > Ich bin nicht sicher ob das Boot generell
> verleimt
> > ist oder nicht, siehe Forumseintrag zuvor,
> sollte
> > ich die neue eingesetzten Planken dann mit
> den
> > alten, möglicher Weise nicht verleimten mit
> Epoxi
> > verkleben, oder sollte ich diese nur Stoß an
> Stoß
> > setzen also ohne zu verkleben?
>
> Ja, eine Fuge sollte durchgehend verleimt sein.
> Ebenso die Stöße in der Planke.
> Meine Überzeugung: Epox erfodert Konsequenz, ganz
> oder gar nicht. Partiell Leimen geht schief.
>
> Hier komme ich nun nicht klar?
> Klar sollte die Fuge wenn, dann durchgehend
> verleimt sein das verstehe ich.
>
> Aber was mir unklar ist, kann ich in mein Boot in
> Teilen, also partiell mit Epoxy Planken einleiten
> oder nicht, unabhängig davon ob es insgesamt
> verleimt ist oder nicht?
>
>
> > 4.
> > Muss ich neue Planken beim Ansatz an eine neu
>
> > gesägte kante in einem bestimmten Winkel
> einsetzen
> > oder kann ich die Planke 90° ansetzen, siehe
>
> > Skizze Bild 19
>
> Wenn Du so arbeitest wie ich oben beschrieben
> habe, passen die Planken hinterher zusammen. Bei
> der letzten Planke, die eingesetzt wird, muß man
> sich was einfallen lassen.
> Zwischengepasst kann man sie nicht mehr fräsen,
> dann ist sie zu schmal.
> Überlappend aufsetzen, so das die Breite hinterher
> passt...
>
> Verstehe ich auch noch nicht, ich habe ja eine
> Lücke wenn ich 2 Planken raus schneide, in die
> müssen ja 2 neue kommen.
> Als Maß kann ich hier ja die herausgeschnittene
> Planke + Sägeschnittzugabe nehmen falls die Planke
> heile bleibt.
>
> Mit den 90° meine ich folgendes:
> Sollte man die Planken mit einem 90° Winkel
> aneinander seien oder eben angewinkelt, siehe
> neues Bild in der Anlage hier.

Verstnändnisproblem, noch mal überdenken, aufskizzieren, lesen...
Die zweite Planke muß an zwei Kanten eingepasst werden, oben und unten.
Darum muss die zweite clever für die untere Kanten aufgesetzt werden, dann genau um das doppelte Fugenmaß versetzt und die zweite obere Kante gefräst werden.
Doppelt weil Du ja zwei Fugen machst, einmal die untere, um die Planke sowieso nach unten muß, um die Einbauposition zu kommen.
Die zweite Schnittbreite damit die Planke nicht zu schmal wird.

Nicht verstanden? Skizzen der Arbeitsschritte machen...

> > 5.
> > Sollte ich nur mit Epoxy verkleben wenn mein
> Boot
> > generell verleimt ist/ war oder auch wenn die
>
> > Planken bisher nicht verleimt sind? ( Die
> Werft
> > hatte die neue Planke mit Epoxi verleimt...)
>
>
> Siehe oben, je konsequenter je besser.
>
> Wie gesagt ich tausche ja nur 2 Planken in sofern
> kann ich hier ja nicht konsequent sein oder wie
> meinst Du dies?

Nein, die oberen Planken kann man dann nicht verkleben, das ist nicht gut, weil Wasser durch die unverleimten Fugen in die Planke eindringen kann.
Da die Planken aber ja nicht mit Epox versiegelt sind (oder doch?) kann Wasser wieder ausdiffundieren.
Also ist das ok, aber nicht toll.

> > 9.
> > Wo bekomme ich das richtige Holz zum
> Austausch am
> > besten her und was muss ich ggf beachten also
> 12mm
> > starkes Mahagoni? Wie lange gelagert, wie
> feucht
> > welches Holz genau?
> Holzart am besten die, die auch verbaut wurde.
> Zum Leimen mit Epox nicht mehr als 12%, siehe
> Larsson...
> Ablagern nochmal einige Monate in der gleichen
> Halle wie das Boot.
>
> Vorschlag für eine Bezugsquelle?

Da wir nicht wissen wo Du wohnst, kann Dir auch keiner Bezugsquelle sagen.
Frag einfach die Bootsbauer in der Gegend oder ruf die üblichen Verdächtigen an.

Grüße,
André

Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: wasserfest (IP bekannt)
Datum: 21.11.15 17:49

Hallo zusammen,

ich habe heute mal den Bereich des Plankentausches frei gelegt um mir ein Bild des Umfangs zu machen.

Es sind einige Stellen an denen zumindest ein Tausch von Teilbereichen der Planken notwendig erscheint.
Die Problemstellen gehen dabei logischer Weise immer von den Plankennähten aus, in den Stoßfugen ist das Holz weich geworden.

Daher denke ich nun, nicht einfach eine Planke tauschen zu können und diese an die nächste Alte Planke anstoßen lassen zu können, sondern ich denke ich muss jeweils auch den angrenzenden Teil der nächsten Planken herausschneiden. Siehe Skizze 1

Würde Ihr dies auch so empfehlen?


Zudem, wenn ich angrenzende Teilbereiche in 2 Planken tauschen will siehe Skizze 2 muss ich dann 2 neue Stücke einsetzen um den ursprünglichen Verlauf der Plankennähte beizubehalten, oder kann ich auch ein neues Stück einsetzen, das dann allerdings den Verlauf der Plankennaht unterbricht.

Wie würdet Ihr hier vorgehen?

Grüße Chris



Anhänge: IMG_7657.JPG (63kB)   IMG_7658.JPG (63kB)   IMG_7649.JPG (96kB)   IMG_7650.JPG (116kB)  
Re: Ein Plankentausch und viele Fragen....
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 23.11.15 09:10

Hallo Chris,

bei unverleimten Planken sind auf jeden Fall 2 teile einzusetzen, bei verleimten ginge auch 1 Teil.
Nicht unbedingt muss ein benachbarter Teil der Planke getauscht werden.
Die Ausbreitung der Fäulnis im Holz hängt ja auch von der Widerstandsfähigkeit der Stellen ab.
So kann die eine Planke schlecht sein und die andere noch nicht.
Also von Fall zu Fall entscheiden.

Gruß,
André



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