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Buchenholzdübel in Magagoni?
geschrieben von: mnq (IP bekannt)
Datum: 07.02.16 15:31

Hallo,

meine neuen Genuaschienen haben leider an anderes Lochmaß, so dass ich neue Löcher im ca 5cm hohen Mahagoni-Schanzkleid bohren muss. So weit so gut, aber was mache ich mit den alten Löchern? Die werden zwar von der neuen Schiene überdeckt, müssen aber trotzdem verfüllt werden.

Kann ich da einfach Buchenholz-Rundstab-Dübel selber machen und die mit Epoxi einkleben? Oder muss es unbedingt Mahagoni sein? (unterschiedliches Ausdehnungsverhalten...?).

Danke für einen Hinweis der Spezialisten...

Marcus

Re: Buchenholzdübel in Magagoni?
geschrieben von: Allegretto, ma non troppo (IP bekannt)
Datum: 07.02.16 16:05

hallo Marcus,

Buchenholzdübel würde ich nicht nehmen, weil:

1. Buche ist nicht annähernd so rottungsstabil wie Mahagoni. Gerade an der Schanz kann ja der Lack mal beschädigt werden.
2. Buchenholz hat ein anderes Dehnungsverhalten wie Mahagoni.
3. Dübel sind in Längsrichtung gemasert, also 90 Grad entgegen der Maserung des Setzbordes oder Schanzkleides. Das bedeutet, dass sich an der Oberfläche nach dem Einkleben dann Hirnholz befindet, das viel leichter Wasser aufnimmt.

Du musst ja hier nicht unbedingt das identische Mahagoni finden wie die Schanz, denn alle Mahagonisorten sind sehr standhaft und arbeiten wenig. Aber du solltest Pfropfen verwenden. Also mit Quermaserung. Du kannst sie mit Hilfe eines Pfropfenbohrers oder Zapfenbohrers aus einem alten Abfall-Holzstück gut selbst anfertigen und dann so einkleben, dass die Maserung der Pfropfen parallel zum Holz der Schanz läuft.
Fertige Mahagonipfropfen bekommst du z.B. bei Toplicht.
Pfropfenbohrer (ab 8 mm) bekommst du auch bei Toplicht oder in jedem gut sortierten Werkzeugladen.

Die Löcher solltest du mit Forstnerbohrern bohren wegen der klaren Kanten. Mach dir zuerst eine Bohrschablone, die du mit einem guten Tape auf der Schanz fixierst, denn durch die bereits vorhandenen Schraublöcher ist eine selbsttätige Fixierung des Forstnerbohrers nicht gegeben und er bricht aus.

Viel Erfolg wünsch ich dir.

Herzliche Grüße
Reinhard

Re: Buchenholzdübel in Magagoni?
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 08.02.16 23:48

Hallo Marcus,

Reinhard hat absolut recht, Buche hat auf einem Boot nichts zu suchen, im Außenbereich schon gar nicht.

Punkt 3 von Reinhard ist der wichtigste, Durch die Faserrichtung des Dübels saugt dieser das Wasser geradezu auf. Auch wenn Lack darüber ist.

Wenn man nur wenige Propfen braucht, kann man auch zum Bootsbauer gehen und ein paar kaufen oder man sucht im Netz (E-Bucht)
Habe da schon mehrfach Anzeigen für Propfen gesehen.

Um die Anschaffung eines GUTEN Forstnerbohrers wirst Du nicht herumkommen.
Die aus dem Baumarkt für 10 € im Set kannst Du gleich da lassen, die halten nicht mal die 10 Löcher durch die Du bohren musst.
Und scharfe Bohrlochkanten sind nicht nur für die spätere Optik des eingeleimten Propfens wichtig, sie sorgen auch für eine glatte Lackierung.
So sammelt sich kein Wasser in den Propfenrändern und es gammelt nicht so schnell.

Gruß,
André

Re: Buchenholzdübel in Magagoni?
geschrieben von: mnq (IP bekannt)
Datum: 09.02.16 09:27

Danke Reinhard, danke André,

das scheint ja eine klare Angelegenheit zu sein. Ich habe entsprechende Mahagoni-Pfropfen besorgt und werde die verwenden. Den ordentlichen Forstner-Bohrer hab ich schon. Sollte kein Problem sein, wenn ich notfalls 2-3 Pfropfen aufeinander setze und mit Epoxi einklebe, oder? Eleganter wären vermutlich extra-lange selbstgemachte Pfropfen, aber das wäre deutlich aufwändiger.

Danke Euch!

Marcus



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