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Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 19.09.17 17:34

@Jan
@André

Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Die Idee war dabei gewesen, den Bereich unter dem Motor vielleicht nur einmal grundreinigen zu müssen und dann entsprechend eine für die Zukunft leicht zu reinigende Oberfläche (nur unter dem Motor) zu schaffen. Die Zugänglichkeit dieses Bilgenbereiches ist mehr als mangelhaft, aber leider normal. Den Wasserdurchlass aus den Nüstergatts hätte man ja mit einem Stück Schlauch sicherstellen können.

Werde mich mal mit einem guten Cognac in den Rumpf setzen und auf die Erleuchtung warten.
Drückt mir mal die Daumen.

Gruß
Klaus


Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: fg-1064 (IP bekannt)
Datum: 20.09.17 08:26

Moin Klaus,

wenn Du den Rumpf dicht bekommen willst, beschreite den schon vielfach begangenen Weg der Abdichtung der Landungen mit einem MS-Polymer (Pantera o.ä.): Landungen von allen Farb- und Ölresten befreien (mit einem Abziehmesser bis aufs rohe Holz abkratzen) und mit einer Hohlkehle aus MS-Polymer versehen. Das ist zwar bei einem so großen Rumpf eine echte Aufgabe, lässt sich aber nicht anders darstellen. Die Nietverbindungen werden mit den Jahren einfach etwas weich. Diese Flexibilität kannst Du nur mit einem dauerelastischen Kleber auffangen. Alle anderen Verklebungen oder sogar Überlaminierungen können diese Flexibilität nicht auffangen und würden reißen. Also müsste, wie André geschrieben hat, der Rumpf quasi in den Neuzustand versetzt werden - diese Arbeit wäre um ein vielfaches umfangreicher!

Gruß,
Jan

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[klassischeyachten.wordpress.com]

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 11:17

@ Jan

Moin Jan,

denke auch, das ist die beste Lösung.

Wie sollte man dann die Eichenplanken weiter behandeln? Sollte man vor dem Lackauftrag eventuell Epoxidharz (nicht unbedingt mit Glas, also nur zum Holzschutz und nicht zum Abdichten der Planken) auftragen? Wie ist die Haftung auf einer Eichenbeplankung aus dem Jahre 1965? Spielt das Alter der Eiche dabei eine Rolle? Und wie verträgt sich das mit dem MS-Polymer? Macht es vielleicht Sinn, zuerst Epoxidharz auf die Planken aufzutragen und dann erst die Abdichtung mit dem MS-Polymer?

Gruß
Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: fg-1064 (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 12:19

Moin Klaus,

die Vorbehandlung des Holzes solltest Du möglichst "im System" machen. D.h. die vom Hersteller des Polymers vorgegebene Grundierung verwenden etc. Nutzt Du Pantera, findest Du hier die Verarbeitungshinweise: [www.awn.de]

Eiche und Epoxi vertragen sich nicht gut. Ich würde hier klassisch vorgehen: Ölen, ölen und wieder ölen, bis das Holz kein Öl mehr sehen kann und nichts mehr einzieht. So gibst Du dem Holz die über die Jahre verlorengegangenen Bestandteile zumindest teilweise zurück.

Wichtig: erst abdichten, dann ölen. Auf geöltem Holz hält (fast) kein Kleber mehr!

Gruß,
Jan

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[klassischeyachten.wordpress.com]

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 15:06

Moin,

genau wichtig wie eine gute Abdichtung is aber auch der Holzschutz.
Von der Perspektive ist es wichtig das Öl möglichst weit zwischen die Planken zu bekommen.
Und wenn man zum Schluss mit Alkydharz lackiert ist die Haftung auch wieder wesentlich besser.

Epoxi und Eiche sagt man nach, das sie nicht sonderlich gut kleben aufgrund der Gerbsäure.
Das ist aber nich der Grund auf Epoxi zu verzichten beim Klinkerrumpf.
Epoxi ist nur gut wenn es einfach dicht ist. Hier kann und wird Wasser zwischen die Planken dringen.
Und schon saugt das trockene Holz Wasser und kann es durch fehlende Ablüftungsflächen nicht wieder loswerden.
Innen ist das Boot gut konserviert, aussen blockt das Epoxi jeden Austausch ab.
Zudem kann man die Planken am Rumpf gar nicht getrennt voneinander streichen, es landet immer Epoxi auf der nächsten Kante. Und schon hat man eine teils versiegelte Fuge, die wegen der alten weichen Nieten wieder aufbricht.

Epoxi funktioniert nur wenn es wie eine wasserdichte Folie um das komplette Boot liegt.
Jede andere Variante mit Epoxi wird früher oder später scheitern und faulen.
Je mehr potentielle Lecks das System hat desto schneller.

Gruß,
André

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 17:49

Vielen Dank für die Hinweise.

Im Zusammenhang ölen fällt mir gerade Le Tonkinois ein. Was haltet Ihr eigentlich davon? Ist doch auch irgendwie ein Öl, zumindest zum Teil. Aber geeignet für den kompletten Rumpf? Habe bei einem früheren Holzboot das verarbeitet, allerdings überwiegend innen.

Gruß
Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 22:26

Hallo und Moin Klaus,
Bei mir ist vor 10 Jahren das Le Tonkinois in der angebrochenen Dose immer sehr schnell geliert. Somit habe ich das damals aufgegeben.
Ich habe in den letzten Jahren immer gute Erfahrungen mit Owatrol D1 als Grundierung und zum sättigen des Holzes gemacht. Als Deckschicht an Mast, Baum und anderen Teilen vom Rig verwende ich D2. Ist einfach zu verarbeiten und glänzt die ganze Saison.
Alle anderen klar lackierten Flächen bekommen wg. dem erhöhten UV Schutz und der für 1k Lacken relativ hohen Abriebfestigkeit, Epifanes 1 komp. Alkydharzlack.
Das einzige was ich noch mit Erfolg von Le Tonkinois verwende ist der Holzspachtel transparent.
Dieser erspart mir vor allem bei Mahagoni einige Lackschichten um trotzdem eine porenfreie Fläche zu erzielen. Bisher auch noch keine Unverträglichkeit feststellen können.
Gruß
Detlef

Anhänge: IMG_1050.JPG (216kB)  
Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 22:35

Beispiel für D1 mit abschließend D2 lackierten Teilen.

Anhänge: IMG_1051.JPG (176kB)  
Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 22.09.17 22:58

In diesem Beispiel sind die typischen Poren im Lack bei Mahagoni zu sehen. Hier nach insgesamt.7 Schichten in 2 Winter mit 1x Zwischenschliff. Im kommenden Winter wird mit Schleiffließ angeraut und mit dem Holzspachtel von LeTonkinois mit Hilfe eines Japanspachtel überzogen. Anschließend folgt ein Nassschliff von Hand mit mind. 320er Körnung und 2 Schichten Epifanes.
Grüße aus Hamburg
Detlef

Anhänge: IMG_1052.JPG (439kB)  
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