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Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 23.08.17 23:32

Hallo liebe Leute,
Ich bin ganz neu hier und besitze auch keine klassische Yacht. Bin aber, wie die Jungfrau zum Kind zu einer uralten, ziemlich vergammelten Jolle mit Holzmast und -baum (Dinghy???) gekommen.
Nachdem wir damit einmal rausgefahren sind haben wir Feuer gefangen für diese absolut puristische Art des Segelns und versuchen nun Mast und Baum vor dem Lagerfeuer zu retten.

Frage 1: Gibt es andere als optische Gründe, die grauen Stellen vollständig abzuschleifen? Wenn nicht, lass ich das nämlich. Ich lebe ja auch mit meinen grauen Haaren.

Frage 2: Meine Idee war: Abschleifen, Risse mit Epoxy füllen, mit Yachtcare Basic Oil 1 imptägnieren, dann mehrere Schichten Yachtcare Finish Oil 2 drauf (habe noch 2l aus früheren Projekten)
Bin für jeden Tip dankbar!!!

Leider klappt das mit dem Hochladen von Bildern bei mir nicht, sonst hätte ich den Zustand eindrucksvoller präsentieren können ;=)

Liebe Grüße

Christina



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.08.17 23:48 von Chtjonas.

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 10:32

Nochmal 'n Versuch Bilder hochzuladen

Anhänge: IMG-20170824-WA0003.jpg (434kB)  
Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 10:34

Jetzt scheint es zu klappen: hier der Baum

Anhänge: IMG-20170824-WA0004.jpg (357kB)  
Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 10:35

... und hier das ganze Prachtstück

Anhänge: IMG-20170824-WA0002.jpg (302kB)  
Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Tobias Bressler (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 11:20

Hallo Christina,
die Arbeitsschritte sind ganz einfach:
1.) Mit einer Ziehklinge (gibt´s in jedem Baumarkt) den Altlack abziehen
2.) Schleifen mit einem Excenterschleifer von grob (120er Papier) zu fein (240er)
3.) Neuaufbau Lack in mehreren Schichten. Welchen Lack DU nimmst, ist eine Glaubensfrage, jeder hat da so seine Vorstellungen. Ich nehme immer Schooner von International und habe damit gute Erfahrungen gemacht, den gibt es auch mit integriertem UV-Schutz.

Gutes Gelingen, Tobias

PS: Ja, graue Stellen müssen nach Möglichkeit weg.

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 12:43

Hallo Tobias,
Vielen Dank! das mit dem Abziehen werde ich definitiv versuchen. Hatte beim Baum versucht, den alten Lack abzuschleifen, aber dabei wird man ja irre.
Bei den grauen Stellen habe ich halt Angst, dass die z. T. zu tief gehen und ich will nicht zu viel Holz wegnehmen.
Gruß
Christina

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: danebrog (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 12:59

Hallo Christina,

Dir kommt der alte Lack ja schon halb entgegen! winking smiley Also muss er komplett runter, denn zwischen dem abgelösten Lack und dem Holz sind quasi "Taschen" entstanden, in denen sich Feuchtigkeit/ Wasser sammelt. Da geht der Rott dann munter weiter bis es schwarz wird ... Ab da wird es dann richtig doof und wenn dann noch ein Pilz an Deimem Mast Gefallen findet, muss ausgetauscht werden - stückweise oder in Gänze.

Alles runter, alles neu und dann jährliche Winterpflege, d. h. Ausbessern. Ob bereits im Herbst oder erst im Frühjahr ist von den Temperaturen und Deinen Möglichkeiten (im Freien oder in der Halle) abhängig. Lies Dich doch zu diesem (und anderen) Themen einfach mal quer durchs Forum.

Frohes Schaffen, gutes Gelingen und
liebe Grüße

Dagmar

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 21:41

Hallo und Moin Christina,

Am Rig mit weichen, meist aus Nadelhölzer gefertigten Holzarten empfiehlt sich nach dem gründlichen Altlackentfernen zu Ölen. Z.B. Mit Owatrol D1. Hat auch Gifte gegen Pilze und Ähnlichem. Verarbeitungsschritte nach Anleitung beachten.
Danach kann man auch mit D2 beschichten. Ist elastisch, leicht zu verarbeiten und zu pflegen.
Geöffnete Leimfugen spritze ich mit dünnem Epoxid aus. (Vor der Beschichtung ).
Auf keinem Fall mit härteren Lacken arbeiten. Denn dann sieht es schnell wieder so aus wie jetzt.

Viel Erfolg und Spaß mit der Jolle
Detlef

Anhänge: IMG_1033.JPG (163kB)  
Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 24.08.17 23:38

Hallo Christina,

mit den grauen Stellen lagst Du schon richtig, die müssen nicht raus geschliffen werden.
Graues Holz wird unter dem neuen Öl wieder farbig. Zwar anders als der Rest, aber gesund und ok.
Graue Stellen sind nichts Anderes als ausgeblichenes Holz, vernünftig anschleifen reicht aus.
Lärche an Holzhäusern wird auch grau und hunderte Jahre alt.
Schwarze Stellen dagegen können gefährlich sein, wenn sie schon weich sind und Holz sich auflöst.
Spätestens wenn kleine Stückchen raus fallen und sich so ein Loch bildet, wird es Zeit ein neues Stück einzusetzen.
Beim Mast wird man aus Sicherheitsgründen früher aktiv werden.

Owatrol oder andere Öle sind für Masten gut geeignet, 1 komponentige Alkydharzlacke sind auch ok.
1K Polyurethanlacke oder 2K Lacke egal welcher Rezeptur sind ungeeignet für stark beanspruchte Teile.

Grüße,
André

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 25.08.17 01:11

Ganz lieben Dank an alle für Eure hilfreichen Tips.
Den Lack vom Baum habe ich mittlerweile völlig runter. Sieht wieder richtig nach Holz aus. :=)) Die grauen Stellen sind fest und wohl wirklich nur optisch. Wie es beim Mast aussieht, weiß ich noch nicht.
Zum Imprägnieren werde ich Basic Oil 1 und zum Lackieren Finish Oil 2 nehmen. Aber davor liegen noch einige Stunden Schleif- und Reparaturarbeiten.

Detlef, Frage an Dich: Mit dem Epoxid, wie funktioniert das? Habe NULL Ahnung. Was genau muss man kaufen? Muss man das anmischen? Und wie kriegt man es "dünn"? Und wie spritzt man das in die Risse, bzw. mit was?
Wie gesagt, ich habe null Ahnung ... aber davon viel. :=)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.08.17 02:21 von Chtjonas.

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: tobias.e (IP bekannt)
Datum: 25.08.17 22:46

Zum Thema wie verwendet man Epoxidharz:

[www.vonderlinden.de]

[www.maritimo.at]

Beide Dokumente stammen von einem Hersteller von Epoxidharzen, und sind daher bei der Frage, ob und welches Harz verwendet werden soll natürlich nicht ganz unvoreingenommen....

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 25.08.17 23:32

Hallo Christina,

Du kaufst ein normales Epoxidharz, Firma Kurolon hat z.B. ein dünnflüssiges Vergußharz, das auch zum Laminieren geeignet ist.
Somit klebt es auch Holz.
Firmen wie West System und SP haben gute aber oft unverhältnismäßig teure Harze.
Epoxi wird allerdings ziemlich hart im Vergleich zu Holz, so dass die vergossenen Risse wieder aufgehen können.
Mast und Baum müssen am Boot die meisten Bewegungen mitmachen.
Öle ziehen nicht ins Epoxi ein und man sollte aufpassen, das an der Stelle vermeintlich überflüssige Öl nicht wieder abzunehmen. Das Epoxi muss selbstverständlich nach dem Aushärten geschliffen werden.
Die Verarbeitung ist einfach, hört sich komplizierter an als es ist:
- Grammgenau anmischen mit digitaler Waage, Spritzen (2 verwenden) oder Messbechern mit kleinteiliger Scala
Unbedingt Werkzeuge beim Anmischen trennen, Spritzen können mehrfach verwendet werden
- Nicht weniger als 50g Harz plus Härter anmischen, darunter wird das Mischungsverhältnis zu ungenau
Penibel durchmischen
- Nur so viel anmischen, wie man bei der Temperatur auch innerhalb der angegebenen Verarbeitungszeit
(Topfzeit oder offene Zeit) verarbeiten kann. Epoxi entwickelt beim Aushärten Eigenwärme und kocht auf.
Das beschleunigt den Aushärtungsprozess extrem und das angerührte Harz ist unbrauchbar.
Niemals heiße Mischungen auf brennbaren Material abstellen, Reste im Becher nach draußen stellen
- Nie aufgefüllte Risse oder andere Klebestellen übermäßig erwärmen, aufkochendes Harz bildet Luftblasen
was die Haltekraft der Klebung reduziert, also auch nicht in der prallen Sonne arbeiten.
- In Apotheken gibt's Spritzen mit und ohne Kanüle, je nach Rissbreite, die größten Kanülen bestellen, die zu
haben sind. Durch dünne Kanülen lässt sich das Harz nicht pressen.
Epoxi ohne Kanüle aufziehen und falls nötig mit Kanüle in die Risse spritzen
Je Arbeitsgang eine Spritze verwenden, die ganz Großen mit Gummidichtung gehen gut
Spritzen vom Anmischen nicht zum Kleben verwenden

Grüße,
André

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 26.08.17 13:19

Moin Christina,
Andrè hat es ja schon beschrieben. Ich verwende auch das Kurolon seit 4 Jahren mit bisher keinem negativen Erfolg.
[www.kurolon.de]
Ich habe mir zuletzt dieses Harz besorgt um möglichst vielseitige Arbeiten im Haushalt, Boot und auch Hobbys meiner Frau und Tochter zu bedienen. Die 3kg Variante kostet so um die 60€ und hält ewig. Laut Kurolon unterliegt das Produkt keiner Alterung. Ich habe mir auch schon mal kleinere Mengen von 10 oder 20g angemischt um Schmuck oder Spielzeug zu reparieren.
Kurolon wirbt damit das Ihr Produkt nicht so super pingelig angemischt werden muss.
Nach dem abziehen und schleifen des Mastes würde ich die Risse und Spalten mit Druckluft ausblasen. Dann mit einer Japansäge schauen wie tief der Spalt ist. Gegebenfalls damit noch ein bischen rumkratzen um evtl. vorher reingelaufenen Lack rauszuholen. Bei zu großen (größer als 2-3mm) Spalten evtl. über das aufsägen mit einer Kreissäge nachdenken und mit möglichst gleicher Holzart auszuleisten.
Ich habe die kleinen Spalten im Mast mit einer Spritze mit Kanüle gefüllt. Man kann gut sehen wie sich der Spalt füllt und evtl. auch wieder absinkt durch das verlaufen und aufsaugen des Holzes. Dann wieder nachfüllen bis nix mehr geht. D.h. ca. 1 Std. drann bleiben und beobachten bis die Topfzeit deiner Epoxid Mischung rum ist.
Es gibt mittlerweile sogar Einfärbepasten von Kurolon. Damit lässt sich eine Leimfuge fasst unsichtbar machen.
Ich sammel übrigens immer die Kaffee Becher meines Bäckers wenn ich noch einen Freikaffee abbekomme Morgens. Diese Pappbecher sind ideal zum anrühren mit einem dünnen Holzrundstab.

Gruß Detlef

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 26.08.17 13:43

Hallo noch mal.
Im Anhang habe ich Dir mal ein paar Bilder vom Epoxid Equipment gemacht. Aceton eignet sich gut zum reinigen des Werkzeuges so lange das Epoxid nicht ausgehärtet ist. Das Trennwachs verhindert das kleben von Epoxid an div Teilen. Z.B. wenn man geweitete Schraubenlöcher hat. Diese vergießen möchte mit einer eingesetzten Schraube. Wenn die Schraube vorher eingewachst wurde lässt sie sich nach dem aushärten des Epoxid leicht wieder herausdrehen und Du kannst die Bohrung wieder gut benutzen mit neuer Festigkeit.

Viel Erfolg und Gruß
Detlef

Anhänge: IMG_7924.jpg (666kB)   IMG_7925.jpg (636kB)   IMG_7926.jpg (444kB)   IMG_7927.jpg (471kB)  
Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 26.08.17 17:32

Hallo,

kann das von Detlef Geschriebene nur bestätigen.
Selbst wenn nur ein Furnierstreifen in den Riss mit eingeklebt wird, erhöht dass die Haltbarkeit der Reparatur deutlich.
Der Anteil des unflexiblen Harzes wird reduziert.
Und mit Folie lässt sich das Ankleben von Teilen am Tisch verhindern.
Blaue Müllsacke gehen gut.

Damit wäre wohl so ziemlich alles Grundsätzliche gesagt...

Grüße,
André

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 27.08.17 20:30

GANZ, GANZ LIEBEN DANK EUCH ALLEN!!!!
Werde den Fortschritt meiner Restaurierungsarbeiten versuchen zu dokumentieren. Leider habe ich erst frühestens Mitte September wieder ein paar Tage frei um weiterarbeiten zu können. Aber ich denke, dank Eurer Hilfe wird das bestimmt alles gut!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.08.17 21:48 von Chtjonas.

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: günni (IP bekannt)
Datum: 28.08.17 21:41

Hej Leute,
Dedel schrieb: "Durch dünne Kanülen läßt sich das Harz nicht pressen.", tut's doch. Ein anderes Spritzensystem mit einem Bajonet-Anschluß, Lüer-Lock erinnere ich, ebenfalls in der Apotheke des Vertrauens oder als abgelaufenes Steri-Datum geschenkt, kann mehr Druck aufbauen.
Die Dinger sind, auch die Einfachen, Demontierbar, Der Kolben kann mit leichter Kraft und sattem "Plopp" herausgezogen und ohne Funktionseinbußen wieder zusammengesteckt werden. Das erleichtert Befüllen und Reinigen.
Grüßchen, günni.

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Chtjonas (IP bekannt)
Datum: 16.09.17 10:43

Hallo liebe Leute,
nachdem der Lack einigermaßen runter ist, wird das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. Am schlimmsten ist es an der mastspitze (Siehe Bilder).
Da ist der Mast auf ca. 30-40 cm regelrecht gespalten.
Gibt es da noch Hoffnung?
Hat jemand 'ne Idee?
Was ist denn mit diesen Nägeln und Schrauben, die da jemand rein hat? Für was sollen die denn gut sein? Können die raus?
Soll ich einfach versuchen mit wasserfestem Holzleim zu verleimen?
Im Voraus schon mal danke!

Anhänge: IMG-20170915-WA0005.jpg (130kB)   IMG-20170915-WA0007.jpg (259kB)   IMG-20170915-WA0006.jpg (175kB)  
Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: hermann.l (IP bekannt)
Datum: 16.09.17 19:00

Moin.
Sicherheitshalber : ab ins nächste Bike Brennen und alles neu.
Die ganze Chemie zur Erhaltung von Mast und Baum ist möglicherweise
nur "Verschleierung" des Problems. Such dir ne 10 m Fichte , besser Lärche
und ran an die Arbeit.

Gruß vom Wasserfall
Hermann



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.09.17 19:05 von hermann.l.

Re: Restaurierung Holzmast und -baum
geschrieben von: Tobias Bressler (IP bekannt)
Datum: 16.09.17 20:07

Hallo,
warum immer gleich alles komplett neu machen, wenn es eine Reparatur auch tut?
also ich an Deiner Stelle wurde folgendes tun:
1.) Die Schrauben/Nägel entfernen
2.) Den Riss so gut es geht schleifen/säubern
3.) Eine Leiste so zusägen, dass sie locker in den Spalt passt
4.) Leiste und Riss mit Epoxi versehen und Leiste mit etwas Überstand einsetzen
5.) Mit Schraubzwingen fest fixieren
6.) Überstand der Leiste nach dem hart werden des Epoxis abhobeln, evtl. mit angedicktem Epoxi nacharbeiten, schleifen, lackieren, fertig.

Schöne Grüße
Tobias

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