Restaurierung : Forum The fastest message board....ever.
Zur Seite:  12nächste Seite
Aktuelle Seite:1 von 2
kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 08.05.18 13:05

moin,
beim versuch die kielbolzen aus meinem gusskiel (waarschip) auszudrehen sind 2 stück abgerissen. hat hier jemand einen erprobten tipp mit diesem problem erfolgreich umzugehen? für sachdienliche hinweise bin ich dankbar .....

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 08.05.18 18:47

Moin,

bei mir sind die Bolzen von unten durchgesteckt und innen mit Muttern verschraubt.
Ich habe damals von unten in den Bolzenkopf Gewinde geschnitten und mit Gewindestange und einem Rohr mit Deckel die Bolzen gezogen.
Das Rohr hab ich der Kielkontur immer wieder etwas angepasst.
Quasi eine Art Abziehvorrichtung.
Funktioniert auch von innen.
Die stark angerosteten Bolzen hatte ich vorher mit einem langen Sägeblatt aus einer Gehrungssäge durchtrennt.

André

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 08.05.18 20:18

danke für die antwort. der kiel ist ausgebaut, die stehbolzen sind in den kiel geschraubt (hoffe ich, nicht eingegossen?). ich wollte sie erneuern. beim versuch sie auszudrehen sind 2 abgeschert (m16), damit hatte ich nicht gerechnet. ich vermute mal, die sind nicht 8.8 ... nun muß ich 1. diese beiden ersetzen, und die anderen 6 sollen auch dran glauben. nur möchte ich sie ungern auch noch abreißen.

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: P899 (IP bekannt)
Datum: 09.05.18 07:35

Mal mit einem linksdrehenden Bohrer versuchen wäre mein Tipp

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 09.05.18 19:10

Wenn die tatsächlich im Ballast Gewinde haben, besorg Dir Gewindestange mit Linksgewinde.
Und ein großes Rohr als Topf, so dass das Rohr sich am innen abstützen kann. Nen stabilen Deckel mit Loch für die Gewindestange drauf.
Mit gekonterten Muttern müssten sich die Bolzen linksrum lösen lassen.

Ansonsten sind die Bolzen festgerostet, jede Menge Rostlöser vor den weiteren Arbeiten rein zu sprühen, ist immer ne gute Idee.

Unsinn... Mit Linksgewindestange sollte sich der Bolzen auch ohne Topf lösen lassen.
Nur wenn der Bolzen gezogen werden muss statt ausgedreht, braucht man den Topf.

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 09.05.18 20:48

hallo andre
ich muß gestehen, daß ich kein bischen von dem, was du geschrieben hast, verstanden habe. wie kann ich einen bolzen (von dem ich bislang ausgehe, daß er in den kiel geschraubt ist, da bin ich mir aber nicht sicher) mit einer linksgewindestang lösen? sollten sie eingegossen sein, werde ich die verbleibenden vermutlich unangetastet lassen und für die beiden abgerissenen gewinde schneiden (m20?) und neue eindrehen.
der eine der beiden bolzen ist fast flächenbündig mit dem kiel abgeschert. außer ich finde eine methode die neuen gewinde sicher winkelgerecht einzubringen (die kielfläche ist leicht gebogen).
zusatzfrage: ergibt es sinn, in das gusseisen feingewinde zu schneiden? - das ergäbe einen kernlochdurchmesser von z. b. 16,5mm für ein m18 x 1,5, somit größer als das ausbohrloch = 16mm, für normalgewinde müsste ich m20 nehmen, um ein kernloch >= 16 zu erhalten. oder macht feingewinde in guss probleme?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.18 21:36 von potemkin.

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 09.05.18 23:45

Hallo Potemkin,

mit einem grossen Linksausdreher könnte es gehen, wenn die Gewinde nicht zu tief in der Bohrung abgerissen sind. Aber erstmal sollte man den Gewinderest so gut es geht lösen.
Vorschlag: mit Rostlöser (Caranmba, Petroleum o.ä.) wiederholt üppig behandeln und lange warten. Zusätzlich mit einen Rundeisen und schwerem Hammer mehrmals ordentlich draufschlagen. Zusätzlich heiss machen, sofern man dran kommt. Alles kann helfen, muss aber nicht.

Feingewinde würde ich nicht probieren. Versuche erst mal das vorhandene Gewinde zu erhalten.

Klaus

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 10.05.18 09:15

Moin,

so was wie einen Linksaudreher hatte ich auch im Sinn.
Du bohrst ein Loch in den abgerissenen Bolzen, schneidest Gewinde in das Loch.
Dann kann mit einer Linksgewindeschraube oder -stange der Bolzen gelöst werden.

Aber wenn der Bolzen bündig mit dem Kiel qbgerissen ist, wirst Du vorher viele Tage Rostlöser (Caramba z. B.) sprühen müssen!!
Mindestens 1 Woche täglich, je nach Tiefe des Gewindes bzw. des Rosts im Ballast.

Wobei mir gerade aufgeht, das immer vom Kiel die Rede ist.
Rostlöser darf nicht an Holz gelangen. Wenn der Ballast noch nicht vom Boot entfernt ist wäre ich damit sehr vorsichtig.
Ölige Produkte können später arge Probleme mit Farben verursachen und Rostlöser dringt tief ins Holz ein.
Ist der Bolzen vielleicht auch in der Kielsohle festgerostet?
Das war bei mir auch so, die Bolzen sind im Holz dünn gerostet und stecken dort fest.
Zum Glück war meine Kielsohle so fertig, das ich Caramba einsetzen konnte. Ich habe sie eh neu gemacht.
Vorher habe ich alle Bolzen mit einem langen Blatt einer Gehrungssäge (600 mm) aus dem Baumarkt durchtrennt.
In Deinem Fall würde ich die Bolzen nicht zwischen Ballast und Kielsohle abtrennen sondern das Gewicht des Ballasts nutzen um die Bolzen aus dem Holz zu ziehen.
Mit möglichst vielen Keilen kann vorsichtig nachgeholfen werden, die Kanten des Holzes sollten geschont werden.
Gleichmäßig einschlagen und den Druck verteilen...
Wenn die Bolzen durchgerostet sind bringt Schlagen von innen gar nichts.
Man verkeilt die beiden Bolzenstücke im Holz und dann geht nix mehr!
Und ja, die können so im Holz festsitzen, das der Bolzen abreisst.

Ich hab mal eine schnelle Skizze gemacht von dem Topf zum Ziehen von Bolzen.
Mein Verdacht ist ja, dass die Bolzen nicht mit Gewinde im Ballast festsitzen, sondern im Holz.
Und da kann man sie nicht ausdrehen, man muss sie ziehen.

Anhänge: Kielbolzen ziehen_2018-05-10.jpg (45kB)  
Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 10.05.18 09:17

Blau ist der Topf, Rot die Gewindestange, Magenta die Mutter, Grün der Bolzen.

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 10.05.18 12:58

vielen dank für die mühe. ich werde dann mal rostlöser sprühen. erwärmen kann ich leider nicht, dazu bräuchte ich einen leistungfähigen brenner. mit kräftigen schlägen die gewinde lösen traue ich mich nicht wirklich, da habe ich bammel den guß zu zerstören. einen linksausdreher kann ich mir beschaffen. ich werde berichten.

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 10.05.18 13:22

Rostlöser auf Holz:
Damit habe ich keine Probleme. Meine Philosophie: Innen und speziell im Unterwasserbereich (Bilge) kein Lack. Da wird nur geölt, je öliger desto besser. Da macht Caramba nichts mehr aus und wenn es tief ins Holz dringt, umso besser. Auch bei Petroleum o.ä. hätte ich keine Angst. Ich habe z.B. die Kielbolzen dick mit Wollfett eingeschmiert und die Löcher im Kiel, Kielbalken und in den Bodenwrangen auch noch gleich mit flüssigem Wollfett (Fluidfilm)aufgefüllt. Was daneben gelaufen ist, mischt sich mit dem Deksolje, mit dem ich das Boot innen jedes Jahr streiche. Frei nach der Devise: Wo Fett und Öl ist, kommt kein Wasser mehr hin. Hat sich bisher bewährt.

Klaus

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: nils (IP bekannt)
Datum: 10.05.18 17:08

potemkin schrieb:
-------------------------------------------------------
> danke für die antwort. der kiel ist ausgebaut, die
> stehbolzen sind in den kiel geschraubt (hoffe ich,
> nicht eingegossen?). ich wollte sie erneuern. beim
> versuch sie auszudrehen sind 2 abgeschert (m16),
> damit hatte ich nicht gerechnet. ich vermute mal,
> die sind nicht 8.8 ... nun muß ich 1. diese beiden
> ersetzen, und die anderen 6 sollen auch dran
> glauben. nur möchte ich sie ungern auch noch
> abreißen.

Guten Tag,

im dritten Beitrag steht, der Kiel ist ausgebaut.

Viele Grüße

Nils



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.05.18 17:23 von nils.

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: Balkweger (IP bekannt)
Datum: 11.05.18 12:35


Hallo Potemkin,

Eine weitere Möglichkeit ist die Kielbolzen vorsichtig auszubohren und dann neue Gewinde zu schneiden oder Helicoil Gewindeeinsätze zu verwenden...

Grüße Jens

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 11.05.18 13:14

das wollte ich nach möglichkeit vermeiden, weil es sehr schwierig ist, frei hand genau zentrisch in der schraubenachse zu bohren, die kielfläche ist leicht gekrümmt. somit kann ich keinen böhrständer richtig aufsetzen. wenn der/die bolzen nicht wirklich in der richtigen position stehen, werde ich vermutlich probleme beim ansetzen des kiels bekommen. aber wenn mir nichts anderes übrig bleibt .....

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 11.05.18 20:26

Moin,
wenn man denn neue größere Gewinde setzt, dann mit Ensat-Gewindeeinsätzen.
Helicoil werden aus Draht gewickelt.
Wenn dann der erste Gewindegang des Helicoil ausreisst ist der Spass vorbei, der Rest kommt dann mit.
Ensat bestehen aus einem Stück und sind in vielen Stählen erhältlich, auch in A4 vergleichbarer Qualität.
Für den Einsatz unter Salzwasser aber auch ungeeignet! Gerade für tragende Teile.

Aber!!! :
Im Ballast sind die tragenden Gewindelängen von Ensat oder Helicoil sowieso zu kurz.
Gerade im Gussballast darf man kein Risiko eingehen und ne schöne Batterie bauen.
Gusseisen und V4A liegen vom Potenzialwert relativ weit auseinander.
Das erste was wegrostet sind also entweder die Bolzen oder die Gewindeeinsätze.
Der Ballast korrodiert auch, den Materialverlust kann man aber unter ferner liefen abhaken.
Die meiste Korrosion tritt da auf, wo die Masse am kleinsten ist, weil viele Teilchen der Umgebung sich auf eine kleine Fläche stürzen.
Schöne Bastelidee, aber praktisch unbrauchbar. Einigermaßen unverantwortlich mit so viel gefährlichem Halbwissen solche Ratschläge zu geben.
Über Lack kann man jemandem ein vom Pferd erzählen, am Ballast hängen Leben!

Allein auch aus korrosionstechnischen Gründen kommt mir die Variante der im Ballast verschraubten Bolzen sehr fragwürdig vor.
Bei meinem Ballast sind die Bolzen wie gesagt durchgesteckt mit einem Senkkopf am unteren Ende und Muttern innen.
Kann ja auch umgekehrt sein, dann wäre zwar auch das Gewinde dem Salzwasser verstärkt ausgesetzt.
Aber es wäre zumindest im Gewinde verzinkter Stahl auf verzinktem Stahl. Originaler und vernünftiger Weise.
Und die Muttern können extra stark sein.
Ich würde nochmal nach Bolzenlöchern unterm Ballast suchen...
Und ich schätze, dass die 2 Bolzen vielleicht duchgerostet und die Teile ineinander verkeilt sind.

André

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 11.05.18 21:09

Moin
Habe gerade diese Seite ergoogelt. Vielleicht dort mal anrufen? [www.waarschip-experte.de]
Ansonsten würde ich auch wie André davon ausgehen das die Bolzen durchgehen.
Gruß
Detlef

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: Balkweger (IP bekannt)
Datum: 16.05.18 15:05



Guten Tag,

Gewindereparaturverfahren als gefährliche Bastelei hinzustellen ist schlichtweg falsch.
Die verschiedenen Systeme werden seit vielen Jahrzenten in der Luftfahrt benutzt, um Gewinde zu panzern und das an noch korrosionsanfälligeren, hochfesten Aluminiumteilen...
Natürlich muß die Materialpaarung entsprechend abgestimmt werden.


Grüße

Jens


Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: Balkweger (IP bekannt)
Datum: 16.05.18 15:11



PS Das Ausbohren geht erstaunlich gut , auch aus der Hand, habe neulich bei einem Mercedes G Oldtimer etliche festgerostete Schrauben aus Aluminiumblindnitmuttern ausbohren müssen. Sehr genau ankörnen, eventuell mit nem Zentrierbohrer vorbohren und dann ggf. Mehrstufig ausbohren und ggf. eine Entsprechende Auflage für nen Bohrständer schaffen. Es gibt auch kleine Bohrständer, die eine runde Grundplatte mit zwei seitlichen Führungsstangen, die Mittig duch die Grundplatte bohren, zb von Wolfcraft.

Grüße

Jens

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 17.05.18 01:37

Moin,

ich habe Gewindeeinsätze auch nicht generell als gefährliche Bastelei bezeichnet.
Zum Einen habe ich aus der Erfahrung im Schiffbau Ensat den Vorzug vor Helicoil gegeben.
Zum Anderen ist weder die normale Gewindelänge eines Ensat noch die Materialpaarung bei einem Gusseisenballast passend.
Der Gewindeeinsatz hat nunmal keinen Abrostungszuschlag.
Mit Glück bekommt man Ensat in 1.4105 oder 1.4305 für die entsprechende Gewindegröße.
Beides sind Edelstähle die aber für den Einsatz unter Salzwasser völlig ungeeignet sind. (A2)
Noch dazu hat Gusseisen ein Potenzial von -0,7 bis -0,4. Oben genannte Edelstähle haben ein Potenzial zwischen 0,2 und 0,4. Im schlechtesten anzunehmenden Fall baut man damit also eine Batterie von 1,1 Volt.
Und A2-Stähle sind mäßig bis hoch empfindlich gegen Loch- und Spaltkorrosion.

Mag ja sein, das es in der Luftfahrt auch korrosive Medien oder Situationen gibt.
Was für kalte Temperaturen und Kerosin z.B taugt kann im Schiffbau nicht verwendet werden.
Und wenn Flugzeughersteller die Gewindeeinsätze in Großserie produzieren lassen, werden natürlich auch die Materialien und Paarungen genauestens spezifiziert.
Der Segler muss mit dem leben, was als Standard angeboten wird.

Und so bleibt dieser Fall mit Gewindeeinsätzen eine gefährliche Bastelei.

Gruß,
André

Re: kielbolzen ausdrehen
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 17.05.18 08:01

hat jemand eine bezugsquelle für feuerverzinkte vergütete (8.8 oder fester) (steh-)bolzen parat? bislang sind m16 verbaut, ev. muß ich aber stärkere montieren. das weiss ich erst, wenn ich die alten ausgebaut habe.

Zur Seite:  12nächste Seite
Aktuelle Seite:1 von 2


In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Benutzer schreiben.