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Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 06.11.18 20:08

Moin zusammen,

wir haben am Samstag unsere H-Jolle Balu (H 179) übernomme.


Das gute Stück ist von 1954 und stammt aus der ehemaligen DDR.

Leider sind der Originale Hochsegelmast gebrochen, ein 2. Mast mit Baum und Gaffelbaum ist auch dabei.

Am liebsten würden wir aber wieder auf den originalen Mast zurückgreifen. Ich hänge mal ein paar bilder der Bruchstelle an und bin voller Hoffnung das ihr noch Sinn in der Reparatur dieses Mastes seht.

Die Bruchstellen sehen für mich so aus als waren es mal original geleimte stellen. Was sagt ihr? Bilder in der ersten Antwort.

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 06.11.18 20:08

Bild 1



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.11.18 20:09 von evilknivel.

Anhänge: 20181106_194804~2.jpg (216kB)  
Re: Mast gebrochen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 07.11.18 10:33

Moin,
glatte Brüche gibt es nicht, von daher ist entweder an der Schäftung schon gearbeitet worden und Leim oder so zum Schutz daufgekommen oder es ist die originale Schäftung.
Das glaube ich aber eher nicht.
Wenn der sichtbare Leim alt wäre müsste er dunkler sein und die Bruchfläche im Leim wäre vor allem nicht so glatt.
Auch die Schäftung hätte ein Bootsbauer damals optimal nicht für die 2 Hälften an der gleichen Stelle gemacht.
Zumal ja die linke Schäftung noch ein flaches Ende zu haben scheint, was auch nicht orginal zur Schäftung gehören wird.
Wenn man damals überhaupt der Länge nach geschäftet hat. 1930 oder so gabs keine Leime die das gekonnt hätten.
Wenn der Mast original so gebaut wurde, ist es also nicht das Baujahr des Bootes.
Wie sieht die andere Hälfte aus?
Hat der Mast die originale Länge? Wenn schon dran gearbeitet wurde sicher nicht.
Hat der Mast in dem Bereich eine deutliche Veränderung der Stärke? Wenn es original ist, muss auch die Aussenkontur zusammen passen.
Es ist natürlich auch möglich, dass der Mast schon mal so gesegelt wurde und die Aussenkontur angeglichen wurde.
Dann wird das nicht lang gehalten haben, wofür auch die eigenartige Bruchform rechts sprechen würde.
Oben hat es geleimt, danach scheinbar keinen Kontakt gehabt.
Hätten die Leimflächen Kontakt gehabt, würden sie anders aussehen.

Man kann das sicher reparieren. Dann würde ich zuerst die Länge prüfen.
Wenn die stimmt, kann eine Seite so geschäftet werden, die andere ( linke?) sollte einen Einsatz bekommen.
Damit die Schäftung links und rechts nicht auf gleicher Höhe liegt und die Länge erhalten bleibt.
Wenn die Segel den Klassenvorschriften entsprechen, ist das ein guter Anhaltspunkt für die originale Masthöhe.

Gruß,
André

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: bob57 (IP bekannt)
Datum: 07.11.18 20:35

moin,
ich tippe eher auf eine Reparatur, die nicht gehalten hat.
Die Länge der Schäftung scheint mir arg ǵering

Gruß vom
Bob

(Diplom-Improvisationsprofi)

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 07.11.18 21:05

Stimmt Bob...


:-P

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 08.11.18 15:44

Hi, vielen Dank für eure Antworten! Soweit ich finden konnte darf der Mast bei einer H-Jolle max. 7,5m lang sein. Das werde ich die Tage mal messen.

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 08.11.18 18:31

Hey also ich habe eben 7,40m gemessen. Anbei weitere Bilder der Bruchstelle.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.11.18 18:32 von evilknivel.

Anhänge: 20181108_181854~2.jpg (224kB)   20181108_181907~2.jpg (290kB)   20181108_181923~2.jpg (232kB)  
Re: Mast gebrochen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 08.11.18 23:43

Hallo,
das wurde ganz klar schon bearbeitet, die Flächen sind ja total glatt.
Sieht aus als wenn der Mast an einer schon vorhandenen Schäftung wieder gebrochen ist, weil innen die Bruchstelle sichtbar ist. Außen dagegen die aufgegangene Schäftung.

Gruß,
André

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 08.11.18 23:45

So eine Schäftung ist auch schwer genau passend zu machen mit so vielen Flächen.
Und beim Verleimen Druck auf alle Leimflächen zu bekommen scheint fast unmöglich.

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 09.11.18 07:42

Moin zusammen und danke für eure Antworten!

Ich hatte es ja fast befürchtet. Dann muss ich tatsächlich in den "sauren" Apfel beißen und das Gaffelrigg nutzen. Sauer deshalb weil es dann fast unmöglich wird mit gebrauchten Segeln. Aber dafür kann ich dann gleich "historische" cremefarbene Segel anfertigen lassen.

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 09.11.18 10:21

Moin,

Du bist sicher, dass das Gaffelrigg nicht das originale Rigg ist?
Das Gaffelrigg ist ja grundsätzlich älter.
Wenn 2 Riggs dabei sind, würde ich beim Gaffelrigg grundsätzlich auf das Orginale tippen.
Ich weiß nicht, ob H-Jollen grundsätzlich mit Gaffelrigg gebaut wurden.
Aber das jemand eines drauf stellt aus ästhetischen Gründen oder weil es gerade verfügbar war, halte ich für unwahrscheinlich.
Zumal es ja auch seine Nachteile hinsichtlich Handhabung, Effektivität auf am Wind Kursen und Pflege hat.

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 09.11.18 12:38

Hi,

das stimmt natürlich. Aber die Entscheidung ist mir ja jetzt so oder so abgenommen worden 😂.

Jetzt wird H 179 wieder Gaffel getakelt.

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 09.11.18 12:42

Hallo Evilknivel,

ich würde auch tippen, dass das Gaffelrigg das ursprüngliche, originale Rigg war.
Eine Zeitlang war es modern, gaffelgetakelte Boote auf Hochtakelung umzurüsten, weil diese als die effizientere Takelung angesehen wurde. Das mag zu Zeiten von Baumwoll-Segeln zugetroffen haben, als diese sich noch beliebig reckten und man den Twist von Gaffelsegeln vielleicht nicht so gut kontrollieren konnte.

Ich bin aber der Meinung, dass heutzutage das Gaffelrigg mit den reckarmen Segeltuchen, die zur Verfügung stehen, der Hochtakelung leistungsmässig nicht mehr wesentlich hinterherhinkt, wenn überhaupt.

Bei H-Jollen und J-Jollen werden heutzutage sogar Boote wieder von Hochtakelung auf Gaffeltakelung zurückgerüstet. Und wenn man sich die modernen Squareheadsegel ansieht, das ist quasi die moderne Ausführung von Gaffelsegeln.

Wenn Du also schon am Restaurieren bist, würde ich auch wieder das Gaffelrigg verwenden. Das Handling ist nicht wesentlich komplizierter als bei der Hochtakelung, das Aussehen eines vogelflügelähnlichen, durchgelatteten Gaffel-Großsegels ist durch nichts zu toppen.

Du solltest aber beachten, dass der Segelmacher das Segel vermessungskonform schneidet (wenn Du mal Regatten segeln willst). Ein gutes Gaffelsegel zu schneiden ist eine Kunst. Nicht jeder Segelmacher kann das gleich gut. Also am besten von einem Segelmacher machen lassen, der schon Gaffelsegel hergestellt hat. Hier würde ich mich mal mit H-Jollenseglern oder J-Jollenseglern in Verbindung setzen (siehe die Homepages der Klassenvereinigungen). Die können Dir sicher wertvolle Tips geben.

Viele Grüße

Klaus






Re: Mast gebrochen
geschrieben von: evilknivel (IP bekannt)
Datum: 09.11.18 13:18

Hallo Klaus,

vielen Dank für deine Antwort und die Ausführungen, ich lann jede Art an Infos und Hilfe gut gebrauchen.

LG Frank

Re: Mast gebrochen
geschrieben von: arthur (IP bekannt)
Datum: 30.11.18 16:34

eine Adresse wäre die Tuchwerkstatt von Sebastian Hentschel in Greifswald...!



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