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Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 18.02.19 20:23

Hallo Forum,
durch lange Standzeit (4 Jahre) ist mein Fokeboot so ausgetrocknet, dass 2 Planken der Länge nach in Höhe der Nieten aufgerissen sind.
Wie bekomme ich die denn jetzt ohne Probleme aus dem Verband?
Gruß
Claus

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 18.02.19 21:36

Moin Claus,
Welche denn? Die unterste geht wohl nur raus wenn die 2. mit demontiert wird. Hier hat Uwe Baykowski mal beschrieben wie es geht: [www.fky.org]
Gruß
Detlef

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 19.02.19 12:44

Hallo,
es sind genau genommen 2 Planken.
Ca. 2-3 unter dem Wasserpass jeweils Steuer- und backbord.
Kurz zum Werdegang:
Das Boot habe ich letzten Herbst mit Außenborder, Trailer und allem drum und dran für relativ kleines Geld gekauft. Der Kaufpreis befindet sich im mittleren 4 stelligen Bereich.
Der bisherige Eigner hatte es 4 Jahre in einer trockenen Scheune abgestellt und mußte jetzt den Platz freimachen.
Es ist ein Lärche auf Eiche Boot welches nach Aussage des Altbesitzers 1969 gebaut wurde.
Er selbst hat es 1984 als 2. Eigner erworben.
Was bisher gemacht wurde:
Das komplette Unterwasserschiff wurde mit Trockeis gestrahlt
Der Kiel wurde abgesenkt um die Bolzen untersuchen zu können, hier gibt es keine Probleme.
Rost ist zwar vorhanden aber nur als dünne Schicht.
Das Totholz ist in gutem Zustand, es gibt keine faulen Stellen
Nach dem Strahlen zeigte sich, dass die Wrangen von außen mit einfachen Eisenschrauben befestigt wurden.
Diese sind vollständig weg korrodiert und der Rost hat das angrenzende Holz "angefressen"
Hier kann nur neu geschraubt werden.
Weiterhin haben wir das Unterwasserschiff komplett geschliffen.
Was sonst noch zu tun ist:
Am Überwasserschiff gibt es ein paar Scheuerstellen wo die Lackierung abgeplatzt ist.
Die Kajüte muss von innen komplett gereinigt werden.
Hier hat sich in allen Ecken der Dreck aus 50 Jahren gesammelt. Das werden wir mit einem Dampfreiniger machen.
Anschließend alles anschleifen und neu lackieren.
Die Elektrik ist nur rudimentär vorhanden und ziemlich wild verkabelt.
Im groben wärs das erst mal.
wir hoffen diese Saison noch ins Wasser zu kommen

Gruß

Claus

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 19.02.19 13:03

Hallo Claus,
erst einmal herzlichen Glückwunsch zum erstandenen Holz Folke.
Wenn ich richtig verstehe habt Ihr den Kiel nach unten gelöst um die Bolzen zu kontrollieren. Sind dabei die Bolzen aus dem Ballast nach oben, oder durch die Wrangen nach unten gekommen? wenn Ihr schon so weit wart, warum nicht gleich alle (vor allem die Verbindungen der Vor- und Achtersteven) Verschraubungen erneuert? Beim Folke ist genau dort das größte Problem zw. Eisen und Eiche, wenn Sie ihr errechnetes Lebensalter von 30 Jahren erreicht haben.
Wenn noch nicht bekannt, kannst Du dir hier ja mal ansehen was wir so an unserer 70jährigen so veranstaltet haben: [www.fky.org]
Ich drücke die Daumen das es mit dem wunderbaren Folkesegeln noch in dieser Saison klappt.
Gruß aus Hamburg
Detlef

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 20.02.19 17:30

Hallo Claus,

hab selber zwar nur ein Karwel geplanktes Boot, verfolge aber auch mit Interesse die Problematik der geklinkerten Boote.

Auf die Gefahr hin, es falsch verstanden zu haben: Es gibt ja immer die Oberkante einer Planke, deren Kante unter einer anderen Planke liegt und dann Unterkante der darüber liegenden Planke. Auf welcher Seite der Planke sind die Planken gerissen? Auf der Unterseite oder an der Oberseite? Falls sie an der oberen Kante gerissen sind, wäre das ja nur von der Bootsinnenseite her feststellbar. Und die Reparatur schwierig (d.h. Austausch der Planke). Falls sie an der Plankenunterseite gerissen sind, ist der Riss ja gut zugänglich.

Ich bevorzuge ja möglichst einfache Reparaturen, und bevor ich eine Planke ausbauen und neu anpassen würde (das würde ich bei einem Folke nicht gerade als einfach vermuten, allein schon die Beschaffung geeigneten Holzes)), würde ich zuerst möglichst "minimalinvasive" Reparaturen versuchen, die möglichst wenig an der Substanz kaputt machen.

Falls der Riss nicht komplett von vorne bis hinten durchgeht (was ich mir nicht vorstellen kann, ausser die Planke hatte schon einen Fehler) würde ich mal als einfache Lösung vorschlagen, die Nieten im betroffenen Bereich zu entfernen, und die Planke in diesem Bereich entlang des Risses auszufräsen, wie man es beim Ausleisten macht (evtl. auch nur abschnittweise, damit die Plankenseiten nicht auseinanderklaffen). Dann würde ich eine Leiste in die entstandene Nut einkleben und (nach Aushärten etc.) die entfernten Nieten wieder einbauen. Ist vermutlich zumindest mal einfacher, als eine ganze Planke zu wechseln. Du hast damit noch nichts kaputt gemacht und kannst die Planke, wenn es denn doch nicht hält, immer noch ersetzen. Und oft halten solche Reparaturen dann länger als gedacht und bleiben für immer. Und man kann die Reparatur im Prinzip auch, mit einer etwas breiteren Leiste wiederholen. Im Zeitalter des Epoxi ist ja soviel möglich, was früher gar nicht ging.

Als zweite Lösung, schon etwas schwieriger, könnte ich mir vorstellen, den ganzen unteren Bereich der Planke (in dem Bereich der Überlappung) zu entfernen und durch ein neues Stück Holz zu ersetzen.

Das Schöne bei solchen Verklebungen ist ja, dass sie parallel zur Faser des Holzes passieren, wo das Epoxi (vermutlich) eine höhere Festigkeit hat, als das Holz selber (im Prinzip ist es ja eine Schäftung, mit unendlich kleinem Schäftwinkel, also ideal). Man muss also nicht schäften (ausser am Anfang und am Ende dieser eingesetzten Stücke, die darf man natürlich nicht einfach stumpf enden lassen).

Sag mal, wie Du es dann machst und schicke mal ein Foto von dem Schaden.

Viele Grüße

Klaus






Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 20.02.19 19:03

Hallo Klaus,
herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
so werden wir es wahrscheinlich machen.
Der Riss geht entlang der Mittellinie der Planke und ist ca 1,5-2mlang.
Rissbreite ca 8mm
Du hast das schon sehr schön erklärt:
Mit der Oberfräse auf definierte Breite ausfräsen.
Passstück einfügen und verleimen
Dabei die Stirnseiten schäften
Natürlich vorher die Nieten entfernen
Nachher vorbohren und neu nieten.

Gruß

Claus

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: tbruske (IP bekannt)
Datum: 22.02.19 13:16

Hallo zusammen,
Trockenrisse in der Mitte der Planke hatte ich bei unserem Folke auch und habe sie einfach mit dem Handschleifer/Dremel vielleicht 5-10mm tief und 4-5mm breit ausgefräst und mit ms Polymer aufgefüllt. Das leistet schon seit mehreren Jahren gute Dienste. Aber von Niet zu Niet geht das na klar nicht.
Gruß Thorsten



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.02.19 13:21 von tbruske.

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 22.02.19 21:10

Hallo,
hier ein Foto

Anhänge: UNADJUSTEDNONRAW_thumb_18371.jpg (198kB)  
Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 22.02.19 21:24

Hallo,
anbei der umrestaurierte Zustand vor dem Trockeneisstrahlen.
Gruß
Claus

Anhänge: UNADJUSTEDNONRAW_thumb_17df7.jpg (216kB)  
Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 24.02.19 12:54

Hallo Claus,

Aus Deinem ersten Beitrag hatte ich angenommen, dass der Riss in der Planke durch die Nietbohrungen läuft. deshalb nahm ich an, dass man die Niete vor der Reparatur entfernen muss. Auf dem Foto scheint der Riss jedoch nicht durch die Nietbohrungen zu laufen. Für die Reparatur des offen liegenden Risses müssen die Niete natürlich nicht entfernt werden.

Allerdings läuft der Riss unter die darüber liegende Planke.
Hier würde ich, nach Entfernen der Niete, die darüberliegende Planke so weit von der Unterkante her aussschneiden, dass der Riss der darunter liegenden Planke offen zugänglich ist und wie schon früher beschrieben, ausgeleistet werden kann. Dann kann der aus der darüber liegenden Planke entfernte Bereich mit einem entsprechend eingepassten Holzstück wieder hergestellt werden. Hierbei ist natürlich auf eine Ausschäftung der Enden des eingesetzten Stückes entweder in Dickenrichtung der Planke oder in Breitenrichtung mit einem Schäftverhältnis von etwa 1:10 zu achten. Und natürlich müssen in diesem Bereich die Niete, die zuvor entfernt wurden, anschliessend wieder eingebaut werden.

Hört sich natürlich "brutal" an, eine intakte Planke anzuschneiden, um an eine darunter liegende Schadensstelle zu gelangen, aber immer noch wesentlich einfacher (und günstiger), als ganze Planken auszubauen oder zu tauschen. Und technisch ist diese Art der Reparatur 100% wie eine intakte Planke zu sehen.

Wenn Du die Reparatur mal durchgeführt hast, fände ich ein Foto der Reparaturstelle (vor Lackierung) interessant.

Viele Grüße

Klaus

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: ingopingo (IP bekannt)
Datum: 08.03.19 12:01

test

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: oiliner (IP bekannt)
Datum: 21.05.19 12:41

hallo Claus, ich habe so ein gleiches Problem, oder sogar mehrere. Wie hadt Du es gelöst ?
Tatsächlich ausgefräst und ein passendes Holz eingebaut oder mit ein ms Polymer abgedichtet ?
ronald

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 21.05.19 17:01

Hallo,
also wir haben den Riss nicht weiter ausgefräst sondern so wie er war mit MS-Polymer zugeschmiert.
Das hat auch wunderbar geklappt.
Der Riss ist dicht.
Allerdings hat das Boot aufgrund der langen Standzeit (4 Jahre) eine Vielzahl von Leckagen.
Wir haben es nämlich versäumt auch die Lanungen abzudichten
Den mit CO2 bestrahlten Rumpf habe ich 4 mal mit Chlorkautschuk gestrichen.
Trotzdem leckte das Boot.
Letzte Woche Di kam es ins Wasser.
Zu Anfang habe ich gedacht das wird nichts mehr. Sehr starke Wassereinbrüche an allen möglichen Stellen.
Bis Samstag hat sich das soweit gegeben das die Pumpe ca 20l in 24h pumpt.
Ich denke das wird noch besser
Ansonsten ist das Boot der Hingucker.
Ich bin bei fast 480 Booten in der Marina das einzige Holzboot
Die erste Nacht hab ich übrigens wunderbar an Bord geschlafen

Gruß

Claus

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 21.05.19 17:03

Hallo,
also wir haben den Riss nicht weiter ausgefräst sondern so wie er war mit MS-Polymer zugeschmiert.
Das hat auch wunderbar geklappt.
Der Riss ist dicht.
Allerdings hat das Boot aufgrund der langen Standzeit (4 Jahre) eine Vielzahl von Leckagen.
Wir haben es nämlich versäumt auch die Lanungen abzudichten
Den mit CO2 bestrahlten Rumpf habe ich 4 mal mit Chlorkautschuk gestrichen.
Trotzdem leckte das Boot.
Letzte Woche Di kam es ins Wasser.
Zu Anfang habe ich gedacht das wird nichts mehr. Sehr starke Wassereinbrüche an allen möglichen Stellen.
Bis Samstag hat sich das soweit gegeben das die Pumpe ca 20l in 24h pumpt.
Ich denke das wird noch besser
Ansonsten ist das Boot der Hingucker.
Ich bin bei fast 480 Booten in der Marina das einzige Holzboot
Die erste Nacht hab ich übrigens wunderbar an Bord geschlafen

Gruß

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 23.05.19 19:42

Moin Claus
Das mit dem Polymer kann sicherlich an der in Deinem Bild gezeigten Stelle, wie Thorsten ja schon beschrieben hat, einige Jahre halten.
Mir ist nur im Bild gerade aufgefallen das einige Nietköpfe hervorstehen. Sollte in den Lanungen noch nix eingearbeitet sein, Probier mal im kommenden Winterende etwas nachzunieten. Behutsam ohne die Scheibe und den Kopf zu weit ins Holz zu treiben. Könnte die Verbindung stärken. Schnelleres dichtziehen und steiferes Boot. Das nach der langen vergangenen Trocknung zu tun könnte zu viel sein. Im kommenden Winter gut Ölen und dann nachnieten, so würde ich vorgehen. Wenn das garnicht hilft, dann nach der Beschreibung von Uwe Baykowski mit MS Polymer abdichten. Haben wir bei Lill auch gemacht. Nur ohne Hohlkehle!
Bei Lill war aber auch schon mehrfach kalfatert worden. Siehe Restaurationsbericht von Lill.
Gruß Detlef

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: hermann.l (IP bekannt)
Datum: 25.05.19 10:03

Moin Claus , ein nicht zu unterschätzendes Problem sehe ich in den Verbindungen zwischen Planken und Spanten . Das Umfeld der Cu Nieten sieht nicht sehr vertrauenswürdig aus . Wie sieht's da innen aus ? Ev . Planung für das Winterlager: Niet raus , 15 oder 20mm Forstner Bohrer , Proppen mit Epoxy rein und neu vernieten . Letztendlich brauchst du neben der intakten Bootshülle eine absolut sichere Verbindung der Hülle mit dem Gerippe .
Es lohnt sich natürlich , dieses schöne Boot zu erhalten.
Weiterhin viel Erfolg .

Gruß vom Skipper
Hermann
und seinem 54 Jahre alten Holzboot



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.05.19 10:13 von hermann.l.

Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: claus1807 (IP bekannt)
Datum: 25.05.19 10:39

Hallo Hermann,
im Schiffsinnerem stehen die Nieten allesamt sehr gut aus.
Ist ein fehlender Verbund zwischen "Gerippe aus Spannten und Planken eigentlich beim Segeln zu bemerken?

Anhänge: 5d3d8f70-eb49-4d8a-9f17-9fe04f77737c.jpg (262kB)  
Re: Plankentausch am Folkeboot
geschrieben von: hermann.l (IP bekannt)
Datum: 25.05.19 11:43

Es wird dort zunehmend Wasser eindringen und die Nietlöcher werden weiter ausgammeln . Auch in der Planke wird's im Nietbereich gammeln .
Ich habe diesen Winter auch 2 Spanten bzw. Wrangen erneuert und etliche Verschraubungen der Planken in Spanten erneuert . Durch Undichtigkeiten im Plankenstoß und in Verschraubungen gab's Gammel in Planke und Gerippe . Ich bin dann rigoros .
Auf dem Bild passt Gina auf die Spant - und Wrangenstücke auf , weil sie als Modell gebraucht werden
Hat ja auch schon 54 auf dem Buckel , meine Barke .
Weiterhin viel Spaß.


Gruß vom Skipper
Hermann
und seinem 54 Jahre alten Holzboot



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.05.19 11:49 von hermann.l.

Anhänge: 2019030417480500.jpg (276kB)  


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