Re: KLR für Schwertboote
geschrieben von:
Rainer Enßlin (IP bekannt)
Datum: 26.06.06 12:09
Hallo
Zur "gerechtigkeit" von YS: ich selber fahre eine offene holzjolle vom chiemsee (schratz), die mit 110 nach DSV gewertet wird. in dieser liste steht sinngemäß, dass nur die boote aufgeführt sind, von denen aus jüngster zeit vergleichsregatten vorliegen. ich denke mal, dass bei meinem bootstyp, dem schratz, außer einer regatta vom chiemsee die letzte um 1965 dieses kriterium erfüllte.
einzig auf der holzboot-regatta des SCCFeldwies am chiemsee, die einmal jährlich regattafelder bis zu 70 boote aufweist, nehmen immer etwa 7-10 schratze teil. am chiemsee fahren diese gegenüber der dsv-zahl aber mit der YS 115. in der gesamtbilanz kommt dann trotzdem immer folgende plazierung: platz 1-50: die anderen. dann zwischen 50 und 60: vielleicht ein schratz. ende des feldes: die übrigen schratze.
da frage ich mich doch, was YS bei den alten booten wirklich soll, wenn es tatsächlich nur noch wenige boote gibt, von denen die daten allenfalls aus den 50er jahren stammen.
umgekehrt kann ich auf den hiesigen regatten mit der 110er YS alt gebliebene H-Jollen mühlos hinter mir halten, sind aber die aufgeputschten exemplare mit spinnakern, für die es in den 50er jahren wahrscheinlich gar nicht genug stoff gegeben hätte, nach 15 min außer sichtweite. und beide fahren mit der selben YS.
interessant fand ich auch die holzboot am steinhuder meer 2005. da fanden gleichzeitig sharpie-regatten (EM?) statt, von denen etwa 23 schiffe mit im feld starteten. also entweder sind die sharpie-segler die besten auf der welt, oder die YS 109 ist die reine katastrophe. die ersten 25plätze wurden nämlich von rund 21 sharpies belegt. der rest des feldes (zus. 68) waren allerdings auch nicht gerade anfänger.
ich denke, man sucht sich in den regattafeldern am besten seine intimgegner, bei denen man eine ähnliche bootsgeschwindigkeit festgestellt hat und regattiert mit freude gegen diese. den rest vergisst man und wenn man tatsächlich mal vorn ist, sollte man dies nicht unbedingt zu 100% auf die eigene klasse schieben.
ob da klr oder ys irgendwie besser ist, wage ich einfach zu bezweifeln. vielleicht sind bei klr einfach mal andere vorne, aber ob zu recht?
es ist auch die frage - wie es übrigens in den YS-Richtlinien vorgesehen ist - ob ich mein boot auf dem technisch neuesten niveau halten muss, oder ob ich auch boote mit alten segelschnitten und alter beschlagstechnik berücksichtigen will.
muss ich also pro saison einen bootsbauer mit diversen 1000ern promoten, oder kann ich auch einfach mit meiner anständig gepflegten jolle teilnehmen. vielleicht kann man ja auch die regattafelder in wanderyachten und high-tech-regattajachten unterteilen, nur wo legt man nun da wieder die grenze.
schwierig, schwierig. vielleicht darf man das alles einfach nicht zu ernst nehmen.
grüße, rainer