FREUNDESKREIS

Zukunftsträchtiges - Ihr Statement ist gefragt!

Der Freundeskreis ist in seinen Vorhaben so facettenreich wie die Klassikerszene selbst - Regatten, Sternfahrten, Restaurierungsseminare, kulturelle Angebote, das Zentrum, der „Klassiker“, die Webseiten... Was ist zu tun, um auch in fünf oder zehn Jahren noch den festen Ankergrund für 1900 Mitglieder zu bieten?
Wir möchten Sie bitten, Ihre Vorschläge für die zukünftigen und zukunftsträchtigen Aktivitäten des Freundeskreises in einem kurzen Statement zu formulieren.
Einsendungen bitte an info@fky.org

M. M., Bootsbaumeister:

Segelleidenschaft

Blauer Himmel, Sonne, Wind und Wellen, „Neringa, ich komme!“. Die Segeltasche und etwas Obst schnell eingepackt, fahre ich auch schon zum Hafen und treffe mich mit meiner großen Liebe „Neringa“, sie ist wunderschön, mit herrlichen Rundungen, etwa 62 Jahre alt, aus feinstem Honduras Mahagoni; ein 9m langes Boot der Drachenklasse.

Mit einer kräftigen Brise aus Nord- Ost verlassen wir mit rauschender Fahrt die enge Hafeneinfahrt in die Kieler Förde. Nach kurzer Zeit umrunden wir den Leuchtturm Bülk und können nun etwas abfallen in Richtung Stollergrund. Der Wind frischt noch mehr auf, so dass „Neringa“ weiter Fahrt aufnimmt. Ihr Bug schneidet messerscharf durch die Wellen der Ostsee, dass die Gischt zu beiden Seiten nur so wegfliegt und das Wasser freundlich gurgelnd unter ihrem Rumpf durchläuft.

Ich versuche jetzt das Großsegel noch etwas zu fieren und das Vorsegel dichter zu holen. Auf geheimnisvolle Weise sind jetzt „Neringa“ und ich mehr und mehr in einem harmonischen Gleichgewicht der Kräfte vereint, so dass ich auf der Deckskante sitzend, die Balance aller unterschiedlichen Spannungen von Segel, Mast, Stagen und Wanten spüren kann. Die Kraftlinien konzentrieren sich jetzt auf die Rumpfmitte und sind deutlich, fast greifbar nah zu fühlen. Es ist als würde ich wie auf einem Musikinstrument die Saiten in einem wohl tönenden Dreiklang der Elemente von Wasser, Wind und Wellen erwecken.

Das Erlebnis dieser Harmonie der Kräfte und unterschiedlichen Energien führt mich in ein meditatives Bewusstsein meiner eigenen Mitte, tiefer empfunden als irgendwann sonst im Leben.

Vielleicht bringt mich ja auch die direkte Verbundenheit mit „Neringa“ durch das Fließen und Wiegen in den Wellen näher zu allem Anfang meines Seins zurück. Vielleicht wird mir ja auch durch diese erlebte, scheinbare Nähe zu meinem Ursprung noch klarer bewusst, wie ich entstanden bin?

Auf der Rückfahrt in die niedergehende Sonne beschleicht mich so eine Ahnung, „schöner kann es eigentlich kaum noch werden“.




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