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Stig Westergaard - Jesper Bank

Wichtigstes sportliches Ergebnis der 12er EM in Flensburg war selbstredend der erste Platz, der Titel für die VIM. Interessant sind aber auch die kleinen atmosphärischen Nebenschauplätze, so etwa der Einsatz alter Kämpen auf den dänischen Zwölfern:

Die dänischen Segler Stig Westergaard und Jesper Bank, beide als mehrfache Weltmeister und Olympioniken geadelt, kämpften in den 90ern im Soling gegeneinander, nun taten sie das wieder, jeder auf seinem 12er. Stig Westergaard war bei der 12er-EM Taktiker auf der 1939 gebauten VIM, während Jesper Bank ein anderes dänisches Boot steuerte, die VANITY V, die von Thomas Andersen gechartert worden war.

Diesmal war es aber viel entspannter als im seinerzeitigen „Soling-Krieg“, unterstrich Stig Westergaard im Interview mit minbaad.dk.

Der entspannte Stig machte es im rekordträchtig großen Feld der 12er besser als Jesper. Er hatte bereits seit dem AC in Valencia Erfahrungen mit den 12ern gesammelt, während sich Jesper Bank noch nicht an die 27 Tonnen hatte gewöhnen können, die 3 Minuten Anlauf benötigen, um beim Start auf volle Geschwindigkeit zu kommen. So sieht es jedenfalls Stig, der bei der EM den Ruf eines „Super-Starters“ genoss.

Vim

Stig: „Zweimal gelang es uns lehrbuchmäßig, als wir mit hervorragendem Timing beim Luvstart mit hoher Fahrt ankamen. Aber dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, lernten wir, als bei einem Start EVAINE uns nicht in die Linie ließ und uns ausluvte.“

Jesper Bank steuerte übrigens die VANITY für seinen früheren Mitsegler Thomas Andersen hinter der VIM (und TRIVIA) auf Platz drei bei der EM, außerdem hatte er noch die Olympia-Segler Jesper Seier und den Olympia-Sportchef Thomas Jacobsen sowie Björn Westergaard an Bord.

Stig Westergaards Fazit
Die 12er seien eine wahre Wohltat für die Seele, die Boote seien wunderschön, und man kann einfach nichts schlecht daran finden. Außerdem gäbe es eher einen edlen Wettstreit als knallharte Konkurrenz.
Außerdem wäre das Niveau bei der EM sehr ausgeglichen gewesen: In einem Lauf kamen vier 12er mit Überlappung über die Ziellinie! Und deshalb bestehe kein Zweifel, dass die klassischen 12er eine der besten Klassen großer Regattaschiffe seien! Sozusagen Segelspaß ohne Grenzen!

Lehrstück vor dem Start
Die Regattaserie begann - so Stig im Interview mit minbaad.dk - für VIM ganz unglücklich, als VIM 7 Minuten vor dem allerersten Start einen Drachen übermangelte, der im Startfeld nun wirklich nichts zu suchen hatte. Eigner und Steuermann Patrick Howaldt konnte dem Drachen nicht mehr ausweichen, rammte ihn am Heck, sodass dessen Steuermann ins Wasser fiel und das Schiff gefährlich viel Wasser übernahm. Trotzdem kam niemand ernsthaft zu Schaden.
VIM erlitt bei der Kollision ein Leck am Vorsteven, durch das ständig Wasser ins Schiff spritzte, sodass dieser 12er schon vor dem ersten Start für diesen Tag ausfiel. Aber VIM erhielt eine Wiedergutmachung und gewann nach sechs Wettfahrten souverän, konnte sogar noch einen zweiten Platz streichen.



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