REGATTA

Elbe Klassik 2007: „Auf Regen folgt Sonnenschein“

Wir blicken zurück ins Jahr 2005.
Damals hatte die Elbe Klassik bekanntlich den kleinen Tidehafen Barnkrug zum Ziel. Da wir immer dort anknüpfen, wo wir im vergangenen Jahr auf Wiedersehen gesagt haben, mussten wir natürlich dort wieder hin. Nun, ganz am Ende der kleinen Prickenreihe haben wir uns mit Rücksicht auf ängstliche Kielbootbesitzer wie mich nicht getroffen, sondern einige Kabellängen weiter im Westen, dort wo noch alles tief ist. Joachim auf dem A+R Kielschwertkreuzer „Alamak“ hatte klaren Auftrag, nicht nur das Feld um sich zu sammeln, sondern auch in Stellung „Schwert unten“ zu schippern. Über 30 Schiffe hatten sich eingefunden, um gemeinsam auf Kreuz elbab zu gehen, bis die Tide hinter Freiburg kentert. Einzig Schelde-Schouw „Svea“ warf zwischenzeitlich dem Motor an. Nicht weil Wolfgang Treu das Segeln verlernt hat, sondern um den aus Berlin angereisten Photografen Sönke Hucho in die richtige Position zu bringen.

Die Elbe haben wir Segler nicht allein. Fähren, Ausflugschiffe und vor allen Frachter jeder Größe teilen sie mit uns. Elbe-Segler kennen das Geschäft, sie wissen um die Kurse der anderen. Trotzdem ist es ein immer wieder faszinierendes Bild, wenn ein „extra-ordinary large vessel“ von über 300m Länge und 13m Tiefgang die kreuzenden Segel respektvoll weichen lässt, deren Steuerleute dennoch von entspanntem Schippern erzählen. Für Revierfremde ist es scheint’s noch spannender. Man sieht es auf den Bildern.

Das Ziel lag am größten Nebenfluß der Unterelbe, der Stör. Beeindruckt von der herannahenden Flotte ließ sich das Sperrwerkspersonal nicht bitten und wartete mit dem Schließen der Klappbrücke, bis das ganze Feld durch war. Für wahr, nicht immer selbstverständlich. Jetzt mit auflaufendem Wasser die Stör hinauf inmitten der schönen Boote war ein weiterer Genuss, von vielen genutzt für schnelle Wenden und gelegentliche lange Schläge.
Unsere Gastgeber in Beidenfleth hatten gute Vorarbeit geleistet und uns mit entsprechendem Platz an ihrem Steg empfangen. Highlight am Abend der Elbe-Klassik ist der Grill, zu dem jeder mit seinen Sachen anrückt und der Zapfhahn. Vor allem aber wir selber im Gespräch über den Sommer und die Wintermonate und Gott und die Welt. Auch der leichte Nieselregen am Abend konnte die Stimmung dann nicht mehr trüben. Ein schnell improvisier-ter Umzug mit Tischen, Bänken und Bierfaß in die neue Winterhalle ließ die Gesprächsfäden nicht verlieren. Schöne Wanderpreise gab es auch. Nachzulesen im Internet.

Zum Stadtfest in Itzehoe waren die Gaffler angereist. Die Tide hält uns auf der Elbe immer zusammen, und es gab am Sonntag noch einmal herrliche Bilder der elbauf fahrenden Holzboote, diesmal mit zahlreichen Ewern, Mitten und Tjalken vermischt.

Elbe Klassik! Nächstes Jahr ab Störmündung.

Ulrich Körner



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