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UNENTWEGT
Das Dämpfen von Planken und Spanten Beim Bau einer Dampfkiste sind der Phantasie des Bootsbauers keine Grenzen gesetzt: Die kleinste Ausgabe einer Dämpfanlage ist ein Teekessel auf einem Gasherd. Der Dampf wird durch einen 1 1/2 Zoll-Schlauch vom Kessel in die Sperrholzkiste geleitet. Eine solche Anlage ist völlig ausreichend für kleinere Bauteile von z.B. Jollen oder Ruderbooten. Eine größere Anlage für z.B. 10 m lange und 60 mm breite Eichenplanken besteht aus einem gasbeheiztem Bitumenkocher mit einem 200-Liter-Kessel. Die dazugehörige Sperrholzkiste könnte 7,5 m lang, 0,8 m hoch und 0,5 m breit sein, der Deckel geschlitzt. Eine einfache Variante ist ein schräggestelltes Rohr, unten dichtgeschweißt, das zu einem Viertel mit Wasser gefüllt über einem offenen Feuer erwärmt wird. Diese Anlage sollte man im Freien aufbauen - nicht zu dicht am Schiff! Die gedämpften Holzteile dürfen keine Berührung mit rostigem Eisen bekommen - Eiche läuft sofort blau an! Der Weg von der Dampfkiste bis zum Schiff sollte nicht zu weit entfernt sein, damit das Bauteil unterwegs nicht erkaltet und beim Einbiegen bricht. Man hat ca. 5 bis 10 Minuten Zeit, das Bauteil zu verformen. Nach dem Erkalten behält es bis auf weniges seine Form. Allgemein ist darauf zu achten, daß ausreichend Wasser im Kessel ist, damit der Dampf nicht vorzeitig ausgeht. Füllt man während des Kochens Wasser nach, kann das den Dämpfungsprozeß beeinträchtigen. Soll z. B eine Planke am Heck eines Spitzgatters gedämpft werden, muß diese zunächst abgemallt werden (s. Plankenwechsel), damit die Form in der Breite stimmt, denn über die Breite läßt sich die Planke auch durch Dämpfen nicht biegen. Die heiße Planke wir zuerst an der Stevensponung mit Schrauben, Zwingen oder Stützen befestigt und dann mit Gefühl nach vorn eingebogen. Zum Kalfaten benötigt man folgendes Geschirr: Soll ein ganzer Rumpf kalfatet werden, muss überall, Naht für Naht, zunächst mit einem Draht gearbeitet werden, dann der nächste usw., damit die neue Spannung, die dem Rumpf zugeführt wird, gleichmäßig verteilt wird. Ist die Naht sehr breit, kann man auch mal ein Auge legen, dieses etwas eindrehen und stauchen; immer in die Richtung, aus der man kommt - vom Körper weg. Das Werg darf niemals durchschlagen werden. Mit dem Rabateisen wird die Naht nun gestaucht, jetzt wird auch mehr Schwung in den Hammer gelegt. Der Klang des Hammers wird dabei heller und härter, sobald die richtige Verdichtung zustande gekommen ist. Federt der Hammer leicht zurück, ist die Naht in Ordnung. Mit etwas Übung kann man gut am Klang unterscheiden, ob eine Naht in Ordnung ist oder nicht. Eine faule Naht frisst Werg und klingt schlecht. Eine fertige kalfatete Naht sollte 3 bis 4 mm tiefer als die Außenhaut liegen, um noch Pech als Dichtungsmaterial in die Naht zu bekommen. Pech, erhältlich als schwarzer Bitumenblock, wird erwärmt, bis es flüssig wird, und dann in die kalfatete Naht gegeben. Nicht kochen, weil sonst zu viele Luftblasen eingeschlossen werden. Decksnähte sind einfach auszugießen, entweder mit einer Kelle oder mit einem alten Teekessel, aus dem man schön gießen kann. Schwieriger sind da schon die Außenhautplankennähte, in die z.B. mittels einer einfachen Farbrolle aus Polyester eine Pechwurst in die Nähte gedrückt werden kann; überstehendes Pech wird mach dem Erkalten abgekratzt. Will man sich das Pech ersparen, kann man die Nähte auch mit Sikaflex füllen - eine Methode, die sich gerade auf den Werften immer mehr durchsetzt. Die traditionelle oder die moderne Füllung verhindern das Herausarbeiten des Wergs aus den Nähten. |
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