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UNENTWEGT
Die Decksbalken eines Schiffes haben folgende Aufgaben: Die konvexe Wölbung der Decksbalken nennt man Balkenbucht oder Decksbucht, ihr Stichmaß sollte nicht weniger als 1/50tel der Breite betragen. Dabei dient die Balkenbucht zur weiteren Erhöhung der Festigkeit und zum Ablauf des an Deck kommenden Wassers. Die Bucht aller Decksbalken eines Schiffes ist in der Regel von vorn bis hinten gleich. Die Enden der Decksbalken verjüngen sich von der Mitte her, denn die auftretenden Kräfte sind in der Mitte am größten. Hier kann also Gewicht und Material gespart werden. Die Balkenenden sind mit dem parallel zum Deck verlaufenden Balkweger durch den klassischen Schwalbenschwanz verbunden - die optimale Verbindung bei den hier auftretenden Zug- und Druckkräften. Doch viele Bootsbauer, auch der ursprüngliche Erbauer der UNENTWEGT haben sich allerdings das mühevolle Einstemmen des Schwalbenschwanzes in den Weger erspart und den Decksbalken nur an der Unterseite ausgeklingt, stramm zwischen die Weger gepaßt und mit einer Schraube fixiert. Auch dies ist eine befriedigende Lösung. Die an den Vorder- und Hinterenden von Luken oder Kajütausschnitten sitzenden Balken nennt man Hauptbalken, dazu gehören auch die Balken im Mastbereich - sie werden stärker ausgeführt als die übrigen. Die längsschiff verlaufenden Begrenzungen von Luken nennt man Lukenschlingen, sie werden mit einem Schwalbenschwanz in die Balken eingelassen. Die durchgeschnittenen "halben Balken" werden an ihrer Oberseite ausgeklinkt und mit einer Schraube oder einem Bolzen an der Schlinge befestigt. Für leichtere Boote kann man durchaus Decksbalken aus Kiefer oder Spruce herstellen. Für Boote mit starker Decksbalkenbucht sollte man lamellierte Decksbalken anfertigen. Vor dem Herausnehmen aller Decksbalken ist es ratsam, das Schiff "in die Zange" zu nehmen, um zu vermeiden, daß sich der Rumpf auseinanderbiegt. Es ist immerhin möglich, daß das Schiff ein paar Zentimeter breiter wird. Hier kann man eine provisorische Querverbindung mit Hilfe einer oder besser zweier Balken herstellen. Die drei Hauptbalken im Mastbereich werden durch Horizontal- und Vertikalknie besonders mit dem Balkweger verbunden. Eddi baut die alten Vertikalknie aus verzinktem Stahl aus, lässt sie neu verzinken und kann sie nun wieder verwenden. So ein Vertikalknie, auch Hängeknie genannt, gewährleistet ein gute Verbindung von Decksbalken, Balkweger und Spant. An die Hinterkanten der sechs Balkenenden setzt Eddi jeweils ein Horizontalknie aus Eichenholz und verschraubt es mit dem Balkweger. Die drei Balken werden mittschiffs noch durch die Mastfischung miteinander verbunden. Dies ist ein kräftiger Eichenklotz, der bündig mit den Oberkante-Balken eingelassen und verschraubt wird. Durch diese Mastfischung wird später der durchgehende Steckmast auf das Kielschwein geführt. Dabei muss dieser sensible Bereich besonders sorgfältig und fest ausgeführt werden, weil hier die Hebelkräfte des Drehmoments, Winddruck gegen Ballast, direkt durch den Mast und die Wanten auf den Rumpf übertragen werden. Wenn man ein altes Boot auf seinen Zustand überprüfen will, sollte man diesen Bereich ganz besonders genau ansehen! Beim Einsetzen der Kajütschlinge ergibt sich eine Schwierigkeit: Die Schlingen hängen durch ihr Eigengewicht immer etwas nach unten durch und unterbrechen die durchgehende Decksbucht. Um dies zu verhindern, fertigt Eddi eine Schablone aus Sperrholz an, die der Decksbucht in der größten Breite angepasst ist. So kann er die Schlingen kontrollieren und von unten durch auf ein Spant geschraubte Knaggen stützen. Nachdem alle Balken und Schlingen eingebaut sind, fertigt Eddi die Doppelschlingen für die Schotwinden und Relingstützen. Dies sind Eichenstücke von ca. 35 mm Dicke, die an entsprechenden Stellen stramm zwischen die Decksbalken gepasst und mit den Balken verschraubt werden. Genauso dient eine kräftige, eingelassene Doppelung auf dem Vordeck zur Verstärkung der Befestigung von Klampen, Vorstagbeschlägen u.a.. Jetzt kann das Deck geschlichtet werden, d.h. sämtliche Überstände, Buckel und Unebenheiten müssen geglättet werden. Hierzu eignet sich eine Rauhbank von Stanley am besten. Es soll dabei ein schöner durchgehender Straak sowohl in Längs- als auch in Querschiffrichtung erzielt werden, der immer wieder mit einer nicht zu dünnen, ca. 10 cm breiten und drei Meter langen Straaklatte kontrolliert wird. Die Stoßverteilung der Sperrholz-Decksplatten soll auf Mitte-Decksbalken verlaufen, wenn man die Platten stumpf stößt. Dazu ist Eddi eine schnelle und dauerhafte Lösung eingefallen: Er fräste eine 4 mm-Nut in alle Stöße und setzte die Platten dann mit einer Feder zusammen. Das Ganze wird noch verleimt und mit den Balken und Außenhautplanken verschraubt. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist das gesamte Sperrholz von der Unterseite schon sauber geschliffen und fertig weiß lackiert. |
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