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UNENTWEGT
Der Vorsteven der UNENTWEGT ist kurz unter der Wasserlinie gebrochen, der Achtersteven ist um die Topfbuchse herum völlig verrottet, so dass ein Auswechseln beider Teile notwendig ist. Glücklicherweise sind die Planken um die Steven bereits so lose, dass sich die Frage erübrigt, ob man die neuen Steven als zweiteilige Innen- und Außensteven baut oder die Steven im ganzen neu baut und zwischen die alten Planken schiebt. So kann Eddi einfach die Planken restlos lösen und den Steven samt Stevenknie in Einzelteilen herausnehmen. Die Teile werden dann auf dem Schnürboden wieder zusammengesetzt, um davon eine Schablone aus Sperrholz herzustellen. Diese wird dann am Schiff an den Innenkanten der Planken fixiert, um die Außenkante der Sponung an der Schablone festzuhalten.
Eddi hilft sich sich auf einfache Weise. Er überträgt die Sponungseinläufe des ausgebauten Stevens auf den inzwischen neu verleimten Steven mit Hilfe von kleinen Sperrholzmodellen. In mühevoller Kleinarbeit wird die Sponung mit dem Stecheisen aus dem Holz herausgearbeitet. Wie auf dem Foto erkennbar, leimt Eddi den Achtersteven aus mehreren Teilen zusammen und verbindet ihn mit dem Heckbalken durch Bolzen und viel Dichtungsmasse. (Heute benutzen Bootsbauer fast immer SIKAFLEX als Allheilmittel für Dichtungen und Klebungen bei Reparaturen). Der Heckbalken ist der senkrechte Teil des Achterstevens, durch den das Loch für die Schraubenwelle gebohrt wird. Das Hirnholz des Heckbalkens wird dabei nach oben durch den Achtersteven, nach unten durch den Kiel abgedeckt. Vor dem Einbau des Heckbalkens wird die Hohlkehle für den Ruderkoker gefräst. Wer keine Fräse hat, kann auch einen Kehlhobel benutzen. Auch der Ausschnitt für den Propeller wird vorher per Bandsäge eingearbeitet. Damit ist das Rückgrat des Achterschiffes wieder komplett. Dennoch werden im Bereich des Ruderkokers zwei Stevenbänder eingesetzt und mit dem Achtersteven verbolzt. Die beiden Bohrungen für die Ruderkoker und das Stevenrohr zählen wie die Sponungen ebenfalls zu den Spezialitäten der Bootsbaukunst, weil es nämlich ganz einfach ist, sich zu verbohren. Wer es dennoch gern selbst machen würde, dem sei die Bohrspindel empfpohlen: Das Ende der Stange trägt eine Aufnahme für einen Vierkantstahl zur Verbindung mit der Bohrmaschine. In einer Querbohrung in der Mitte der Stange ist mittels einer Madenschraube ein Messer befestigt, das sich ganz einfach aus dem harten Stahl eines abgebrochenen Spiralbohrers zurecht schleifen läßt. Weiterhin benötigt man vier Hartholzknaggen (Klötze) und eine langsamdrehende, Kräftige, rechts- und linksdrehende Bohrmaschine. Dabei müssen die Hartholzknaggen eine Bohrung entsprechend des Spindeldurchmessers haben. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass das ganze Bohrgestänge nicht immer neu justiert werden muss, aber trotzdem die Möglichkeit besteht, kleinere Korrekturen durch leichte Veränderungen der Lager (Knaggen) auszuführen |
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