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UNENTWEGT
Zinken und Schwalbenschwänze Während im modernen Yachtbau Zinken und Schwalbenschwänze aus Kostengründen kaum noch anzutreffen sind, wird diese Holzverbindung im traditionellen Holzbootsbau durchaus noch angewendet; z.B. bei Decksbalken, Lukenverbindungen, Skylights, Deckshäusern und Niedergängen, unter Deck bei Schubkästen und anderen Einrichtungsteilen. Es gibt verdeckte, halb verdeckte und offene Zinken. Für den Bootsbau ist aber nur die offene Zinkung interessant, hier sind Zinken und Schwalbenschwänze sichtbar. Für die Zinkenschräge fertigt man sich am besten eine Zinkschablone, oder man stellt seinen Schmiegestock auf 80° ein. Für die Einteilung der Zinken gibt es viele mögliche Verfahren, eines komplizierter als das andere. Als einfache Faustregel gilt: Die mittlere Breite der Schwalben soll das Maß der Holzdicke nicht überschreiten. Weiter ist darauf zu achten, daß die Randzinken nicht zu schmal ausgeführt werden, weil sie beim Zusammenbau am meisten gefährdet sind, wenn die Passungen zu stramm sind. Für das Anreißen der Zinken und Schwalbenlängen ist jeweils die Dicke der Werkstücke maßgeblich, die mit einem Streichmaß auf die Flächenkanten angerissen wird. Mit einer Gestellsäge oder einer Rückensäge wird nun am Außenriß der Schwalbe entlang geschnitten, so daß die Spitze des V-Risses stehenbleibt es gibt die Regel: Halber Riß bleibt stehen! Dies scheint zunächst unmöglich zu sein, doch mit einiger Konzentration, einer ruhigen Hand und vor allem scharfen Werkzeug ist es nach einiger Übung machbar. Alle Schwalben werden zunächst auf diese Art eingeschnitten. Hat man mehrere Werkstücke, werden sie versetzt, flach aufeinanderliegend auf die Hobelbank gespannt. Mit einem Stecheisen wird nun das Holz zwischen den Schwalben ausgestemmt. Man beginnt dabei nicht gleich am Streichmaß-Riß sondern ein wenig davor, weil die Keilwirkung des Stemmeisens das Werkzeug über den Riß hinausdrängen würde. Das Zwischenholz aller Schwalbenhölzer wird nun bis etwas über die Hälfte ausgestemmt, dann wird die ganze Veranstaltung umgedreht und von der anderen Seite bis zur Mitte winklig ausgestemmt. Das Werkstück mit den jetzt freiliegenden Schwalben wird nun auf das hochkant in die Hobelbank eingespannte Werkstück winklig aufgelegt, mit der Reißnadel überträgt man die Außenseiten der Schwalben in das Hirnholz das werden die Zinken. Innen- und Außenseite der Zinken werden mit dem Anschlagwinkel winklig bis zum Längenmaß übertragen. Das Ausarbeiten der Zinken erfolgt analog zu den Schwalben. Der geübte Profi wird die Verbindung jetzt ohne viel Nachpassen zusammensetzen. Die Schwalben werden dabei vorsichtig mit einem Holzhammer (Klopfholz) zwischen die Zinken geschlagen. Der Laie darf jedoch ein wenig mit dem Stemmeisen nachpassen. Dies ist vorteilhaft, wenn man die Schwalben auf der Unter- (oder Innen-)seite ganz wenig konisch sticht, dies verringert die Spaltgefahr. Die Verbindung saugt sich zusammen und die äußeren Ecken sind dicht! Mit einem Putzhobel werden die Eckverbindungen nachgeputzt und dann das Ganze geschliffen. Verleimt mit Epoxid- Resorzinharzleim hat man nun eine anspruchsvolle, formschlüssige und wasserdichte Holzverbindung geschaffen, die auf klassischen Schiffen nicht wegzudenken ist! Früher wurden die Deckel der Schiebeklappen aus Planken mit oder ohne Nut und Feder über den Decksbalkenausschnitten verleimt. Diese rustikale Methode hat den Nachteil, daß die Luken durch Volumenänderungen (Arbeiten des Massivholzes) meistens klemmten. Vorteilhafter ist es, den Deckel aus formverleimten Sperrholz herzustellen. Ein Blockmodell zum Verleimen lässt sich leicht herstellen: Man schneidet drei oder vier Bretter (je nach Länge des Lukendeckels) von ca.. 35 mm Dicke und ca. 100 mm Breite zu und schneidet auf der Oberseite die gewünschte Bucht aus. Wichtig ist, dass alle Bretter gleich sind. Sie werden quer auf drei Kanthölzer geschraubt, die auf einer planen Ebene liegen. Auf die Buchtseite nagelt man noch Leisten von ca. 25 x 25 mm, im Abstand von ca. 35 mm. Für die Herstellung des Deckels kann man drei Lagen dünner Furnierplatten (Sperrholz AW 100) verwenden. Sie werden kreuzweise miteinander verleimt; die obere und untere in Längsrichtung, die mittlere in Querrichtung. Beim Verleimen sollte man je eine acht Millimeter starke Sperrholzplatte unter und auf die zu verleimenden Platten legen, um Druckstellen durch die Zwingen zu vermeiden. Auf die Ränder in Längsrichtung sollten zwei Bretter unter die Zwinge gelegt werden, damit keine Beulen in den Deckel gezogen werden. Soll der Deckel später naturfarben lackiert oder geölt werden, muss man Sperrholz mit gemessertem Deckfurnier verwenden: Auf geschältem Furnier hält kein Lack oder Öl dauerhaft! Man kann einen so verleimten Lukendeckel natürlich auch mit Eichen- oder Oregonpinestreifen belegen und sämtliche Laufleisten und Blenden aus Eichenholz herstellen, wenn man kein Tropenholz verwenden will. Allerdings eignet sich Mahagoni leider wegen seiner geringen Volumenveränderung doch am besten. Die zweite Konstruktion ist wesentlich aufwendiger, jedoch auch dichter gegen seitlichen Seeschlag. Seeschlag von vorn ist jedoch ein Problem, das bei beiden Konstruktionen auftritt. Auf modernen Yachten werden die Schiebeluken daher in Garagen geführt, dies sind Kästen, die auf dem Kajütdach vor dem Lukenausschnitt montiert sind. Oben drauf sind dann oft die nautischen Instrumente angebracht so etwas wirkt auf traditionellen Schiffen etwas deplaziert. Mögliche Variante: Das Lükenquersüll, das an den letzen Decksbalken des Lukenausschnitts im Kajütdach geschraubt ist, wird mit einem weichen Moosgummistreifen versehen. Das Luk muß im geschlossenen Zustand mit einem Schubriegel stramm nach achtern gehalten werden. Dadurch ist es (fast) dicht! Niedergänge Der Niedergang ist ein gefälztes Süll, das um den Decksausschnitt verläuft, geschraubt, um ihn leicht abnehmen zu können, wenn große Teile (z.B. Maschine) durch den Ausschnitt geführt werden sollen. Der Niedergang soll auch den Verschlusszustand des Schiffes gewährleisten, deshalb soll er so klein wie möglich ausgeführt werden. Mit Verschlusszustand ist hier (nach GL) die Wasserdichtigkeit gemeint, nicht die Abschließbarkeit. Als Verschluss eines Niedergangs eignet sich ein Steckschott, das von oben in eine Nut geführt wird, oder eine in zwei Flügel geteilte Tür, die vertikal angeschlagen wird. Wichtig ist, eine Lüftungsrosette in das Schott oder die Tür einzuarbeiten, um das Schiffsinnere auch in verschlossenem Zustand belüften zu können. Im übrigen ähnelt der konstruktive Aufbau von Niedergängen denen der Decksaufbauten (siehe dort). |
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