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| Laudatio - gehalten von Burkhard Kähler, Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes
Vergabe des Preises "segeln, lieben, bewahren" des Freundeskreises Klassische Yachten an Herrn Christoph von Reibnitz - S/Y "Peter von Seestermühe" anlässlich der Eröffnung der "Hanseboot" am 27. Oktober 2007 in Hamburg. (Es gilt das gesprochene Wort.)
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Ein Segelboot, das bis heute mehr als 20 mal den Atlantik in beiden Richtungen überquert, Kap Horn und die Welt umrundet hat? Noch dazu eine betagte klassische Yacht mit stolzen 18 Metern Länge, die wie kaum eine Zweite in Fahrt gehalten wird, ständig in den Meeren und rund um die Ostsee unterwegs ist? Die sich auf dem Nordatlantik wenn`s so richtig schön übers Heck pfeift - viel wohler fühlt als an der Leine im schützenden Hafen? Den Liebhabern klassischer Yachten, vor allem den Teilnehmern der Klassiker-Regatten in der Ostsee ist sie - Entschuldigung, er - bestens bekannt.
Segelt "Peter von Seestermühe" doch jede reizvolle Wettfahrt mit, ob in Laboe, Flensburg oder eben jedes zweite Jahr in Antigua - für dieses Schiff kein Hindernis. Und schon mal überhaupt nicht für seinen Eigner: Christoph von Reibnitz liebt Segeln. Richtig segeln. Worunter er nicht unbedingt das gemütliche Bewegen des eigenen Schiffes von Hafen zu Hafen versteht. Das Schiff soll und darf sich austoben. Sie sind einander absolut ebenbürtig. Mit großem Respekt vor dem anderen - Vor sechzehn Jahren begann die glückliche Liaison. Christoph von Reibnitz machte sich den „Peter“ zum Geburtstagsgeschenk. Jung, den Kopf voller Ideen, auf der Such nach einem größeren Boot aber mit knapp bemessenem Budget. Nur wenige sehr gute Freunde haben an das Projekt geglaubt. Zu verwahrlost schien die Yawl, die nach einem Riß aus der Feder des Altmeisters Henry Gruber in nur 52 Tagen in Danzig für die Transatlantik-Regatta 1936 gebaut worden war. Als „Peter von Danzig“ war sie für den dortigen ASV im Einsatz; wechselte 1951 nach Kiel. Als der Traditionsname an der Förde bleiben musste, hörte das Schiff auf den Heimatort des neuen Eigners: Seestermühe. Es war ein schwieriger Start: Niemand wollte den Jungspund mit seinen ehrgeizigen Ideen aufnehmen. Weder ein Land- noch ein Hafenliegeplatz war zu bekommen. Schließlich landeten die beiden in der hintersten Ecke eines winzigen Schlicklochs an der Elbe. Nach nur zwölf Monaten hatte „Peter“ ein neues Deck, einen komplett neuen Innenausbau und nach jahrzehntelanger motorloser Zeit erstmals einen eigenen Antrieb. Sämtliche Restaurierungsarbeiten erledigte von Reibnitz selbst. Die euphorische Zeit voller Durchhaltewillen musste schließlich genutzt werden. Vorschiff und Cockpit erstrahlen heute genauso in neuem Glanz wie Kartenhaus, Achterkojen und Waschraum. Und all das gelang ohne den Charakter des Schiffes zu verändern. Das Flair des alten “Peter” wurde nicht nur als Ganzes erhalten, auch viele Einzelheiten zeugen stolz von ihrer Geschichte. Wie früher sind die Blöcke der Großschot aus Holz, auf dem Vordeck stehen die alten Bronzewinschen und viele der Stagreiter haben schon mit der Whitbread-Regatta den Erdball umrundet. Zehn Jahre lang hat von Reibnitz auf seinem „Peter“ gelebt nur die Postadresse blieb in Seestermühe. Chartergäste waren ständige Begleiter auf rastloser Fahrt; beständig bleibt nur der Wandel der Crew. Es hat gedauert, bis das Verlangen, ständig auf See leben zu müssen, ein wenig in den Hintergrund gerückt ist. Gleichwohl lebt er den Traum Vieler weiter, Segeln zum bestimmenden Lebens-inhalt zu machen. Ein harter Job, verbunden mit wunderbaren Erlebnissen. Und einem wunderbaren Schiff voller Historie, das ihn und seine Gäste auch in ungemütlichsten Situationen noch nie im Stich gelassen hat. Angst wäre wohl auch ein schlechter Mitsegler auf diesem Boot. Er wird weiterhin Gäste an Bord einladen. Und es wird auch künftig eine Einladung in die Leidenschaft und die Heraus-forderung sein. Wenn man bereit ist, so zu segeln, wie Henry Gruber es sich seinerzeit erdacht hatte. Mit der erfolgreichen Teilnahme des Schiffes an der jüngsten Transatlantik-Regatta, dem Queren der Ziellinie in Cuxhaven, schließt sich für den heutigen Betrachter wieder einmal ein Kreis, der 1936 im Moment des Starts zu seinem ersten Rennen „über den Teich“ vor mehr als 70 Jahren begann. Diesen Kreis hat Christoph von Reibnitz für uns geschlossen. Es ist das Verdienst von Menschen seines Schlages, dass wir an diesem Ereignis teilhaben können. Es ist mir eine Freude, Ihnen, Herr Christoph von Reibnitz, heute die Plakette „Segeln, Lieben, Bewahren“ des Freundeskreises Klassische Yachten überreichen zu dürfen. |
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