Es waren einst 3 alte Seebären


... die sich zusammen taten, um nach der Segelsaison mit einander Spaß zu haben und dabei einen 15'er JK (Leonardo) zu restaurieren.


Leider ist einer der 3 letztes Jahr verstorben. Das Boot steht in dessen Garage und nun ist das weitere Zusammenarbeiten der beiden Verbliebenen nicht mehr möglich. Leonardo soll nun leider verkauft werden. Der Verkaufspreis beträgt VB 2999,- Euro.

Kontakt: D. Neuparth 01512-0701862, dneuparth@web.de

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Zustandsbeschreibung 15er Jollenkreuzer „Leonardo“.

Das Boot ist Ende der 50 er Jahre gebaut worden. Es ist ausschließlich Vollholz und keinerlei Sperrholz verwendet worden. Bootskörper und Deck bestehen aus Mahagoni, Spanten, Wrangen, Kiel und Schwertkasten (teilweise) aus Eiche. Wir haben das Boot vom Voreigentümer in stark restaurierungsbedürftigen Zustand übernommen. Auf der Backbordseite war mittschiffs ein Serienbruch der Spanten festzustellen. Offenbar war der Rumpf einmal vom Lagerbock gefallen. Die Außenhaut ist dabei unbeschädigt geblieben, allerdings waren über 10 Spanten gebrochen. Der Schwertkasten war durchgefault und nicht mehr zu retten. Bei den Dachspanten hatten sich die Verklebungen der einzelnen Lamellen gelöst. Von der Substanz her war das Boot schon damals in einem sehr ordentlichen Zustand. Es waren in den Planken lediglich 3 Faulstellen vorhanden, die passgenau mit Mahagoni ersetzt wurden.

Zu den Arbeiten im Einzelnen:

Rumpfspanten: Der Serienbruch bei den Backbordspanten mittschiffs wurde komplett durch den Austausch der Spanten behoben. Hierzu haben wir zwei Methoden verwendet. Die meisten der Spanten haben wir aus Eichestarkfurnier gebaut. Hierzu haben wir mittels einer Kettenschablone die jeweilige Kontur abgenommen und auf ein Lochblech mit Rückenstützen übertragen. Die einzelnen Furnierstreifen sind dann auf dieser Konstruktion miteinander verleimt worden. Der Einbau in den Rumpf erfolgte danach mittels Kupfernieten und entsprechenden Flittern, wie sie es auf der Fotografie der Spanten erkennen können. Hierbei wurden ausschließlich die vorhandenen Löcher der früheren Nieten verwendet. Die zweite Methode haben wir nur bei wenigen Spanten angewandt. Ich hatte eine Dampfkiste gebaut und wir wollten die bisherige erfolgreiche aber recht zeitraubende Methode mit dem Verfahren einer thermischen Behandlung vergleichen. Wir haben hierzu entsprechend dimensionierte Eschenholzleisten gedämpft, heiß in den Rumpf eingebogen und vernietet. Dies ist gut gelungen. Eine so gefertigte Spante erkennen Sie auf dem Foto an der helleren Färbung. An etwa vier Stellen waren außerhalb des Serienbruchs kleinere Brüche vorhanden, die wir durch Hilfsspanten saniert haben.

Außenhaut: Weil das Boot hinsichtlich der Plankengänge im Unterwasserbereich noch einen zufriedenstellenden Eindruck machte, hatten wir anfangs vor, diese nur sehr dünn auszufräsen und sodann mit Starkfurnier in Mahagoni zu füllen. Die gelang recht gut. Allerdings hatten wir den Schwindungsprozess, den wir zu diesem Zeitpunkt (einige Jahre nach Beginn der Arbeiten) für weitgehend abgeschlossen hielten, unterschätzt. Nach einem besonders heißen und trockenen Sommer waren die Plankengänge zum Teil wieder aufgegangen. Deshalb entschieden wir uns in diesem Sommer für eine Beschichtung des Unterwasserbereichs mit einer Glasfasermatte. Hierzu wurde dieser Teil zunächst komplett gespachtelt und geschliffen. Anschließend wurde ein Glasfilamentgewebe (169 g/qm) aufgebracht und mittels Epoxid mit dem Rumpf verbunden. Es folgten vier weitere Schichten Epoxid. Schließlich wurde eine Grundierung zur späteren Beschichtung mit Antifouling aufgebracht. Dies gibt den Zustand des Unterwasserschiffs wieder, wie Sie ihn auf den Fotos erkennen können.

Schwertkasten: Der Schwertkasten war komplett durchgefault und nicht mehr verwendbar. Dabei war auch der Kiel in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass ein neuer Schwertkasten nicht ohne weiteres darauf zu stellen war. Wir haben uns deshalb entschlossen, den ansonsten tadellosen Kielverbund nicht durcheinen Teilersatz des Kielstücks zu schwächen, sondern die vorhandene Kielöffnung im “Gesunden” zu verbreitern und den Schwertkasten durchzustecken. Der Kasten selbst ist komplett als Kopie des Alten neu gebaut. Er ist innen mit Glasfilamentgewebe und Epoxidbeschichtung (3-fach) versehen. Backbord- und Steuerbordhälfte sind vernietet und verbolzt.

Kajüte: Alle Dachspanten des Kajütdaches sind ausgebaut worden. Bei einer erfolgte ein vollständiger Neubau. Die anderen wurden in ihre Lamellen zerlegt, gereinigt, neu verklebt und wieder eingebaut. Die Außenhaut wurde wie der Unterwasserbereich “verglast” (Glasfilament und Epoxid).

Beschichtung/Farbe: Das Boot war komplett entlackt. Soweit inzwischen Beschichtungen aufgebracht sind, wurden die entsprechenden Vorarbeiten (mehrfacher Schliff bis 120er bzw. 180er, Voranstrich etc.) erbracht. Auf dem Kajütdach befindet sich die Grundierung, Hier ist eine Endbeschichtung mit weißem Bootslack (1 Komponente) beabsichtigt.

Rumpf: Der Rumpf ist im Unterwasserbereich bis zur Grundierung vorbereitet. Vor Beginn der Saison ist eine Beschichtung mit Hartantifouling (1 Komponente) beabsichtigt. Der Überwasserbereich wurde erst zweimal mit Epifanes Klarlack (1 Komponente) beschichtet. Leider kam es beim Drehen des Bootes zu einem Bodenkontakt des Rumpfes und einigen Kratzern die zunächst behoben werden müssen, Insgesamt ist bei Rumpf und Deck eine 7-8~fach Beschichtung vorgesehen.

Takelage: Es sind Segel vorhanden Fock (gut) und Groß (befriedigend) sie sollten sicherlich erneuert werden, aber sind noch segelbar. Der Mast ist komplett restauriert worden, Großbaum ist noch gut und das Drahtvorstag hat eine Rollvorrichtung für die Fock.

Derzeitiger Zustand: Alle konstruktiven Arbeiten sind beendet. Dass Boot muss komplett lackiert werden. Zuvor ist die vorhandene Möblierung (Schrank, Kommode, Betten) wieder einzubauen.

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