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geschrieben von: mikep (IP bekannt)
Datum: 01.03.13 19:10

Die Nordstory,

Schiffsgeschichten / Beiträge: Die jüngsten Reeder vom Ballindamm / Der Bootsmacher aus Arnis / Der Stint-Fischer / Die Wiedergeburt der Schweriner Einheitsjolle. Das StickSchiff Die "Anna Johanna" pfeift aus dem letzten Loch. Kein Wunder, mit 107 Jahren. Der Motor gibt statt sattem Sound wie früher nur noch ein leises Röcheln von sich. Die Pumpe ist verstopft, der Tank ist rostig. Nun muss die "Anna Johanna" auf die Werft, denn Thomas Wiesenthal hat noch viel mit dem alten Frachtensegler vor. Die "Anna Johanna" soll Deutschlands erste mobile Stickfabrik beherbergen. Zum Hafengeburtstag, zur Kieler Woche, wo immer etwas los ist, will er mit ihr hin. Denn der gelernte Feinmechaniker, der schon als Rettungsassistent, Baumfäller und Zaundoktor gearbeitet hat, verdient sein Geld mit Sticken. Am liebsten maritime Motive, auf T-Shirts, Crew-Bekleidung oder Souvenirs. Dafür stehen drei hochsensible Stickmaschinen im ehemaligen Steuerhaus. Bis das Stickschiff wieder flott ist, liegt es ständig vor Anker in Hamburgs neuer Hafencity. Neugierige Touristen "luschern" gerne mal durch das Oberlicht. Allerdings muss Schiffseigner Thomas mit seinem improvisationsbegabten Kumpel erst einmal ein logistisches Problem lösen: Wie bekommt man die 25 Meter lange und momentan leider motorlose "Anna Johanna" aus Hamburgs City hinaus auf die Werft im Hafen? Der Bootsmacher aus Arnis Für Jan-Willem Paulsen ist der Winter die schönste Zeit des Jahres. Dann steht er fünf Tage in der Woche in seiner Bootshalle in Arnis an der Schlei und arbeitet in aller Ruhe alte Holzschiffe auf. 20 Boote sind bei dem gelernten Bootsbaumeister untergestellt, ein Teil von ihnen wurde noch von seiner Familie selber gebaut. Denn bereits Großvater Wilhelm Paulsen hat die Werft in Arnis 1919 gegründet. Damals baute er mit seinen Mitarbeitern und mit seinem Kompagnon Johannes Matthiesen hauptsächlich Boote für die Marine und Fischkutter, später dann Segelschiffe für Privatleute. Seit 1993 führt Enkel Jan-Willem den Betrieb alleine unter dem Namen M&P Jachtwerft Paulsen. Allerdings baut er keine Schiffe mehr: "So ein Neubau in Spantenbauweise würde heute locker 1.000.000 Euro kosten, das zahlt kein Mensch mehr", meint er achselzuckend.



Gruß Mike / www.klassisch-am-wind.de



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