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Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Ulrich Stöckmann (IP bekannt)
Datum: 05.03.15 19:17

Wer weiß, was das für ein Schiffstyp ist und kann mir sagen welche Werft solche Schiffe gebaut hat?
Der Vorbesitzer wusste nur, dass es ca.1962 gebaut wurde.
Es ist 8,5 m lang. Das Heck war früher negativ. Der Rumpf ist Mahagoni formverleimt.
Es ist sehr gut verarbeitet, daher nehme ich an, dass es in einer Werft gebaut wurde.
Bin für jeden Hinweis dankbar
Uli

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Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: kstubenrauch (IP bekannt)
Datum: 07.03.15 13:15

Guten Tag,

gern bitte Angaben zu Folgendem ergänzen, sofern vorhanden:

Segelnummer
(ggfs. alte Fotos, auf denen eine Segelnummer zu sehen ist)
Hersteller der Segel
Vorbesitzer
Vereine/Häfen, in denen es zuhause war

Sofern in Deutschland formverleimt, mal bei Sommerfeld & Thiele anfragen, die waren in den 60ern das Haus für derart gebaute Boote.

Viele Grüße,

Kaspar

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Ulrich Stöckmann (IP bekannt)
Datum: 07.03.15 16:00

Hallo Kaspar,
erstmal vielen Dank für eine Antwort. Segelnr. habe ich nicht und Fotos aus alten Zeiten gibt es nicht. Den Vorbesitzer habe ich des öfteren versucht zu kontaktieren, leider immer erfolglos.
Aber Sommerfeld&Thiele ist ein Tip.
Vielen Dank
Uli

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: boyus (IP bekannt)
Datum: 08.03.15 11:11

Hallo Ulli, könnte es sich um eine Biga handeln? Die Werft ist in der Nähe von Hamm / westf. ansässig.
Grüße
Arndt

FOLKEBOOT "Lillebror"

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: rw (IP bekannt)
Datum: 08.03.15 11:27

Bickert (Biga) halte ich nicht für sehr wahrscheinlich (allenfalls Einzelbau), die kommen aus der Jolli-Tradition mit in der Regel breiteren Hecks. Ist aber nur eine Vermutung.

Von der Form her musste ich zunächst - neben Sommerfeld - auch an "die Franzosen" denken, aus der Herbulot-Tradition (Cap Horne). Von denen kenne ich aber nur kleinere Risse, die dann häufig einen negativen Decksprung haben.

Nachtrag: ... und tatsächlich hat wohl auch Lehfeld vergleichbares gezeichnet (z.B. [www.bootvermittlung.com], ggf. unter "Mahagoni-Kreuzer" mit LP Schweiz nachsehen, 7,8m x 2,48m x 1,3), auch, größer: [boote.de], hier von Hein in Kölln gebaut.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.03.15 17:11 von rw.

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Ulrich Stöckmann (IP bekannt)
Datum: 08.03.15 20:31

Hallo alle zusammen,

ich freue mich über eure Mithilfe.
Also eine Biga ist es nicht, dort hatte ich schon mal angefragt. Ulrike Bicker hatte sie für eine Miranda gehalten, was mir Roland Prechtl (Konstrukteur der Miranda) nicht bestätigen konnte.

Kleiner Lichtblick ist, dass da ein paar Bilder vom Vorbesitzer vor dem Umbau aufgetaucht sind. Vielleicht ist da mehr zu erkennen. Die bekomme ich demnächst.
Es ist spannend.

Grüße Uli

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Ulrich Stöckmann (IP bekannt)
Datum: 21.03.15 13:07

Also so hat das Schiff vor dem Umbau ausgesehen.

Anhänge: Boot 1.jpg (236kB)   Boot 2.jpg (179kB)  
Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Allegretto, ma non troppo (IP bekannt)
Datum: 23.03.15 20:06

hallo Uli,

na, du scheinst nicht so recht voranzukommen mit deiner Suche.
Ganz offensichtlich handelt es sich bei dem Boot wegen des sehr ungewöhnlichen Aufbaus um ein Unikum, das man zu gern gleich mal zu Marinebooten stecken würde. In der Tat war der erste Eigner sehr "lichtscheu" oder.....
ja, das Boot ist nach deinen Angaben sehr gut gebaut, nur die Bullaugen oder Fenster sind für ein Boot der modernen 60 er Jahre extrem klein geraten.
Also mußte das Boot in einer Gegend gebaut worden sein, in der es gute Bootsbauer gab, jedoch nur wenig Material, also in den Ostbundesländern, oder der DDR.
Das Baujahr scheint ja auch nicht so ganz genau festzustehen, wie ich lese.
Ich denke. es wurde irgendwo um Berlin oder in Mecklenburg gebaut für jemanden, dem die Angaben zur Werft egal waren oder für jemanden, der das Boot offiziell vielleicht garnicht haben sollte. Eben ein Bewohner der DDR, der sich damit ja sofort verdächtig gemacht hätte. Ich denke, das ist bei Booten aus dem Osten der häufigste Grund, warum deren Baudaten verschollen sind.
Vielleicht ist mit dem Boot auch eine Flucht geglückt? Das wäre ja umso schöner
Ich denke, es ist schwierig, bei solchen Booten nachträglich Klarheit zu bekommen. Aber vielleicht hab ich hier mal einen Anstoß in eine ganz andere Richtung gegeben und die Sache klärt sich noch auf.
Noch eine Idee: vielleicht sind dei so kleinen Luken wirklich dazu da, um bei einer Flucht bei widrigstem Wetter (Ausrede, man hätte sich vernavigiert) und einer Kenterung standzuhalten.

Trotzdem wünsche ich dir damit viel Spaß und bedenke, alles an deinem Boot hat mal irgendeinen Sinn gehabt. Genieße es.

Herzliche Grüße
Reinhard

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: rw (IP bekannt)
Datum: 23.03.15 21:53

Allegretto, ma non troppo schrieb:
-------------------------------------------------------

> ja, das Boot ist nach deinen Angaben sehr gut
> gebaut, nur die Bullaugen oder Fenster sind für
> ein Boot der modernen 60 er Jahre extrem klein
> geraten.

Hmm, 1962 sind noch nicht so sehr die "modernen" 60er Jahre gewesen. Auch bei den - späteren - Panzerkreuzer-Hanseaten sind die Fenster noch vergleichsweise klein. Aber viele der damaligen Kreuzer hatten eher kleine Fenster, gerade auch bei den Franzosen.

Allerdings: Ist der Aufbau original?

> Also mußte das Boot in einer Gegend gebaut worden
> sein, in der es gute Bootsbauer gab, jedoch nur
> wenig Material, also in den Ostbundesländern, oder
> der DDR.

Aber haben die schon Anfang der 1960er formverleimt gebaut? Will ich nicht ausschließen, ist mir aber nicht bekannt.

> Das Baujahr scheint ja auch nicht so ganz genau
> festzustehen, wie ich lese.

Na ja, die damaligen Boote wurden ja nicht an einem Nachmittag spritzlaminiert. Viele Boote wurden, gerade bei kleinen Werften oder Einzelhandwerkern, über einen Zeitraum von einem Jahr oder länger gebaut.


Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Ulrich Stöckmann (IP bekannt)
Datum: 25.03.15 19:58

Tatsächlich wurde das Schiff schon mal von jemanden Panzerkreuzer genannt und zwar wegen der recht protzigen Aufbauten. Am Heck war ja auch noch so ein Panzerkasten, aber das ist komplett umgebaut.
Der Vorbesitzer hatte es umgebaut zu einem Positivheck, also die Wasserlinie um ca. 50 cm verlängert und wir haben wegen "ein bisschen hübscher", den Panzerdeckel abgerissen und zierlichere Deckel auf der Ebene des Teakdecks eingelassen.

An eine Werft in der DDR hatte ich auch schon mal gedacht. Gab es dort Mahagoni ?

Herausgefunden habe ich, dass der Heimathafen mal in Travemünde war und das Schiff früher unter dem Namen Tally Ho gefahren ist.

Ich bin gespannt, was da noch zu erfahren ist.

Re: Schiffstyp gesucht
geschrieben von: Allegretto, ma non troppo (IP bekannt)
Datum: 25.03.15 23:09

hallo Ulrich,

schön, dass du noch ein paar Details über dein Schiff offenbarst.

Zu deiner Frage wegen Mahagoni in der DDR: Natürlich gab es auch in der DDR-Zeit Mahagoni, denn wieso sollte mit dem Tag x nach dem Mauerbau alles Mahagoni aus den Lagern verschwunden sein? Es sind viele Bauten aus der DDR bekannt, die aus Mahagoni hergestellt waren. Segelboote wie Motorboote. Ob es sich dabei immer um das reine switenia macrophylla handelt, also das Mahagoni aus Mittelamerika, ist mir nicht bekannt.

Nachdem mich dieses nebulöse Boot jetzt doch etwas zu interessieren beginnt, habe ich nochmal den Schriftwechsel durchgelesen und bemerkt, dass du am 07.03.15 selbst schreibst, du hättest bereits mehrere Male versucht, den Voreigner zu kantaktieren, doch leider immer ohne Erfolg.
Soll das heißen, du kaufst ein Boot (natürlicherweise von einem Voreigner), und beginnst jetzt langsam, diesen Voreigner wieder ausfindig zu machen, um ihn nach der Herkunft des Bootes zu fragen? Fragt man das denn nicht normalerweise vor dem Kauf?

Wie lange war denn Travemünde das Heimatrevier deines Bootes und wie bist du zu dieser Erkenntnis gekommen? Travemünde war ja zusammen mit Neustadt der klassische Ankunftsort
für Yachtflüchtlinge und auch die ersten offiziellen Yachten im Westen.
Und hast du schon mal versucht, den Namen Tally Ho zu googeln? Eine von vielen Bedeutungen wäre: unbekanntes feindliches Flugobjekt als Angriffsziel.
Wird immer lustiger, gell.

Aber egal was alles hier herauskommt, dir hat das Boot gefallen (aus irgendeinem Grund) und du hast es dir gekauft. Also freue dich noch lange damit, auch wenn du nicht alles darüber weißt. Nämlich die Tatsache, dass du darüber nichts weißt, die wußtest du ja.

Noch viel Spaß beim Rätseln und noch mehr beim Segeln

Reinhard



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