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Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 22.11.16 19:26

Hallo und einen schönen, guten Abend in die Gemeinde,

wir haben hier eine 35 Fuss Snipa aus Eiche in Klinkerbauweise, gebaut 1960 von Edvin Henriksson, seit einigen Tagen auf Land stehen.
Da wir demnächst den Rumpf überarbeiten wollen, habe ich im Forum nach einschlägigen Erfahrungen u.a. zum Abdichten gesucht. Gibt es jemanden, der zum Einsatz von MS Polymeren Langzeiterfahrungen hat?

Über entsprechende Antworten freue ich mich sehr.

Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 22.11.16 19:46

Hallo und Moin Klaus,
meine Erfahrung welche nun noch zu 100% die 3. Saison standgehalten hat ist hier beschrieben:
[www.fky.org]
Bisher auch keine Verschleißerscheinungen zu erkennen.

Ausgeführt nach der Beschreibung hier von Uwe Baykowski:
[www.fky.org]

Viel Erfolg beim evtl. Enkalfatern. Bei 35" Länge zum Folkeboot sad smiley
Ich spüre schon meine Sehnenscheidenentzündung im Arm wieder sad smiley sad smiley

2 Tips noch: Nach dem behutsamen Schleifen der V-Nut unbedingt Die Nut Primern z.B. Mit G4.
Als MS Polymer haben wir ein weißes Tikalflex aus Norderstedt verwendet. Es kostet fast die 1/2 gegenüber den bekannteren Marken. Weiß, weil es dann am besten kopfüber zu beobachten ist wie tief es in die Nut eindringt. Eine Druckluftpresse würde ich auf Jedem Fall, auch in Hinblick auf 35" Länge, empfehlen.

Gruß
Detlef



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.11.16 19:59 von Dedel.

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 22.11.16 19:59

Hallo,

die Haltbarkeit der Abdichtung hängt entscheidend von der Festigkeit der Nietverbindungen ab.
Sind diese weich und haben Spiel ist auch genauso Bewegung in der Dichtmasse.
Ob die eine oder andere Dichtmasse besser ist, scheint eher untergeordnete Bedeutung zu haben.
Die beste Dichtung kann nicht funktionieren wenn die Dichtflächen in Bewegung sind.
Daher erst prüfen ob die Nieten nachgearbeitet werden müssen.

Gruß,
André

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 23.11.16 17:09

Moin, moin,

das ging aber schnell. Meinen herzlichsten Dank für die Antworten.

@ Dedel:
hört sich ja gut an. Der Aufwand hat sich also gelohnt. Glückwunsch!

@ André:
bei der ersten, oberflächlichen Betrachtung von innen sehen die Nietungen noch ziemlich gut aus (bis auf ein ca. 50 cm langes Stück "Reissverschluss"). Die äußere Beschichtung muss aber erstmal runter, dann wird man mehr sehen.
Und desweitern bin ich mal gespannt, wie sich die Holzfeuchte im Laufe der Zeit ändern wird.

Wenn ich begriffen habe, wie man ein Foto hier einstellt, melde ich mich wieder.

Gruß
Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 23.11.16 22:28

Hallo Klaus,
Das mit den Bildern habe ich gerade im Treath von Lekedeeler im Yachtsportgeschichte Forum beschrieben.
Ich wollte noch kurz zur entschichtung des UW Bereichs. Bei genieteten Verbindungen bitte extrem darauf achten das die Nietenköpfe nicht weggeschliffen werden. D.h. Abziehen und fein schleifen, mehr nicht!
Ich habe das Gefühl wichtiger ist von innen gut zu Ölen. Das Wasser atmungsaktiv aus dem Holz drängen und außen Versiegeln.
Die Reparatur des Reisverschlusses habe ich auch beschrieben. Nachzulesen im Buch von Thomas Larsson.

Gruß Detlef



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.11.16 22:40 von Dedel.

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 24.11.16 00:06

Hallo Klaus,

ob die Nieten etwas Lose haben kann man nicht sehen, höchstens hören.
Wenn man mit einem Gummihammer den Rumpf abklopft sollte man kaum Unterschiede hören.
Natürlich hört es sich in Nähe von Kiel, Steven und Deck etwas anders an, als mitten im Rumpf.
Wenn man etwas sieht, sind das unebene Propfen. Das deutet auf korrodierte Nietköpfe hin.

Gruß,
André

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 24.11.16 09:55

Moin, moin,

hier kommt mal ein Foto (hoffentlich) vom Überführungstörn.

Klaus

Anhänge: _G104146.jpg (315kB)  
Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 24.11.16 11:34

...hier noch eine Achternansicht:

Anhänge: _G104128.jpg (274kB)  
Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 25.11.16 15:50

Moin Klaus,
Durch harten Einsatz bei Regatten ist solch eine Yacht wohl eher nicht weichgesegelt worden. So wie es bei Folkebooten in der Regel der Fall ist.
Es gibt aber noch einen 2. Grund der auch bei Folkebooten zu Problemen führen kann. Eine Einbaumaschine. Ich vermute das in der Snipa schon immer ein Motor vorhanden war und der Konstrukteur das schon mitbedacht hatte was die Dimension des Achtersteven angeht.
Aber vielleicht Beschränken sich die Leckagen ja auf den hinteren Bereich. Somit wäre eine Überprüfung der Motor und Wellenlagerung ratsam.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 26.11.16 11:26

Moin, moin,

und vielen Dank für die wertvollen Hinweise.

Eine Leckage habe ich schon gefunden: Kabeldurchführung für den Geber des Echolotes! Mal sehen, ob es dafür nicht für Unterwasser geeignete Verschraubungen gibt. Hier war einfach ein Loch gebohrt worden, Kabel durch und dann mit was auch immer ausgespritzt, also Pfusch.

Die Abdichtung des Stevenrohres zum Rumpf wird sich später zeigen, wenn ich die äußeren Beschichtungen entfernt habe. Als die Snipa noch im Wasser war, war von innen allerdings kein Wassereintritt zu erkennen, also zumindest nicht am Stevenrohr selbst.

Das Boot war von Anfang an motorisiert. Im Jahre 1965 ist ein Ford Diesel Typ 592E mit vier Zylindern und 62 PS aus 3611 cm³ eingebaut worden. Die Besegelung betrachte ich auch in Bezug auf die Rumpfform (werde in Kürze mal ein Foto einstellen) lediglich als Behelf. Geplant ist, das Rigg nicht mehr wieder aufzubauen und in Zukunft nur zu motoren.

Auf den unteren Planken liegen jede Menge Barren Bleiballast, wahrscheinlich dem Fehlen eines "richtigen" (Segelboots-) Kieles geschuldet (oder?). Sollte man die auf jeden Fall beibehalten?

Ein schönes Wochenende an die Runde.

Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 26.11.16 11:56

Moin Klaus,

den Ballast kann man zumindest zum Teil rausnehmen.
Du wirst es am besten ausprobieren, wie das Boot sich verhält, auf welchem Tiefgang es schwimmt usw...
Zu weit austauchen darf es nicht, dann reduziert sich auch die Stabilität und der Propeller kann Luft ziehen in Wellen, auch abhängig vom Fahrtgebiet.
Positiv macht sich weniger Tiefgang beim Spritverbrauch bemerkbar, die reduzierte benetzte Fläche geht da direkt ein.

Gruß,
André

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 26.11.16 13:43

Hallo und Moin Klaus,
Ist es überhaupt nötig die Planken zu dichten?
Reicht es evtl. erst einmal die offensichtlich vorhandenen Fehler und Schäden ( Reisverschluss und Geberbefestigung) zu beheben und dann zu prüfen ob die Lannungen so undicht sind das Handlungsbedarf besteht. Notfalls, ich gehe davon aus ihr habt noch keine Saison mit dem Boot verbracht, kann man im Frühjahr beim kranen mit Sägemehl, in einer umgedrehten an einer langen Stange befestigten Dose, die stärkeren Leckagen dichten. So ließe sich im Frühjahr nach einer Trocknungszeit der Umfang der Arbeiten besser ermitteln.
Es sei denn bei Eurer Snipa wurde wie bei unserer Lill in vergangenen Zeiten schon mal mit Werk in den Lannungen gedichtet. Auch, wie Du ja lesen konntest, ein gängiges Vorgehen gewesen was sich als kontraproduktiv herausstellte.

Gruß Detlef

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 26.11.16 13:49

Hallo Klaus,
Das mit dem entfernen der Besegelung solltest Du je nach Fahrtgebiet überdenken. Und vor allem wieder leicht reproduzieren können.

Gruß
Detlef

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: fg-1064 (IP bekannt)
Datum: 01.12.16 11:41

Moin Klaus,

ich habe hier die Erfahrungen mit der Abdichtung mit MS-Polymer geschildert:

[folkebootmuu.wordpress.com]

Die Verbindungen sind auch nach 8 Jahren noch dicht!

Gruß, Jan

---

[klassischeyachten.wordpress.com]

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 06.12.16 17:11

Moin, moin,

war ein paar Tage nicht online, daher erst jetzt meine Reaktion:

@ fg-1064

Hallo Jan,

"nach 8 Jahren noch dicht", das hört man gerne! Die Sache mit den MS-Polymeren hat sich dann ja wohl als sehr gute Lösung ergeben. Detlef hat ja auch positive Erfahrungen damit gemacht.


Schönen Abend

Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 06.12.16 17:12

Ach so, hatte ich noch vergessen:

Zur weiteren Info habe ich hier noch ein Foto vom Unterwasserschiff eingestellt. Das erklärt vielleicht meine Idee, zukünftig lieber doch nur zu motoren. Es ist einfach kein "richtiger" Segler. Und außerdem ist der Dieselverbrauch ziemlich niedrig.

Schönen Abend

Klaus

Anhänge: _G104267.jpg (345kB)  
Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: Dedel (IP bekannt)
Datum: 06.12.16 18:26

moin Klaus,
ist wohl eher gegen die Rollbewegungen gedacht. So wie die kleinen Tücher an den alten Fischkuttern.

Gruß
Detlef

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: KlausKristdala (IP bekannt)
Datum: 18.09.17 13:21

Moin, moin in die Runde!

Bin aufgrund einiger Umstände leider noch nicht viel weiter gekommen. Und die nicht erwartete Unzuverlässigkeit bei großen Teilen der schwedischen Bevölkerung tat den Rest!
Spanien ist nichts dagegen.

Aber egal, es wird schon werden.

Mir ist jetzt mal folgendes durch den Kopf gegangen: Lässt sich möglicherweise die Bilge in Teilen mit Epoxidschaum auffüllen, um so einige "Usselsecken" verschwinden zu lassen? Hat jemand Erfahrungen mit Epoxidschäumen sammeln können? Oder ist das nur eine blöde Idee?

Gruß
Klaus

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: fg-1064 (IP bekannt)
Datum: 18.09.17 16:42

Moin Klaus,

wenn Du mit Epoxid ausschäumst, wird das Holz darunter unter Garantie in kürzester Zeit faulen. Holz funktioniert nur, wenn es belüftet ist und sich kein Gammel bilden kann. Epoxidschaum würde den sicheren und sehr schnellen (Schiffs-)Tod herbeiführen.

Gruß,
Jan

---

[klassischeyachten.wordpress.com]

Re: Überholung einer schwedischen Snipa
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 19.09.17 00:40

Moin Klaus,

um das Boot innen mit einem mehr oder weniger nicht atmungsaktivem Material auszukleiden, sei es auch nur die Bilge oder Teile davon, müsste das Boot auch von außen mit Epoxi beschichtet sein.
Man dichtet etwas nie von innen ab, dann fault das Holz, wie Jan ja auch schon gesagt hat.
Epoxidbeschichtung ist bei einem Klinkerrumpf eine echte Herausforderung, wenn überhaupt möglich auf jeden Fall nur für erfahrene GFK-Verarbeiter.
Erst recht bei der Größe.
Außerdem muss das Boot kernsaniert sein vor der Beschichtung, alle Planken verklebt, die Nieten neu und fest, kein Lack mehr im Holz...

Das ist eine Baustelle, die man nicht mal eben so aufmacht, das dauert Jahre!!
Definitiv ist Epoxi innen keine Lösung für das Boot wie es ist.

Gruß,
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.17 18:13 von André bauer.

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