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Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: northman (IP bekannt)
Datum: 06.03.17 18:47

Hallo an die Gemeinde,

Grund: suche Pleuel-Lagerschalen und Zylinderkopfdichtung für o.g. Motor.
Aber mal von Anfang an:

Ich segel jetzt seit 15 Jahren eine Contest 25 mit Marstal Motor.
Das Boot wird, wie es sich für einen Oldie von 63 gehört auch regelmäßig überholt.
Im letzten Jahr begann der Motor im unteren Drehzahlbereich zu klackern.
Also habe ich ihn im Herbst ausgebaut und jetzt zerlegt. Resultat: eine der beiden Pleuel Lagerschalen hat sich komplett aufgerieben (liegt in 1mm Teilen in der Wanne).
Ärgerlich, da der Motor 2011 bei Motorenbau Luth komplett überholt wurde (3000,-).
Damals gab es die Marstal Motorfabriken noch und ich konnte alle Ersatzteile (neue Kurbelwelle, neue Laufbuchse, neuer Kolben, u.s.w.) bekommen.
Um das Schätzchen jetzt wieder ins Boot zu bekommen suche ich o.g. Ersatzteile.

Ich bin für jeden Tip und jede Anregung dankbar.

Außer:" Bau Dir nen Diesel ein". Das kommt nicht in Frage. Das Boot ist incl. Mast u. Baum aus Holz und Motor alles original Erstausstattung. Und so soll es auch bleiben.
Die Contest hat fantastische Segeleigenschaften, und hat mich auch bei Windstärke 8 vor Helgoland nicht hängen lassen.
Ich möchte bereits jetzt allen danken, die zur Lösung meines Problems etwas beitragen können.

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: dr.ohne (IP bekannt)
Datum: 06.03.17 22:00

Das Seefahrtsmuseum in Marstal hat auf Eriksens Platz eine Motorenausstellung, die die Reste der Motorenfabrik bekommen haben soll. Die Fabrik war in der Zwangsauktion und wird zur Zeit leer geräumt.
Axel J. bietet auf DBA.DK immer wieder Motoren an. [www.dba.dk]
Axel kann vielleicht weiterhelfen. Gruß Kai

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: northman (IP bekannt)
Datum: 07.03.17 09:11

Hallo Kai,

vielen Dank für deine Information.

Leider reicht mein dänisch nicht um mit Axel Jakobsen zu sprechen. Ich versuche jetzt noch seine mail-Adresse zu finden. Vielleicht kann mir jemand helfen und die Sprachbarriere überbrücken.

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 07.03.17 15:52

du mußt nicht zwingend original-teile brauchen, die lagerschalen bekommst du mit großer wahrscheinlichkeit auch von einer kurbelwellenschleiferei. die setzen dir dieselbe auch instand, dito das pleuel - je nach zustand.

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 08.03.17 00:08

Hallo Northman,

die Dänen sprechen normalerweise sehr gutes Englisch, viel besser als in Deutschland.

Lagerschalen und eingelaufene Wellen können auch mit im Spitzverfahren aufgetragenem Metall instandgesetzt werden.
Das Verfahren ist ähnlich wie Schweißen und qualitativ durchaus hochwertig.
In Bremen macht das z.B. Sulzer Friction Systems, Bremer Heerstr 39.

Gruß,
André

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: northman (IP bekannt)
Datum: 08.03.17 08:34

Hallo an alle,

erst mal danke für die vielen Tips. Noch ein paar Informationen zum besseren Gesamtverständnis. Ich habe versucht den Axel anzurufen. Leider stellte sich heraus, dass er weder deutsch noch englisch spricht, vermute ich, da er das Telefonat nach wenigen Sekunden abbrach.
Da der Motor vor 5 Jahren bereits eine neue Kurbelwelle (verschleißfrei?) bekam, hoffe ich mit original Lagerschalen am unkompliziertesten wegzukommen. Ich bräuchte sie also nicht auszubauen. Für die von Euch empfohlenen Alternativen muss wohl die Kurbelwelle mit Pleuel zu Fachmann. Mir ist das eh ein Rätsel, wie sich eine Hälfte so vollständig verabschieden konnte, während die andere Hälfte mit Laufspuren noch vorhanden ist (Mangel der Materialqualität?).
Auf jeden Fall schon mal Danke für Eure Unterstützung.

Gruß Sven

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: holzbleibtholz (IP bekannt)
Datum: 08.03.17 12:48

Hej Sven,

ich schicke Dir mal eine Private Nachricht...

Jens

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: northman (IP bekannt)
Datum: 27.03.17 09:20

Hallo an alle,

ich dachte zum Abschluss gebe ich mal ein Update.
Da die Problematik Pleuel/Kurbelwelle wohl eher komplizierter wird, zumindest wenn ich bis zum Saisonbeginn ne Lösung anstrebe, konnte ich jetzt für akzeptables Geld einen Ersatzmotor (ähnlicher Marstal) kaufen. Ein echter Glücksfall. Um auch für die Zukunft gewappnet zu sein, versuche ich jetzt ohne Zeitdruck einen Spezialisten zu finden, der mir die Kombination Pleuel/Kurbelwelle nachhaltig aufarbeitet.
Auf jeden Fall möchte ich allen Teilnehmern noch mal für die Tips danken.

Viele Grüße aus Büsum
Sven

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: Bries (IP bekannt)
Datum: 29.03.17 20:17

Hallo Northman ,

Das eine lagerschale zur brüche geht ist nicht so abnormal , die obere schale hat mehr druck zu verarbeiten als die untere schale so das die untere schale es länger aushalt.

Es soll ein einfacher motor sein , so kan es sein das er kein öl pumpe hat sonder mit eine pinne am untere lager schale durch das schmieröl eintaucht ( es gibt auch ein system mit ein mitnehmer ring und so das öl zum lager befordert ) und so die ölversorgung zum lager erstellt . Das für jeden cylinder vor sich separat.

Du hattest am anfang ein klappern , das lager ist ausgelaufen und kuput gerammelt. Der anfang könnte auch sein das sich ein pleuelschraube gelöst hat und es so lager spiel gegeben hat mit den bei dir bekannten folgen.

Veilleicht is auch schaden an der pleuel stange entstanden . zusammen mit die untere schale auif eine drehbank controlieren und ggf ausdrehen. Die kurbelwelle , vielleicht hilft dort erst mal putzen und vermessen . später auf eine drehbank auch abdrehen.So wenig als möchlich .Bleibt noch eine neue lager schalen zu machen . Leider kostspielig . Wenn keine teile mehr zu bekommen sind , auch nicht vom schrot platz . ist dein Marstall motor leider museums würdig .

Wünsche dir es wird nicht so dramatisch .

m fr gr Georg Fongers

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: dr.ohne (IP bekannt)
Datum: 29.03.17 20:45

Die Nachkommen des Motorfabrikgründers empfehlen:
Ulrik Lassen bei www.maritime-engineering.dk in Marstal.
Gruß Kai

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: northman (IP bekannt)
Datum: 30.03.17 08:37

Hallo Georg,

vielen Dank für deine Analyse. Ich habe mir das so ähnlich auch schon hergeleitet. Interessant ist, dass die Pleuelschale durch 2 Kronenmuttern gehalten wird. Es waren aber keine Splinte mehr drin. Ich vermute, dass bei der letzten Reparatur durch Kleber gesichert wurde. Jedenfalls hatten die Muttern noch Spannung. In der Tat hat sich die Schale der Druckseite (abwärts hub belastet) verabschiedet.
Das Prinzip der "Ölpumpenfreiheit" gefällt mir gerade gut. Diese Motoren ziehen ihre Leistung eben nicht aus hoher Drehzahl. Gemächlich, wie ne Dampfmaschine.
Die Reparatur macht für mich auch nur Sinn, wenn jemand für schmales Geld Pleuel und Kurbelwelle wieder auf einander abstimmen kann, oder ein günstiger ausgemusterter Motor die Teile liefert. Ansonsten kommt der Motor ins Lager, ich muss ja in 14 Jahren zur Rente auch noch was zu tun haben. Aktuell mache ich den F5 fertig, der ist ca. 10 Jahre jünger. Die Veränderungen basieren eigentlich nur auf Kühlung (mit Thermostat) und Zündung (externe Zündspule), die könnte aber auch nachgerüstet worden sein.

Danke an Kai für die Info: maritime-engineering
Ich werde da mal nachfragen.

Die besten Grüße aus dem Noadn an all

Re: Marstal Motor 5hp Typ F von 1962 (Benzin 4Takt)
geschrieben von: holzbleibtholz (IP bekannt)
Datum: 03.04.17 09:23

Hej Northman,

die Ausrüstung mit externer Zündspule ist bei Marstal durchaus nicht unüblich - es gibt bei allen Motorbaureihen beides - Magnetzündung und mit externer Zündspule und Verteiler.
Ich kann mich nur wiederholen, frag Axel (schriftlich in Englisch oder auch Deutsch), abgesehen von einer gewissen Einschränkung bezüglich der Sprache ist er der kompetenteste Experte auf dem Markt.
Oder schick mir eine Email - meine Adresse hast Du ja bekommen...
Den Ersatzmotor zu kaufen und einzubauen ist auf jeden Fall erst einmal die beste Idee gewesen.

Jens



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