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Kielbolzen prüfen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 19.09.17 01:04

Moin,
habe gerade den Bericht vom gekenterten Folkeboot wegen Kielverlust auf der Homepage gelesen.

Dazu muss dringend vor einer ausschließlichen Sichtprüfung gewarnt werden.
Sowohl Bronze, Edelstahl und auch Stahlbolzen können Rißkorrosion aufweisen.
Bedeutet, das Material korrodiert unsichtbar von innen und reißt dann einfach ab.

Kielbolzen müssen zur Prüfung einem metallurgischen Prüfverfahren unterzogen werden.
Am sichersten ist das Röntgen der Bolzen, so findet man alle Schwachstellen, mit Lecksuchfarbe zum Prüfen von Schweißnähten findet man wenigstens die äußerlichen Risse bzw. Korrosionsstellen.
Ultraschall ist zur Prüfung von Bolzen eher ungeeignet, da zum Nachweis von Materialstärken in Platten gedacht und weniger für kleine runde Bauteile.

Wenn man sich die Arbeit macht und die Bolzen zieht, kann man sie auch gleich prüfen lassen.
Eventuell ist auch eine Prüfung der Bolzen im Schiff möglich, Blei lässt das Röntgen der Bolzen nicht zu (Abschirmung) Gusseisen hat selbst so viele Fehlstellen, dass das Bild unklar wird.
Sprich, der Anwender muss das Gerät auf jeden Fall sehr sehr gut kennen um die Bilder deuten zu können.

Grüße,
André

Re: Kielbolzen prüfen
geschrieben von: Oblomov (IP bekannt)
Datum: 20.09.17 17:51

Moin,
dem kann ich nur beipflichten. Dazu in der Anlage zwei Fotos, wie Kielbolzen aussehen, wenn man unter das Holz schaut. Der Bericht hat mich nochmal darin bestärkt, dass ich entweder die komplette Kielsohle erneuern muss (obwohl ein Vorbesitzer schon mal drei Kielbolzen erneuert hat, oder das Projekt Oblomow nach 3 Jahre lernen nun aufgeben muss. Im Moment ist die Tendenz aufgeben.
Grüße
Jörg

Anhänge: DSC_8428 Kopie.jpg (470kB)   DSC_8420.jpg (211kB)  
Re: Kielbolzen prüfen
geschrieben von: arthur (IP bekannt)
Datum: 22.11.17 10:35

Nun ja, ob da gleich die Röntgenlösung genommen werden muss...? Der prakmatische Ansatz sieht bei mir wie folgt aus:

1. Alter des Bootes?
2. Wann wurde was bereits ausgetauscht?
3. Wenn nicht bekannt, dann
4. Kielbolzen ziehen und kontrollieren, wenn sichtlich alt (wie auf den Beispielbildern) muß nicht mehr groß untersucht werden - Austausch!
5. Achtung, wie bereits schon richtig angemerkt "Edelstahl ist nicht zwangsläufig" die Musterlösung...
Was spricht gegen die erneute Verwendung des ursächlichen Materials - das wie lange gehalten hat? Nur unser "alles besser machen wollen - Wahn"!
Beste Grüße



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.11.17 10:36 von arthur.

Re: Kielbolzen prüfen
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 23.11.17 19:24

Naja...
>
> 1. Alter des Bootes?
> 2. Wann wurde was bereits ausgetauscht?
Dürfte den wenigsten bekannt sein...

> 3. Wenn nicht bekannt, dann
> 4. Kielbolzen ziehen und kontrollieren, wenn
> sichtlich alt (wie auf den Beispielbildern) muß
> nicht mehr groß untersucht werden - Austausch!
Ziehen ist auch aufwendig und teilweise mit zerstörerischen Arbeiten verbunden, wenn die Köpfe versenkt sind z.B muss ein Gewindeloch in den Kopf geschnitten werden. Bei meinem Schiff sind die Bolzen von unten durch gesteckt, Ziehen war nur so möglich. Ist das Loch drin, hat man eine Stelle mehr die rostet und der Bolzenkopf ist geschwächt, weil nicht klar ist wie tief man bohren kann. Die Verzinkung ist auch kaputt.
Nicht zuletzt kommen beim Ziehen der Bolzen auch viele Stunden zusammen, die genauso bezahlt werden müssen.

> 5. Achtung, wie bereits schon richtig angemerkt
> "Edelstahl ist nicht zwangsläufig" die
> Musterlösung...
> Was spricht gegen die erneute Verwendung des
> ursächlichen Materials - das wie lange gehalten
> hat? Nur unser "alles besser machen wollen -
> Wahn"!
Was spricht dagegen etwas besser machen zu wollen? Wir haben den Auftrag übernommen, die Boote für die Nachwelt zu erhalten. Und wir müssen eine ökologische Verantwortung übernehmen, also ressourcenschonend und umweltgerecht arbeiten. Holzbestände schonen z.B, also auch Rott minimieren.
"Hebbt wi jümmers so mokt" ist der typische Spruch derjenigen, die eine Ausrede suchen Arbeit nicht machen zu müssen.
Der Erhalt von Handwerkstraditionen und -Künsten ist genauso wichtig, nur als Ausrede darf das nicht herhalten.

Grüße,
André



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