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Scheuerleiste
geschrieben von: Matthias (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 13:18

Moin,
Ich erwäge, die Holzscheuerleiste an meinem Stahljolli zu ersetzen. Als neue Scheuerleiste wird´s wahrscheinlich eine aus Teak werden, ohne Metallschiene. Die Leiste ist mit metrischen Schrauben im Metall-Süllbord von außen verschraubt (das müsste dann mit Proppen abgeschlossen werden, aber das ist eher nicht das Problem)
Da die Scheuerleiste aus 3 Teilen/Seite bestehen wird, sind Schäftungen unumgänglich. Ich bin mir nur noch nicht im klaren, ob es gescheit ist, vorher zu schäften und die Biegung über die kompletten 8 m Länge hinzubekommen, oder während des Anbaus zu schäften, die Leiste beim Anbauen sozusagen ineinanderzustecken.
Aus meiner Sicht hätte das aber Einfluss auf den Winkel, mit dem die Schäftung erstellt wird (mit "Stecken" braucht man imho nicht so flache Winkel, die Sache wird kürzer und ist leichter zu erstellen).
Die Leiste wird ca 5 cm hoch und 4 cm breit werden. Bekommt man die Rundung damit bei 2,70 Leistenlänge noch einigermaßen gebogen? Oder braucht man dann Gewalt in Form von Zurrgurten? (was ich vermeiden würde...)

Danke für Hinweise und Tips,
Gruß
Matthias (SR165)

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 16:18

Hallo Matthias,

interessante Frage.

Ich bin der Meinung, dass man keine gleichmässige Rundung hinkriegt, wenn man die Scheuerleiste "in Situ" zusammenbaut. Dazu ist die Steifigkeit der Scheuerleiste zu groß und sie wird an den Enden, trotz Schäftung, immer versuchen, möglichst gerade zu bleiben. Du erhältst dann an diesen Stellen einen leichten Knick.

Willst Du über die 5 cm biegen (d. h., liegt die Leiste mit der 4 cm breiten Seite auf der Bordwand)? Dann hättest Du ja alleine schon durch das Widerstandsmoment in dieser Richtung eine sehr steife Leiste. Aber selbst über die 4 cm zu biegen wird vermutlich nicht ganz einfach.

Ich würde also in jedem Fall empfehlen, vorher zu schäften. Du kannst Die Leisten, wenn Du sie mal hast, ja mal ans Boot halten und ein Gefühl dafür bekommen, wie sie sich verhalten wird. Du kannst dann ja mal berichten, wie Du es gemacht hast. Interessiert mich.

Viel Erfolg
Klaus




Re: Scheuerleiste
geschrieben von: Matthias (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 17:52

Hallo Klaus, die leinen, knickartigen Unstetigkeiten sind natürlich ein Argument.
Die Leisteh sind ca 2,70 lang, so richtig weiß ich auch noch nicht, wie ich identische flache Schnitte für die Schäftung hinbekommen soll. Die vom Holzverkäzfer anbringen zu lassen, würde einen erheblichen Mehrpreis bedeuten. Eventuell steht mir ne kleine Tischkreissäge zur Verfügung, aber nur wenig Platz um derart lange Werkstücke zu bearbeiten.
per hand sägen dürfte zu ungenau werden.
Die Leiste würde über die flachere Seite gebogen, also über die cm (was ich mir bei Teak dennoch schwer vorstelle...
Gruß
Matthias (SR165)

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: grotti56 (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 17:55

Hej Matthias,

die Schäftungen vorher verleimen und dann montieren. Sonst wird es keine saubere Fläche.

Nur mit langem Holz bei dem Querschnitt bekommt man die Biegung hin.


Mit Leitern oder mehr Hände kann man das händeln.


Hejdå Michael

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: grotti56 (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 17:55

Hej Matthias,

die Schäftungen vorher verleimen und dann montieren. Sonst wird es keine saubere Fläche.

Nur mit langem Holz bei dem Querschnitt bekommt man die Biegung hin.


Mit Leitern oder mehr Hände kann man das händeln.


Hejdå Michael

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 18:04

Schäftung 1:10 sollte m.E. reichen. Je nachdem, von welcher Seite Du schäftest sind das 40 oder 50 cm, die man zusätzlich braucht. Und die Schäftung sollte man hobeln. Das ist wirklich einfach und geht schnell, wenn man die Hölzer schon mit der Schäftlänge versetzt übereinander spannt und dann schön alle Stücke genau auf 0 herunterhobelt. So habe ich Balkweger von fast 10 m Länge geschäftet (allerdings Tanne, geht gut zu hobeln).

Klaus

Anhänge: CIMG5582.JPG (155kB)   CIMG5586.JPG (127kB)  
Re: Scheuerleiste
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 21:01

bei 4 oder 5 cm materialstärke kannst du die schäftung gut mit einer handkreissäge mit führung hinbekommen.

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: Matthias (IP bekannt)
Datum: 20.10.18 22:48

Nur fehlt mir die Idee, wie ich hier die Führung herstellen könnte...
Gruß
Matthias (SR 165)

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: boyus (IP bekannt)
Datum: 21.10.18 06:29

Hallo Matthias,
Um die Schäftung sauber zu schneiden geh doch zum Schreiner im Ort, mit der Formatkreissäge ist das eine Sache von 5 min.

Arndt

[up.picr.de]

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: potemkin (IP bekannt)
Datum: 21.10.18 13:20

du nimmst einen z. b. sperrholzstreifen (oder mdf oder spanplatte oder ...), schraubst oder nagelst eine führungsleiste längs drauf, an welcher du mit der rückseite der grundplatte deiner handkreissäge entlang schiebst. die so entstehende schnittkante legst du an die markierung deiner zu schäftenden leisten, welche du vorher mit ein oder zwei zwingen zu einem gemeinsam zu schneidenden paket zusammengesetzt hast und sägst drauf los. du kannst an der unterseite der sperrholzführung eine latte als anschlag für das leistenpaket anbringen und mit der schraubzwinge mit dem paket fixieren, dann rutscht dir beim arbeiten nicht die führung weg. vorher sicherstellen, daß das sägeblatt und die grundplatte möglichst genau im rechten winkel zueinander stehen. und eine nicht zu kleine säge verwenden. und eine unterlage in leistenpaketstärke unter den überstehenden teil der führung legen, damit diese beim sägen nicht abkippen kann.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.10.18 13:22 von potemkin.

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: Käptn Iglu (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 07:37

Hallo zusammen,

trotz professioneller Hilfe durch den Schreiner (lange Schäftung, guter Leim), hat es bei uns nicht gehalten.
Mein Rat: Die Schäftung so platzieren, daß eine Befestigung durch die Schäftung hindurch geht.
Und natürlich den Schwachpunkt in einen Bereich legen, der nur einer geringen Biegung unterworfen ist, soweit möglich.

Handbreit,
Käptn Iglu

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: Andre R363 (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 08:35

Hallo Matthias,
ich selbst habe an meinem 20er die komplette Scheuerleiste aus Eiche erneuert.
Du musst die Scheuerleiste auf jeden Fall vorher komplett zusammenleimen.
Die Hebelwirkung um die Leiste ans Boot zu drücken ist so viel grösser.
Kurze Stücke von nicht mal 3m bekommst du an den Enden nicht bündig an den Rumpf gedrückt.

Die Ausführung der Schäftung ist sehr einfach. Siehe Zeichnung.

Du erhälst auf beiden Seiten identische Schäftungen die zusammengeleimt werden können

Gruss und viel Erfolg
Andre R363


Anhänge: Scheuerleiste Skizze.jpg (67kB)  
Re: Scheuerleiste
geschrieben von: André bauer (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 09:58

Moin,

wenn die Breite nach Andre's Skizze noch nicht ausreicht für eine gute Befestigung der Führung kannst Du auch alle 6 nebeneinander legen oder mit Abfallholz gleicher Stärke ergänzen.
Falls Du Dich in der Nähe von Bremen rumtreibst :-) kannst Du auch vorbeikommen, meine private Werft liegt in Bremen-Gröpelingen, komplett ausgestattet.

Warum unbedingt 4 cm dick? Das ist schon sehr massiv und macht beim Biegen nur Schwierigkeiten.
Bei 2,70 m bekommt man die Stärke auf keinen Fall gut rangedrückt.
Ich würde auf 3 cm runter gehen, auch die Breite kann locker auf 4 cm reduziert werden.
Teak kostet ja auch richtig Geld, besonders wenn man kleine Mengen bei Georgus oder so kauft.
Je dicker die Leiste, desto mehr Länge braucht die Schäftung bei gleichem Verhältnis.
1:10 ist schon sehr lang, kann man bei Teak und gebogenen Teilen machen, aber 1:8 sollte es auch tun.
Trockenes Holz bzw. der späteren Feuchtigkeit angepasst (lackiert oder roh?) und der zu erwartenden Feuchtigkeit angepasster Leim ist da mindestens genauso wichtig.
Epoxi hält viel, kann bei wechselnder Feuchtigkeit aber nicht flexibel reagieren. Die Längenänderung ist schon sehr massiv. PU ist da bei viel Feuchtigkeit geeigneter.

Beim Stahljolli ist das mit Gurten aber überhaupt kein Problem, auch beim Holzrumpf nicht.
Wird die Leiste in einem Stück angebracht ist nicht nur das Biegen wesentlich einfacher,
auch das Schäften am Schiff ist um ein Vielfaches schwieriger und der Strak wird auch wesentlich besser.

Bei Teak und Eiche sollte die Leimfläche unbedingt direkt vor dem Verleimen geschnitten worden sein oder mit dem Zahnhobel, notfalls auch mit 24er Schleifpapier aufgerauht werden.
Das Öl bzw. die Gerbsäure lagern sich ziemlich schnell auf der Oberfläche ab und verschlechtern die Qualität der Verleimung.
Eine gehobelte Schäftung ist gerade bei Teak und Eiche im Bootsbau nicht haltbar, die Fläche ist zu glatt.
Sägerauh ist da optimal.

Gruß,
André

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: hermann.l (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 16:35

Moin

ich hatte mir vor 20 Jahren 8m lange Mahagonie Bretter besorgt
und daraus das Fundament für eine 50 mm Schiffstau - Scheuerleiste
gebaut. 12 x 4 cm und trocken drumgebogen und geschraubt.
Darauf kamen dann noch zwei 4 x 4 cm Leisten trapezig gehobelt ,
dazwischen kam dann der Strick.
Da ich 11m Länge brauchte , konnte ich im hinteren geraden Teil
die beiden Stücke problemlos in 1 : 1 Schäftung ansetzen . Ging ja nur
geradeaus. Sieh zu , dass du auch 8 m bekommst. Dann musst du nix
schäften , auch wenn es deutlich teurer ist . Du sparst den ganzen
möglichen Ärger .

Gruß vom Skipper
Hermann



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.10.18 18:38 von hermann.l.

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: grotti56 (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 17:38

hej,

das mit 8 m langen Holz ist ja eine gute Idee. Transportproblem nr. 1
und 8 m langes Teakholz ist fast ein sechser im Lotto. Vor 20 Jahren kein Problem und der heutigen Zeit schon.


Hej då Michael

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: grotti56 (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 17:38

hej,

das mit 8 m langen Holz ist ja eine gute Idee. Transportproblem nr. 1
und 8 m langes Teakholz ist fast ein sechser im Lotto. Vor 20 Jahren kein Problem und der heutigen Zeit schon.


Hej då Michael

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: grotti56 (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 17:38

hej,

das mit 8 m langen Holz ist ja eine gute Idee. Transportproblem nr. 1
und 8 m langes Teakholz ist fast ein sechser im Lotto. Vor 20 Jahren kein Problem und der heutigen Zeit schon.


Hej då Michael

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: hermann.l (IP bekannt)
Datum: 22.10.18 18:20

Der Transport im PKW (natürlich im Dunkeln)
über 80 km war schon sehr " lustig " .
Die Bretter ragten 2.5 m durchs Beifahrerfenster
und ebenso hinten links durchs Fenster. Ich musste
höllisch aufpassen , nicht die Straßenschilder oder
Bäume mitzunehmen .

Gruß vom Skipper
Hermann



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.10.18 18:35 von hermann.l.

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: Matthias (IP bekannt)
Datum: 28.10.18 12:13

8 m Leisten kann ich weder bekommen noch mir leisten. Also schuften und schäften.
Würde es sich in der Biegung eigentlich bemerkbar machen, wenn im Vorhinein an der Unterseite flache Durchlaesse zum Wasserablauf (parallel zu den am Duellrand eingearbeiteten Speigatten) hineingearbeitet werden? Gäbe es da Bruchgefahr?
Gruß
Matthias (SR165)

Re: Scheuerleiste
geschrieben von: helmsman-2 (IP bekannt)
Datum: 28.10.18 16:53

Hallo Matthias,

dieses Wochenende ist der Winter eingekehrt. Nun verpasst man keine Zeit am Boot oder auf dem Wasser, wenn man gemütlich drinnen sitzt und sich ein bisschen mit theoretischen Dingen beschäftigt.
Ich denke, ob die Leiste bricht oder die Krümmung unstetig wird, hängt natürlich von der Tiefe der Öffnung ab, d.h. was Du von dem Biegequerschnitt wegnimmst. Auch die Form der Kerbe spielt dann sicher eine Rolle. Ein längerer, sanft verlaufender Ausschnitt ist wahrscheinlich weniger schlimm, als eine kurze, eckige Ausklinkung.

Ich nehme mal an, dass die Speigattöffnung im Verhältnis zum Gesamtquerschnitt nicht unerheblich ist. 10%, das wären dann etwa 4 oder 5 mm ist wahrscheinlich ein bisschen wenig (verstopft leicht). Das Doppelte ist dann nicht mehr unerheblich, insbesondere, da die Bruchspannung quadratisch mit der Abnahme des Biegequerschnitts steigt. Also, ich würde die Löcher erst nachher einbringen. Wenn die Leiste dann gut befestigt ist (d.h. beidseitig der Speigatten) sollte nichts mehr passieren.

Klaus

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