34. HSC Hamburg Summer Classics - Wenig Wind und viel Sonne


Echtes Sommerwetter auf der Alster und ein gut aufgelegtes Orga-Team der Hamburger Segel Clubs haben wie im Vorjahr 33 schöne Holzjollen und Jollenkreuzer an die Alster gelockt. Voraussetzung für die Teilnahme: Aus Holz gebaut und mindestens 25 Jahre alt.


Das älteste Boot war diesmal die wunderbar gepflegte und regattamäßig ausgerüstete Berliner H-Jolle HERTA, 1935 bei Berkholz und Gärsch in Berlin gebaut, ein Augenschmaus mit der gebogenen Gaffel.

HERTA

Die H-Jolle ist 6,20m lang, die längsten Boote bei der Regatta waren die Holzdrachen mit knapp 9 Metern, mit ihren langen Überhängen anmuten wie Miniatur 12mR Yachten. Ambitioniert gesegelt und viel Platz einnehmend an den engen Tonnen-Rundungen, waren sie dann auch das Gegenstück zu den 12-Fuß-Dinghies mit ihren gerade mal 3,66 m.

Da ist der Wind!

Beide Klassen waren früher olympisch, die Drachen von 1948 bis 1972 und die Dinghies 1920 und 1928. Dann gab es noch Piraten, Jollenkreuzer, Zugvögel, je 1 Hansa-Jolle, 505er, FD und die Phantom Klassik. Auch der Zugvogel G1 vom Team Yacht, gesegelt von Chefredakteur Martin Hager, gab sich die Ehre neben dem 1. HSC-Vorsitzenden Daniel Baum mit Sohn Fritz auf der Elb H-Jolle FRIDA und seinem Stellvertreter Wolf-Dieter Jahn auf dem FD (auch olympisch 1960 - 1992) BRIGITTE.

Gar nicht so einfach für Wettfahrtleiter Johann-Nikolaus Andreae und sein hervorragend eingespieltes Team, sie alle mit dem richtigen Yardstick einzuordnen.

Die Wettfahrtleitung im Schatten

Insgesamt waren 31 Boote am Start, der fand nach dem beim HSC etablierten Känguru Verfahren statt, wonach das langsamste Boot zuerst und das schnellste Boot zuletzt startet. Es wird eine Zeit festgelegt wie lange die Wettfahrt theoretisch für das „Null-Boot“ dauert und nach einer Liste hat jedes Boot gemäß seines Yardsticks eine individuelle Startzeit, die akribisch vom Start-Team beobachtet wird.

Steuermannsbesprechung

Bei den sehr leichten Winden am Samstag hatten die „modernen“ Racer Phantom Klassik, FD und „Feife“ 505er keine Mühen, sich durch das langsam dahin dümpelnde Feld von ganz hinten nach ganz vorne zu arbeiten. Bei frischem Wind am Sonntag wurde es schon schwieriger. So gewann in der 3. Wettfahrt überraschend der Pirat AVANTI vor den drei 12 Fuß Dinghies.

Hamburger Panorama bei Schwachwind

Die vierte Wettfahrt gab den ersehnten Streicher und so stand am Ende doch Johannes Bahnsen mit der Phantom TREIBHOLZ ganz oben auf dem Treppchen vor Andreas Jungclaus mit dem 505er VOLLHOLZSCHÖNSCHWER und Marc Girardet mit dem 12-Fuß-Dinghy WINDSANGH. Es gab keine Schäden außer einer glimpflichen Kenterung eines Dinghys und einem unschönen Ramming zwischen H-Jolle und Zugvogel. Aber alles läßt sich reparieren.

Eine Hamburger Institution: Das Hotel "Atlantic"

Preise gab es reichlich, dank zahlreicher Sponsoren außer den Punktpreisen jede Menge Sonderpreise, so dass kaum einer mit leeren Armen nach Hause gehen mußte. Manch einer brauchte fast eine Schubkarre.

Reich gedeckter Gabentisch (T. Loewe)

Bleibt anzumerken, dass es früher (Prä-Corona) mal über 60 Holzboote waren, wobei einige sogar aus Bayern und Österreich kamen. Auch die Regatta-Lust der Alster Holzboot-Eigner hat merklich nachgelassen, kann nicht nur an den Ferien liegen. Das Orga-Team hofft auf größere Felder in der Zukunft. Auf jeden Fall sind die Summer Classics immer wieder ein Hingucker für die „Sehleute“ um die Alster, der NDR hat berichtet - zu finden in der ARD-Mediathek

Das Wetter hat mitgespielt und am Ende waren alle zufrieden, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Versorgung durch das Team vom GURLITT, dem für jedermann zugänglichen Restaurant im HSC.

Tommy Loewe, August 2026

Fotos: Pepe Hartmann (Auf dem Wasser), Stefan Käshammer (Preisverleihung)

Glücklicher Sieger: Johannes Bahnsen, Phantom Classic TREIBHOLZ
Platz 2: Kuni und Hans-Werner, 505er VOLLHOLZSCHÖNSCHWER
Platz 3: Marc Girardet, 12-Fuß-Dinghy WINDSANGH