Das war der Klassik Trichter 2026


Eine Wettfahrt und eine 70-jährige Dame mit Format: Klassikwochenende auf dem Großen Brombachsee am 3. - 5. Juli 2026


Die Wettfahrt

Der Klassik Trichter auf dem Großen Brombachsee ging Anfang Juli bereits in seine elfte Auflage. Bei bestem Sommerwetter, kräftigem Wind und gewohnt entspannter Atmosphäre trafen sich die Freundinnen und Freunde klassischer Yachten zu einem Wochenende voller Segelsport, Geselligkeit und Tradition.

Der Auftakt erfolgte am Freitagabend im Clubhaus Frankonia des Yacht-Club Nürnberg. Bei Lasagne, fränkischem Wein und einer lauen Sommernacht saßen die Teilnehmer lange auf der Terrasse zusammen. Zwischen den Gesprächen über Schiffe, vergangene Regatten und neue Pläne sorgten Glühwürmchen für eine romantische Kulisse.

Am Samstag ging es mittags auf die traditionelle 6h - Langstrecke des 1. WSC, linksherum über den gesamten Großen Brombachsee.

Besonders für die Jollen war das keine Spazierfahrt, sondern eher ein Segelmarathon mit erhöhtem Puls. Die Bedingungen hatten es in sich: Bei etwa 15 Knoten Wind und Böen zwischen 20 und 26 Knoten aus West, zeitweise norddrehend, waren besonders die Jollen gefordert. Vor allen Dingen die Kreuz sorgte für spannende Positionskämpfe und enge Duelle auf der Bahn. Trotz der anspruchsvollen Verhältnisse gab es weder Kenterungen noch Schäden oder Verletzungen.

Die Wettfahrt klang mit Preisverleihung und Seglerhock im Clubhaus des 1. WSC aus. Anschließend wurde auf der Terrasse des Clubhauses Frankonia noch bis weit nach Mitternacht weitergefeiert.

"Ulla", eine Dame mit Format

Der Sonntag stand ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Der 15er Jollenkreuzer "Ulla" feierte ihren 70. Geburtstag. Ein Geburtstag dieser Art ist in der Klassikszene mehr als ein netter Anlass für Weißwurst und Bier, er ist ein Statement. Denn ein Holzrumpf, der sieben Jahrzehnte lang Wind, Wasser und wechselnde Moden überlebt hat, ist nicht nur ein Boot, sondern ein Stück lebendige Segelgeschichte.

Mit Blick über den sonnigen Brombachsee erinnerte ihr Eigner daran, dass "Ulla" 1956 in Lübeck gebaut wurde - in einer Zeit, als Deutschland noch mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs beschäftigt war und der Bau eines solchen Schiffes eine bemerkenswerte Initiative und einen noch bemerkenswerteren finanziellen Aufwand bedeutete. Umso schöner, dass "Ulla" heute mit lebendigem Segelgeist über den See jagt.

Im Rahmen der Feier wurde zudem das Buddelschiff als Wanderpreis an Eberhard Renz verliehen in Anerkennung für seine herausragende Persönlichkeit als Segler und seine beispielhafte Seemannschaft. Herzlichen Glückwunsch!

Fürs Protokoll

Den Sieg sicherten sich verdient Christiane und Benjamin Sander vom Stuttgarter Segelclub (StSC) auf ihrem wunderschönen Schwertzugvogel "Schlepppinsel".

Auf Platz zwei folgte der 15er Jollenkreuzer "Penelope" mit Lars Münch und Tilmann Ratz, beide Yacht-Club Nürnberg. Den dritten Platz belegte die Corsaire "Peppone" mit Eberhard Renz, Hannah und Sven (alle StSC), die durch Probleme am Spinnakerbaum dieses Jahr eingebremst wurden.

Text & Fotos: Lars Münch

Titelfoto: Eberhard Renz