Neuer Ort, alte Freunde
Etwas verspätet für alle die nicht dabei sein konnten und alle, die den Tag mit uns genossen haben: Die Nachlese mit vielen BIildern zum Wintertreffen und Symposium des Freundeskreis
Etwas verspätet für alle die nicht dabei sein konnten und alle, die den Tag mit uns genossen haben: Die Nachlese mit vielen BIildern zum Wintertreffen und Symposium des Freundeskreis
Die Teams vom Symposium und Wintertreffen 2026 waren gespannt:
Wieder mal ein neuer Ort,nachdem der Miralles-Saal uns nicht mehr wollte (warum weiß keiner so genau). Nun also mitten in der Hamburger Neustadt, verkehrsgünstig, aber schwierig zum Parken, aber das kannten wir ja schon. Dazu noch ein unerwarteter Wintereinbruch wie wir ihn schon lange nicht hatten.
Wer würde den Weg zur katholischen Akademie finden?
Die Akademie hat uns mit offenen Armen empfangen, Annalena Brandt und ihr Team waren ausgesprochen entgegenkommend, von Katholizismus war in dem großzügigen Foyer und in dem idealen Auditorium mit hervorragender Technik nichts zu spüren und der Preis stimmte auch.
Die Sorge war umsonst, zum Symposium füllten etwa 120 Interessierte den Saal. Es gab Suppe und Drinks in den Pausen, und um den Hunger zu stillen gab es ein großes Angebot von Lokalen aller Preisklassen, fußläufig für die Pause zwischen Symposium und Wintertreffen. Viele sind geblieben, einige kamen noch hinzu, so dass sich das Wintertreffen-Team über eine gut besuchte Veranstaltung mit um die 250 Zuhörern freuen konnte. Dem Programm tat auch die wetterbedingte Absage eines Referenten aus Bayern keinen Abbruch. Um 23:00 konnte Jan Lohrengel die Klassikerfreunde in die Winternacht verabschieden.
Pünktlich um 11:00 eröffneten Niko von Bosse und Martin Mohrmann das Symposium und mit Matthäus Schwaderlapp vom Ingenieurbüro Detlev Löll betrat gleich ein echter Fachmann die Bühne. Matthäus führte uns durch die Entwicklung der Yachten vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre, vor allem bezogen auf die Unterwasserschiffe, vom Langkieler zum geteilten Lateralplan und das Verhalten im Seegang dargestellt an den Yachten KERSTIN III von Niklas von Meyerinck und ANAïS von Michael Specht, beide vor Ort. Eigentlich Spezialist für Riggs vor allem auf Großseglern konnte er auch dieses Thema gut verständlich für alle rüberbringen.
Nach der ersten Kaffeepause ging es dann um ein wichtiges Thema das uns alle betrifft: Was passiert auf dem Antifoulingmarkt? Hier nahm uns zunächst Martin Kaune vom Familienbetrieb BAJO Coatings mit in seine Welt. Fazit, es tut sich etwas auf dem Markt. Bisher bleibt alles beim Alten. Für biozidhaltige Produkte, die die beste Wirkung im Salz- und Brachwasser haben, muss ein einmaliges kurzes Abgabegespräch für Privatpersonen gehalten werden, auch wenn wir alle schon lange damit umgehen. Biozidfreie Produkte wirken am besten im Süßwasser und müssen öfter gereinigt werden.
Nach diesem interessanten Beitrag übernahm Boots- und Schiffbaumeister Nils-Uwe Schumacher von M.u.H. von der Linden das Mikro und vertiefte das Thema noch einmal. VdL sind schon lange sowohl im modernen Bootsbau u.a. mit WEST Epoxy und allen Arten von Lacken, als auch im Klassik-Bereich unterwegs und haben eine hohe Affinität zur Klassiker-Szene, wir kennen alle Helge von der Linden von zahlreichen Messen und FKY-Events. Bei Nils‘ Vortrag kam vor allem heraus: Silkonhaltige Antifoulings wirken, sind aber extrem schwierig für die Umgebung beim Bearbeiten, weil immer kleinste Partikel frei werden und jegliches Lackieren fast unmöglich machen. Folien sind nur von Profis zu applizieren und nicht zu reparieren. Weichantifoulings entfalten die Wirksamkeit am besten ab 8 kn, sind schwierig zu reinigen. Hart-Antifoulings lassen sich gut reinigen, wenn man denn einen langen Schrubber hat. am Ende beider Vorträge steht: Das ideale biozidfreie Antifouling für alle Gewässer gibt es noch nicht, aber es wird weitergeforscht. Eine Unsicherheit kann ausgeräumt werden: Man darf mit Antifouling, dass in Deutschland aufgetragen wurde auch im Urlaub nach Dänemark, Schweden oder Holland segeln, auch wenn das Pordukt dort nicht zugelassen ist.
Auch interessant Information des Umweltbundesamt
Nach diesen eher theoretischen Themen ging es in die Praxis mit tollen Restaurierungsobjekten:
Auf der Abeking & Rasmussen Werft, aus der viele unserer Preziosen kommen, wird heute vorwiegend Spezialschiff – Mega-Motoryachtbau betrieben. Umso erfreulicher, dass die Auszubildenden eine marode Hansa-Jolle DIANA Bj. 1961 A&R wieder auf Hochglanz bringen konnten. Darüber wußten Leon Noel Emden und Alina Eisengarten begeistert zu berichten.
Ganz alleine hingegen hat Kyrell Becker Bootsbauer bei Stapelfeldt an der Schlei seine Sparkman & Stevens Konstruktion PAVANE von 1964 mit Hilfe seiner Werft wieder in einen seefähigen Zustand gebracht. Welch Glück für alle, dass die Witwe des Voreigners ein gutes Herz hatte und diesen schönen moderne Klassiker zu guten Konditionen in junge Hände übergeben hat. Der Werftgründer Willy Stapelfeldt hatte hat seine Finger ein wenig mit im Spiel gehabt. So rettet man Klassiker. Glückliche Fügung und Hut ab vor Kyrell’s Leistung.
Ganz pragmatisch berichtete Uwe Fischer vom Weideraufbau seiner 5 KR FROHSINN ex HETIS die im Herbst-Sturm 2023 in Damp schweren Schaden genommen hat. Von der Versicherung als wirtschaftlicher Totalschaden gewertet, hat er sie mit seiner Familie mit viel Eigenarbeit wieder in einen segelbaren Zustand versetzt.
Alle 3 Projekte verdienen höchsten Respekt.
Über alle 3 Themenbereiche gab es nach den Vorträgen viele Fragen aus dem Publikum, die von den Protaganisten bestens beantwortet wurden
Pause um 16:30 – Essen fassen, angeregter Austausch der Besucher. Um 19:00 beginnt das Abendprogramm.
Mit einem stimmungsvollen musikalisch unterlegten Film (Winter im norwegischen Hafen) eröffnet Jan Lohrengel pünktlich den Abend.
Kersten Prophet nahm uns mit auf einen Ausflug an die nordamerikanische Ostküste. New York und Maine mit interessanten Berichten und tollen Fotos von Werften und Regatten mit seinen amerikanischen Concordia Yawl Freunden. Flaute, Regen und trotzdem fröhliche Stimmung auf See und an Land gibt es nicht nur bei uns.
Was folgte war ein Ausflug in die Nacht: Nico Krauss hatte den Text für die YACHT geschrieben, der Schauspieler Oliver Warsitz las ihn uns vor, Nico hatte die Bildershow zusammengestellt. Ein wirklich eindrucksvoller Programmpunkt.
Nach dieser Reise in die Nacht die erste Preisverteilung: Dana Göbel und Hinnerk Bodendieck stellten den Ostseepreis und seine Gewinner vor. Drei tolle Bilder von Hinnerk, auf denen die Siegeryachten und andere Teilnehmer dargestellt wurden, ein großes Stück Arbeit für den Künstler, nächstes Jahr folgen die Leuchtkästen.
Last not Least stellte auch Janno Graf die Bilder und Sieger des Fotowettbewerbs „10 Jahre The Run“ vor. Die Bilder konnten in der langen Pause im Foyer begutachtet werden.
Nach regem Austausch (denn vor Allem dafür ist das Wintertreffen da) ging es weiter - leider vor gelichteten Reihen - wieder mit einem tollen Filmchen aus Jan’s Repertoire: Surfbretter aus Holz, den kleinsten bemannten Holz-“Booten“ zur Musik von Steely Dan.
Was folgte machte wirklich Mut auf die Generationenfolge der Liebhaber klassischer Yachten: Emely Grabo und Frederic Rauh, beide in den Zwanzigern, berichteten von ihrem bewundernswerten Projekt : Dem Wiederaufbau der Max Oertz Yacht STELLA . Sehr sympathisch und historisch fundiert mit Bezügen auf den Maler Edvard Munch und den Tourensegler Walter Protzen (Dem Bruder von Otto). Emily ist Kunsthistorikerin und Frederic studiert Denkmalspflege. Sie haben überhaupt keine Angst vor der großen Aufgabe (Das Schiff liegt in Schweden, sie wohnen Sachsen-Anhalt). Das ist nicht blauäugig wie man zunächst denken mag. Die beiden haben echt einen Plan, eine tolle Website und gute Kontakte. Wir werden sei weiter begleiten und unterstützen, sowas macht Mut für die Zukunft.
Langfahrtpreis, Kersten Prophet ist mit seiner Concordia Yawl FLEETWOOD mit wechselnden Crews durch die Biscaya bis nach A Coruña und zurück gesegelt. 3920 sm, 5 Länder, 154 Tage, das ist schon einen Preis wert. Dana Göbel und Tommy Loewe haben Kersten und seine Reise in gewohnt fröhlicher Weise geehrt und ihm auch noch ein paar zusätzliche persönliche Infos entlockt.
Der Abend war fortgeschritten und neigte sich dem Ende entgegen. Tommy hatte noch eine Ballade auf Lager: Achim Reichel’s Interpretation der EXXON VALDEZ Tanker-Katastrophe geschrieben zum 25. Jubiläum von Greenpeace. 1989 wurde dabei im Prinz William Sund ein großes Gebiet in Alaska von einer Ölpest verwüstet, hier nachzulesen. Und wer den Song hören möchte: YouTube
Den Abend beschloß wie immer Tom Nitsch, der uns weder einen wunderschönen Film von zunächst vom Leben mit seiner AR und dann vom Segeln vor St. Tropez während der Nioulargue / Voiles de St.Tropez zeigte. Auch Tom war schwer beindruckt von Emely und Frederic und ihrem STELLA Projekt und gab ihnen alle besten Wünsche mit auf den Weg.
Pünktlich um kurz nach 11 war das diesjährige Wintertreffen beendet.
Wir danken den fleißigen Orga -Teams, dem Team der kath. Akademie und allen die wieder mal zu einem tollen Symposium/Wintertreffen beigetragen haben: Ingo List für die Technik, Hinnerk und Nico für die tollen Bilder, Oliver Warsitz für die Lesung, der YACHT für die Text-Freigabe, Tom Nitsch für den Film und natürlich allen, die ihre toll vorbereiteten Vorträge gehalten haben.
Wir freuen uns auf eine tolle Saison 2026 und auf ein Wiedersehen im nächsten Winter.
Eure Teams Symposium und Wintertreffen
Text: Tommy Loewe
Bilder: Nico Krauss, Tommy Loewe und Manfred Jacob