Unterwasserschiffssanierung bei Jarro Teil 3


In meinem letzten Bericht über die Unterwasserschiffssanierung bei Jarro, meinem 6,5 KR Vertens Bau von 1962 vom November 2021 habe ich ja versprochen, hier weiter zu berichten. Das will ich hier nun gerne machen.


Teil 1 und 2 könnt Ihr in der Rubrik Projekte, aktuelle Restaurierungsprojekte, Kommunikation-aktueller-Restaurierungsprojekte finden und nachlesen.

Im Juli 2022 ging es weiter. Das achtere Stevenknie gefiel mir am vorderen Ende nicht (Bild 1) und so entschloss ich mich, dort doch noch etwas zu erneuern.

Bild 1
Bild 2

Das vordere Ende ist abgetrennt, der Bolzen freigelegt, seitlich ein Lasching an das verbleibende Knie angestoßen (Bild 2). Das angeschäftete Stevenknie ist mit Eiche ersetzt worden (Bild 4).

Bild 3
Bild 4

Dann wollte ich eigentlich die neu verzinkten Bodenwrangen einbauen. Diese hatten jedoch nach einem Jahr in der trockenen Halle stellenweise schon wieder Rost angesetzt (Bild 5). Nach reichlichen Diskussionen mit der Verzinkerei und anderen Stahlbauern konnte mir keiner zusagen, das besser hinzukriegen. So entschloss ich mich, die Teile selber zu sandstrahlen und mit Zinkfarbe zu streichen. Die gestrichenen Bodenwrangen habe ich dann mit Butylband zwichen Holz und Eisen eingebaut (Bild 6).

Bild 5
Bild 6

Mitte September 2022 war es dann endlich soweit, die ersten Bohlen wurden ausgehobelt, zugeschnitten und angepasst. Mitte Oktober waren die Kielplanken dann eingebaut (Bild 7). Anschließend habe ich die Schablonen für die zweite Planke gemacht.

Bild 7
Bild 8

Als nächstes habe ich die dritte Planke ausgebaut. Diese zerbrach in dem vom Diesel getränkten Teil (Bild 9). Beim Vernieten der Kielplanke ergab sich dann die Notwendigkeit noch zwei Spantenenden zu erneuern (Bild 10).

Bild 9
Bild 10

Um die Planken anzuzeichnen, habe ich die Schablonen auf die Bohlen gelegt, die Punkte mit dem Zirkelschlag übertragen und gestrakt (Bild 11). Die zugeschnittene Planke seht ihr in der Mitte (Bild 12).

Bild 11
Bild 12

Der Einbau der zweiten Planke erfolgte wieder mit Schraubzwingen und Keilen (Bild 13). Die zweite Planke ist eingebaut (Bild 14).

Bild 13
Bild 14

Die Planken sind miteinander verklebt, in der Sponung und den Holzbodenwrangen verschraubt und verklebt, mit den Stahlbodenwrangen verbolzt und mit den Spanten vernietet.

Dann waren erstmal einige Nebenarbeiten dran, wie das Kürzen der Bolzen in den Bodenwrangen (Bild15) und den Motor einmal reinsetzen um zu sehen, wie der passt (Bild 16). Außerdem das Stevenrohr ausbauen, in der Sponung die alten Schrauben rausholen, die Schraubenlöcher auspinnen und die Sponung säubern.

Bild 15
Bild 16

Darüber wurde es Dezember 2022 und ich habe mich eine Zeit lang anderen Dingen gewidmet.

Im August 2023 ging es dann mit den Überlegungen zum Motorfundament weiter. Der Motor wurde wieder ins Schiff gesetzt und es wurde mit einem Fundament aus Holz begonnen. Da die Planken in dem Bereich noch nicht mit den neuen Spanten vernietet waren und ich beim Knien auf den Planken diese rausdrückte, stand das Nieten erstmal an (Bild 17). Das angedachte Motorfundament in Holz (Bild 18) gefiel mir allerdings nicht.

Bild 17
Bild 18

Um darüber noch einmal nachdenken zu können, habe ich zunächst den ersten Plankenstoß ausgespundet (Bild 19 und 20). So werden die anderen alten Plankenstöße auch überarbeitet werden.

Bild 19
Bild 20

Das Motorfundament so, wie angedacht in Holz zu bauen, habe ich verworfen. Wahrscheinlich wird es aus Niro hergestellt werden. So habe ich weiter geplankt. Die ersten drei Planken sind in einem Stück gearbeitet.

Einbau der dritten Planke mit Hilfskonstruktionen (Bild 21), manchmal wünschte ich mir doch eine helfende Hand.

Bild 21
Bild 22

Dann erstmal neue Spantenenden und eine Bodenwrange beim Stevenrohr Bild 22). An der Stelle gab es vorher keine Verbindung zwischen Spanten und Steven.

Die vierte Planke ist in der Länge geschäftet und imd achteren Bereich so stark verdreht, dass ich sie gedämpft habe. Dampfrohr in einfacher Machart (Bild 23 und 24).

Bild 23
Bild 24

Einbau der vierten Planke (Bild 25). Schäftung der vierten Planke (Bild 26).

Bild 25
Bild 26

Als nächstes habe ich noch ein paar Spantenenden und eine Bodenwrange erneuert (Bild 27). Die Bodenwrange ist mit dem Achtersteven verklebt, der Bolzen ist vier cm in den Steven eingebohrt und verklebt. Auch hier war vorher keine Verbindung zum Steven vorhanden.

Als ich beim Einbau in den Backskisten und unter dem Cockpit lag, stellte ich fest, dass die vier Spanten zwischen den neuen Bodenwrangen auch erneuert werden könnten. Die losen Lamellen habe ich erstmal eingezwingt (Bild 28).

Bild 27
Bild 28

Die Spanten sind mittlerweile verleimt und werden als nächstes eingebaut. Geplant ist dann, die vorderen Hälften der vierten Planken zu machen. Und dann: Stück für Stück, immer mit der Ruhe.

Den Wunschtermin 2025 wieder mit Jarro zu segeln, werde ich allerdings wohl nicht einhalten können.

Ich werde hier über den Fortschritt weiter berichten. Vielleicht nutzt bis dahin ja der/die eine oder andere auch die Möglichkeit hier über sein/ihr kleines oder großes Projekt zu berichten.

Für Mitte März planen wir ein Open Ship zu veranstalten. Der genaue Termin wird hier auf der Homepage bekannt gegeben.

Jens Bessey

jensbessey@t-online.de