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"Die Hunderter kommen!"

Im aktuellen "Klassiker!" (1/2010) wird über die Hunderter berichtet, die 100qm Seefahrtkreuzer-Klasse. Nun ein aktueller Nachtrag.

Bekanntlich sind einige der Mitte der 30er Jahre für das NS-Militär gebauten 100qm Seefahrtkreuzer noch erhalten, nämlich "Kranich", "Storch", "Flamingo", "Marabu", "Pelikan" und "Wal", die nach 1945 als Reparationsleistung an die Briten gingen, sowie "Königin" und "Hutschi", für private Nutzung gebaute 100er, die zwar auch beschlagnahmt, später aber zurückgegeben wurden.

Vermutlich hat noch ein weiterer 100er "überlebt", die "Albatros V". Vorliegende Informationen sprechen dafür, dass es sich bei einer in Estland aufliegenden Yacht deutschen Ursprungs um genau diesen Hunderter handelt.

Auf die zunächst noch nicht identifizierte Yacht - "in bad condition" - machte uns ein finnischer Fotograf, Jorma Rautupää, aufmerksam. Der Freundeskreis, namentlich Kaspar Stubenrauch und Jan Lohrengel, bemühen sich nun, einen Ansprechpartner zu finden und die Eigner der "Albatros" für die Aktion "Rettet die Klassiker!" zu gewinnen...

Die Yacht kam 1945 als Reparationsleistung in die Sowjetunion, wurde in estländischen Gewässern bis 1980 als "Vangemuine" gesegelt und nach den Olympischen Segelwettbewerben in Tallinn nahe einer Bootswerft auf Ösel aufgelegt. Lokale Versuche, sie zu restaurieren, scheiterten bislang am finanziellen Aufwand.

Der Seefahrtkreuzer "Albatros V" wurde 1936 für Dr. Springer (VSaW) von Abeking & Rasmussen gebaut und mit einer für einen Hunderter ganz ungewöhnlichen Wishbone-Takelung versehen.
Von A&R wurden mit solch einer Takelung nur die Bremer „Senta“ und der Hunderter „Albatros" ausgerüstet, 1937 noch die Kreuzeryacht „Stella" sowie 1939 und 1950 die beiden französischen Yachten „Nicephore" (80 m2) und „Rose Joan" (100 m2).


Rennen vor Helgoland 1938 - von links: Wal X 19, Marabu X 10, Albatros X 15, Ibis X 14, Flamingo X 9


Aufnahmen der "Vanemuine" aus verschiedenen Jahrzehnten:



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