Klassiker Rendezvous 2026


Extended mit sechs 12ern und anschließendem Pantaenius Silver Wing Cup - Teil 1 des Berichts, mit Fotos.


Die Party vor dem ehrwürdigen Kieler Yacht Club auf der Terrasse von Stefan Henssler’s AHOI war früh beendet: um Punkt 22 Uhr gehörte die Wiese vor dem KYC den Fußballfans vor dem großen Screen. Es war zwar nur das Vorrundenspiel der deutschen Elf gegen die Jungs von Elfenbeinküste, der Begeisterung und dem Jubel bei jedem Ballkontakt tat das keinen Abbruch. Die Mittsommernacht lockte mit lauen Temperaturen und einem herrlichen Abendhimmel über der Kulisse der zahlreichen klassischen Yachten und 12ern.

Manch einer ließ sich sogar zu einem nächtlichen Bad in der Förde verführen, nur um dem Gelärme der Partymeile an der Kiel-Linie und dem Gejohle des Fussballvolks zu entgehen. Vorher gab es allerdings eine sehr stimmungsvolle Preisverteilung, durchgeführt von Dirk Ammann von Sponsor Pantaenius. Peggy‘s Band Leche con Café passte mit ihren Latino Rhythmen wunderbar zu der fast tropischen Nacht, musste allerdings auch um 22 Uhr die Instrumente einpacken. König Fußball regierte den KYC.

Softer Beginn in Grauhöft

Vorher war es allerdings deutlich ruhiger, das gut eingespielte RdK-Team hatte wieder ein Super-Programm gezaubert, das sich langsam bis zum Höhepunkt am Samstag-Abend, Beginn der Kieler Woche steigerte.

Auf dem Weg nach Schleimünde (Bettina Poullain)

Angefangen hatte alles wie immer am Donnerstagabend mit einem gemütlichen Grillabend bei Henningsen & Steckmest. Dank an die Familie Steckmest, an Henri und seine Kollegin, die tüchtige Bootsbauerin, die einige Stunden Regiearbeit am Grill ausgehalten hat.

Das Wetter meinte es zu gut mit uns, so fand die kleine Werkschau aus Fotograf Nico Krauss‘ Atelier, die er in der Halle aufgebaut hatte, nicht ganz die erhoffte Aufmerksamkeit. Man möchte ja auch schnacken, wenn man sich nach langer Zeit endlich wiedersieht. Es gibt bei Nico so viele schöne Bilder und kleine Dinge anzusehen und zu erstehen. Einfach mal die virtuelle Galerie betreten, es lohnt sich. Danke für die Mühe an Nico und seine Künstlerkolleginnen!

Fleet Race nach Kiel

Das Frühstück am nächsten Morgen war wieder herrlich: frische Brötchen, Marmelade, Kaffee, Käse. Was braucht der Mensch mehr? Becher, Teller und Messer haben wir alle an Bord und können sie mitbringen. Frischgestärkt ging es auf die erste Reise, die Zubringerwettfahrt nach Stickenhörn. Fast pünktlich mit kleiner Verspätung kam dann auch ein Hauch Wind aus Nordost. Die Flotte von immerhin 30 Schiffen, vom großen grünen Alden Schoner QUADRA bis zu Holger Rieck’s 15er Jollenkreuzer ACHNEEDOCHNICH mit abgesägter Kajüte (ist das gut?) waren alle Schiffsgrößen vertreten. Früher waren allerdings mal mehr Folkeboote, wo sind die alle?

Startgedränge vor Schleimünde (Bettina Poullain)

Mit raumen Anliegern ging es für die kleinen Yachten bis Stollergrund Süd, dann kam eine quälende Kreuz zur Kabeltonne bei Kiel Leuchtturm mit Strom gegenan und danach ging es dann halben Winds ins Ziel vor Stickenhörn.

Kurs Süd ab Schleimünde (Bettina Poullain)

Das Start-Zielschiff KIA KAHA lag auch noch nach dem Zeitlimit bei der Untiefentonne, so dass keiner nach einem langen Segeltag zu spät kam. Im Hafen der Rathje Werft erwarteten die Rendezvous-Flotte freie Liegeplätze in gemütlicher Nähe zum Nachbarn. Mit offenen Armen hat uns Helge Petersen und Team wie im letzten Jahr aufgenommen, das Essen vom DANA Caterer Bernd und seiner Crew war wieder fein und die Latino Rhythmen von der 2-Mann-Band NATIVO rundeten den sommerlichen Abend ab.

Rendezvous mit 12ern und Imocas

Nach einem gutem Frühstück mit köstlich belegten Brötchen ging es dann zum eigentlichen Rendezvous der Klassiker: Der Wettfahrt über die Kieler Innen- und Außenförde. Der Wind war erst stärker als gedacht und das Segelsetzen im Feld der zur Aalregatta auslaufenden modernen Racern ein kleines Abenteuer. Wenn so eine Kiste halst ist sie auch in Nullkommanichts da. Da heißt es Sicherheitsabstand wahren. Die Förde kann ganz schön voll sein zu Beginn der Kieler Woche!

Start der 12mR-Yachten in Kiel (Bettina Poullain)

Bei der vor dem Startturm des alten Olympiahafens gestarteten Rendezvous-Regatta hieß es wieder: Die kleinen auf die Fördebahn, die großen auf die Seebahn. Ein imposantes Bild, wenn 6 Zwölfer starten, aber auch die großen Kreuzeryachten, KÖNIGIN, PETER VON SEESTERMÜHE, FEO, GERMANIA VI und SENTA machen ordentlich was her. Dazu die vielen Klassiker aller Größen bis hin zum Piraten. Insgesamt immerhin auf 41 Schiffe angewachsen zeigte die Flotte den KiWo Besuchern ihr schönstes Gesicht.

KÖNIGIN (Victor Simonovski)
LITEN FLICKA (Victor Simonovski)

Keine besonderen Zwischenfälle, zum Glück keine Havarien und kein Bruch. Jan und Dirk auf dem PANTAENIUS RIB hatten nichts weiter zu tun als den Fotografen spazieren zu fahren.

Glückliche Preisträger und ein Abschied

Nach getaner Segelarbeit und Höchstleitung des Teams auf dem Turm bei über 34 Grad gab es Kaffee und Kuchen im geräumten Becken 4, dem „Millionärsbecken“ vor dem KYC. Kein Hafenmeister musste Anweisungen geben, alle fanden ihren Platz und bald war der ganze Laufsteg voll mit eleganten Zwölfern und großen Kreuzeryachten. Das Bier war nicht wirklich kalt, aber wer Durst hatte konnte ihn stillen. Die Badeanstalt war nicht weit und bis zur Preisverteilung blieb genug Zeit sich zu erfrischen.

Immerhin von 19 Uhr bis um 22 Uhr (Beginn der Fussballübertragung) konnten alle Preisträger in Ruhe geehrt und die Berthold-Beitz-Kanne mit Gin Tonic gefüllt werden. Dieser Preis für die großen Kreuzeryachten ging diesmal zum 2. Mal an die GERMANIA VI-Crew um Skipper Felix Schulz.

Der Folkeboot-Preis ging erneut an Gerd Augustin und seine UTE ANNA VON WILSTER.

Gerd Augustin gewann den Folkeboot-Preis

Den TOPLICHT-Preis, einen Gutschein über 75 €, gewann der/die jüngste SkipperIn. Das Vergnügen hatte diesmal Anna-Lena Franck, Skipperin der 12mR-Yacht SPHINX, dritte im Feld von 6.

Alle anderen Preisträger findet Ihr hier sowie auf der Ergebnisseite des FKY-Ostseepokals (ebenso in der FKY-App).

Der Sonntagmorgen begann früh mit einem etwas frugalen Frühstück bei Henssler, das dem Namen, der Location und uns nicht so ganz gerecht wurde. Dafür war die Aussicht toll und das Personal ausgezeichnet. Dann hieß es mal wieder „Farewell“ und „See you at German Classics“. Wer einen weiten Weg hatte, startete zeitig, denn es war wieder mal wenig Wind und genau aus Nord. Wer seinen Urlaubstörn mit dem Rendezvous begann, konnte sich auf bestes Sommersegeln freuen.

Das Rendezvous-Team auf dem Startturm (Bettina Poullain)

Großer Dank an das Orga Team, Jan und Dirk vom PANTAENIUS RiB und alle Beteiligten an Land und auf dem Wasser und natürlich an alle Teilnehmer, die keine Mühe scheuen Ihre Schätzchen immer wieder frisch lackiert zum Rendezvous bei der KiWo an den Start zu bringen. Wir freuen uns auf 2027!

Tommy Loewe

Titelbild: Start in Kiel (Bettina Poullain)

Weiter ging es mit dem PANTAENIUS Silver Wing Cup

JENETTA & VIM beim Silver Wing Cup (Victor Simonovski)