Unterwasserschiffssanierung bei JARRO - Teil 4


"Nicht dass Ihr denkt, es ging nicht weiter."
Jens Bessey über seine Sanierung eines einem 6,5 KR Vertens-Baus von 1962.


Der letzte Sanierungsbericht (Teil 3) aus dem Januar 2024 endete mit den neuen Bodenwrangen und den lose eingezwingten Lamellen für die Spanten im Bereich des Cockpits.

Die Sanierungsberichte 1 & 2 könnt Ihr über diesen Link finden und nachlesen.

Sanierungsfortschritt - Teil 4

Anfang Februar 2024 sind die Spantenenden in Bereich des Cockpits eingeleimt, mit den alten Spanten geschäftet und den neuen Planken vernietet. (Bild 1 und 2)

Dann wurde aufgeräumt, sauber gemacht und am 17.03.2024 war Open Ship. Es trafen sich im Laufe des Tages ca. 20 Interessierte, es wurde bei Suppe und Kuchen reichlich gefachsimpelt. (Bild 3 und 4).

Weiter ging es dann mit den vorderen Hälften der vierten Planken. Die waren bis Anfang April eingebaut. (Bild 5 und 6)

Bevor ich weitere Planken einbaute, wollte ich erst das Motorfundament herstellen. Da ich in dem Bereich noch von außen rankommen konnte, würde das die Arbeit erleichtern. Der Motor wurde auf eine Holzkonstruktion gestellt und mit dem Stevenrohr und der Welle ausgerichtet. (Bild 7 und 8)

Die Zeit verging wieder schneller als gedacht und es war schon Mitte Mai. Wir wollten in Sommerurlaub und JARRO wurde mit Plane abgehängt und reichlich Maurerbaljen mit Wasser untergestellt. (Bild 9)

Mitte September hatte der Schlosser dann Zeit und das Motorfundament wurde unter dem Motor im Schiff zusammengeheftet. (Bild 10)

Der Motor wurde dann wieder aus dem Schiff geholt und bis der Schlosser wieder Zeit hatte, habe ich mich mit weiteren Planken und Spunden im Achterschiff befasst. Dabei habe ich von oben nach unten gearbeitet. An Steuerbord wurden noch zwei Planken auf ca. 3m rausgenommen und ersetzt. (Bild 11 und 12)

Dann ging es mit dem Motorfundament weiter. Die Schablonen für die Querverbindungen wurden aus Holz gemacht. (Bild 13) Die Niroteile zugeschnitten und angeheftet. (Bild 14) Ganz wohl war uns beim Schweißen im Schiff nicht, reichlich feuchte Lappen schützten das Holz vor Brandstellen.

Das Motorfundament fertig geheftet (Bild 15) und durchgeschweißt zurück aus der Werkstatt. (Bild 16) Hier nochmals ein Dankeschön an Dirk für die tolle Arbeit.

Danach ging es mit den Planken weiter. Die Oberen wurden nur teilweise erneuert und ausgespundet. Dazu sind einige Schäftungen in Längsrichtung gemacht worden (Bild 17). Zwischendurch wurde immer wieder genietet, was im Bereich der Backskisten recht unbequem war. Ich bin auch nicht mehr so gelenkig wie mit 20. (Bild 18)

So wurden die Löcher immer weniger und der Rumpf immer dichter. Beim Anpressen der Planken wurden immer öfter Kanthölzer und Keile benutzt. (Bild 19 und 20)

Kurz vor Weihnachten 2024 war es dann soweit. JARRO war wieder dicht. Alle Planken waren drinnen. (Bild 21 bis 26)
Leider hatte ich 2025 keine Zeit mich mit JARRO zu beschäftigen. Im Dezember 2025 und Januar 2026 habe ich die neuen Planken grob gehobelt.

Wie geht es mit JARRO weiter?

Immer mit der Ruhe, Stück für Stück,
wird schon.

Wenn die Temperaturen es zulassen geht es weiter. Ein Plankenstoß soll noch ausgespundet, zwei Borddurchlässe verschlossen, vier Nähte ausgefräst und verleistet, dann alle Schrauben und Nieten verproppt werden und dann wird das Unterwasserschiff von außen fein gehobelt und geschliffen. Bis zum Herbst 2026 sollen gerne drei Anstriche Primer aufgetragen sein.

Im Winter 26/27 wird dann drinnen weiter gemacht. Schleifen und imprägnieren, Motor und Technik einbauen, die Inneneinrichtung teilweise neu machen und die alte überholen und einbauen.

Wir wollen versuchen, 2027 wieder mit JARRO zu segeln.

Ob das klappt? Ihr werdet es hier irgendwann erfahren.

Jens Bessey